Headbild
Hoghwart Express Schottland 2016
Sie befinden sich: Unsere Reisen \ Reiseberichte

Reisebericht

Hochzeit 10.6.2016

Wir sind am eigentlichen Ziel unserer Reise

wir zwei herausgeputzt

Der Bruder meiner holden Kunigunde heiratet heute in England und wir sind natürlich eingeladen. Diese Hochzeit ist der eigentliche Grund, warum wir zu dieser Englandreise angetreten sind. Ich weiss nicht, ob ich freiwillig mit dem Womo England bereist hätte, ich hatte viele Vorurteile gegen dieses Land und seine Leute, immer Regen oder Nebel, schlechtes Essen, oberkorrekte Leute.

Aber jetzt bin ich Marcel und Caroline sehr dankbar, dass sie uns gezwungen haben, nach England zu fahren. Alle meine Vorurteile waren wirklich Vorurteile und stimmen keineswegs. Auch jetzt das Fest ist sehr herzlich und macht Spass.

Mit unserem Knutschi konnten wir direkt vor die Location fahren, ziehen uns hier drinnen um und holen das Beste aus uns heraus. Wir haben momentan kein Internet, da wir unter grossen Bäumen stehen, ist aber heute ja auch nicht wichtig…

Morgen geht es übrigens zu Stonehenge, das liegt ganz in der Nähe…

Übernachtung

Cirencester - Cripps Barn**
frei

nur für Gäste des Cripps Barn erlaubt

Koordinaten: 51.765502,-1.879551
letzter Besuch: 6.2016

Stonehenge 11.6.2016

Wir sind da, am weltweit bekanntesten, prähistorischen Bauwerk der Menschheit

Nach einem sehr tiefen Schlaf wachen wir morgens bei regengeprassel gut erholt auf. Das Wetter sieht noch nicht wirklich vielversprechend aus und so beschliessen wir, Richtung Stonehenge loszufahren.

Unterwegs passiern wir die Ortschaft Bilbury und sehen auch schon busweise chinesische Touristen. Was ist denn hier los? Kurzentschlossen suchen wir uns an der Strasse einen Parkplatz und marschieren mit Wanderschuhen und Regenschutz los.

Arlington Row, Bilbury

Am Schild erkennen wir, dass es sich hier um eine Sehenswürdigkeit des National Trust handelt. Und wirklich, die Steinhäuschen und Wege sind sehr schön herausgeputzt und man ist in eine frühere Zeit versetzt. Nur die chinesischen Touristen, die mit ihren iPads und iPhones auf Selfistäben überall im Wege stehen, nerven ein wenig. Ok, wir sind auch grad in einer Reisegruppe eines Cars gelandet. Bei der zweiten Runde ist es dann deutlich entspannter und ich kann doch noch gute Fotos ohne Chinesen schiessen. Aber schon nach etwas mehr wie 45 Minuten machen wir uns weiter auf den Weg nach Stonehenge.

Stonehenge

Beim Parkplatz werden wir auf eine extra Grünfläche für Wohnmobile gewiesen, auch Parkgebühren bezahlen wir keine. Wir haben in der Whitby Abby einen 9-Tages Pass von English Heritage gekauft, wo wir nun alle Sehenswürdigkeiten dieser Organisation gratis besuchen dürfen.

Noch regnet es und so machen wir uns im Knutschi etwas gemütlich. Eine Stunde später sieht das Wetter schon besser aus und wir begeben uns zum Eingang. Tickets wieder gratis, und dann nehmen wir zum Glück den ShuttleBus zum eigentlichen Steinkreis. Zu Fuss wären es etwa zwei Kilometer an einer öden, asphaltierten und schnurgeraden Strasse entlang, nicht gerade der Hammer.

Mit dem Bus beim Steinkreis angekommen, umrunden wir dieses imposante Baudenkmal, das älter als 5000 Jahre ist. Durch die (gratis) Audioguide auf Deutsch erfahren wir viel Wissenswertes. Auch die Fotos gelingen uns sehr gut, wenn nicht überall wieder Chinesen mit ihren Selfistöcken wären… Leider ist der Himmel stark bedeckt und keine Sonne in Sicht, so dass die Farben auf den Fotos nicht so sind, wie ich es gerne hätte. Aber eindrücklich ist das ganze schon, wenn auch ziemlich touristisch! Auch etwas später wieder im Besucherzentrum sind die Preise eher für jene Leute, die den Umrechnungskurs ins englische Pfund nicht beherrschen…

Wir beschliessen, auf den 3km entfernten Campingplatz zu fahren und dort zu übernachten. Falls das Wetter bessert, hätten wir so die Möglichkeit, nochmals mit den Rädern dorthin zu fahren und Fotos vom Sonnenuntergang zu schiessen….

Nachtrag: Später fahren wir mit den Rädern doch nochmals hin. Auf der Hauptstrasse bis zum Steinkreis, dort kann man links in ein Seitensträsschen fahren und auch mit dem Womo parken. Stonehenge kann man nödlich mit einem Abstand von ca. 80m herantreten und Fotos machen. Überden Zaun zu klettern ist keine gute Idee, die Steine werden auch Abends bewacht, aber die Fotos von dort werden trotzdem gut.

Externe Links

Übernachtung

Winterbourne Stoke - Stonehenge Campsite****
Camping

neuer Campingplatz, grosse Wiesen und auch Stellplätze für Womos

Koordinaten: 51.163959,-1.896470
letzter Besuch: 6.2016

Rückspiegel zerschmettert 12.6.2016

Rückspiegel zerstückelt, Auffartskeile zerquetscht, wir stehen total schief aber wir hatten einen genialen Tag mit Meersicht.

Schloss wie aus dem Bilderbuch

Heute waren es nicht mal ganz 100km von Stonehenge zur Jurassic Coast. Trotzdem haben wir es geschafft, auf den engen Strassen von England einen gegnerischen Rückspiegel zu zerschmettern. Allerdings wir konnten keinen Millimeter näher an den Strassenrand fahren und der gegnerische englische Kastenwagen hatte ersten die Rückspiegel auf gleicher höhe, zweitens einen affenzahn drauf und drittens ganz sicher am Strassenrand mehr Platz wie wir. Aber schliesslich fahren wir einen Fiat Ducato, Rückspiegel klappt in solchen Fällen automatisch ein und bleibt ganz, im Gegensatz zum Engländer, 1000 Teile weit verstreut. Als ich nach der Berührung bei ihm ankam, war er mit Klebeband, dass er anscheinend immer zur Hand hat, schon am Rückspiegel flicken. Fifty-fifty, jeder zahlt seinen Schaden war sein Vorschlag, ich einverstanden und weiter gings.

Zehn Minuten später stellen wir unser Womo am Durdle Door Holiday Park direkt an der Küste mit genialer Meersicht auf. Allerdings gerade bringen wir es bei diesen schiefen Plätzen keinesfalls hin, nicht mal annähernd, auch mit zusätzlichen grossen Steinen nicht, die schon bereit liegen. Alles egal bei dieser Aussicht!

Da wir etwas Nebel haben, (tja, das gibt es tatsächlich auch in England) beschliessen wir, mit dem Rad eine kleine Tour zum Schloss zu machen. Auf den 5km verfransen wir uns total und kommen erst nach 17,5 km an unserem Ziel an. Vorteil: inzwischen klarte es auf und die ersten Sonnenstrahlen gelangen zu uns.

Das Schloss ist genauso, wie ich als Kind Schlösser malte. Richtig genial! Auf dem Heimweg nehmen wir dann das letzte Stückchen den Fussweg mit den Rädern, 25% hoch der Küste entlang, geniale Aussicht, einfach traumhaft, aber einige uns entgegenkommende Touristen schütteln zurecht den Kopf. Wir sind ja schön blöd, die Räder diesen Weg hoch zu schieben.

Ach, was soll ich noch sagen, Spät nachmittags und abends machen wir noch mindestens drei Spaziergänge und fotografieren, fotografieren und fotografieren Es ist einfach traumhaft!

Schade, morgen Abend müssen wir schon durch den Eurotunnel nach Hause…

Externe Links

Übernachtung

Lulworth - Durdle Door Holiday Park****
Camping

schräge Plätze aber die Lage vorne am Meer ist genial

Koordinaten: 50.624531,-2.269373
letzter Besuch: 6.2016

White Cliffs und Eurotunnel 13.6.2016

Wir sind leider auf dem Heimweg und momentan in der Wartezone des Eurotunnels

Achtung, es geht senkrecht runter

Heute Morgen beim Erwachen hat es geregnet, also blieben wir noch etwas liegen und die Abfahrt auf den Nachhauseweg fällt so etwas leichter. Um 10 sind wir dann doch Richtung London und weiter nach Dover gefahren. Da es sehr gut lief, fuhren wir in Dover noch zum Patrol-Denkmal.

White Cliffs

Die Zufahrt zum Patrol Denkmal über den weissen Klippen ist ziemlich schlecht mit riesigen Schlaglöchern. Aber zum Glück nur der letzte Kilometer. Das kleine Parkplätzen hat eine fantastische Aussicht, ist sehr ruhig und man könnte hier problemlos übernachten. Wir schnüren uns die Wanderschuhe um und erkunden die Gegend. Zuerst Richtung Nordosten am Rande der Klippen. Es ist schon gewaltig, der Wanderweg führt einfach in der Wiese entlang, 3m rechts davon ist plötzlich das Gras fertig und eine senkrechte, weisse Felswand fällt ins Meer runter. Nix gesichert oder abgesperrt. Wir wagen uns ein paarmal ziemlich nahe an den Abgrund, aber die mutigsten sind wir nicht.

Wir finden nirgends eine Möglichkeit, runter ins Meer zu wandern, also kehren wir zurück und versuchen es Richtung Dover. Nach einigen 100 Metern dem Wanderweg entlang führt schon eine Treppe ins Meer hinunter. Viel los ist zwar nicht, aber einige Felsen sieht man immerhin mal von unten.

Ich weiss nicht, ob es am Wetter lag, an der anstehenden Heimreise oder an weiss ich was, diese Klippen muss man so wie wir sie gesehen haben, nicht unbedingt sehen. Vom Meer her sicher besonders eindrücklich, aber vom Land?

Eurotunnel

20Min später stehen wir am Terminal vom Eurotunnel. Einchecken mit der ausgedruckten Reservation geht null Komma nichts, und da wir zu früh dran sind, schlägt uns der „Einchecker“ vor, ob wir eine Stunde früher auf den Zug wollen, sie hätten da noch Platz. Klar sagen wir ja, er gibt uns einen Buchstaben D auf einem Zettel und wir sollen uns einfach bereit machen, wenn D an der Reihe ist.

Für uns ein Buch mit sieben Siegeln aber wir kommen so problemlos auf den Parkplatz in die Wartezone. Und dort hat es dann auch grosse Anzeigetafeln mit den Zeiten, wann welcher Buchstabe sich beim Verladeterminal bereithalten muss. Eigentlich ganz einfach und problemlos. Na gut, wir sind noch nicht dort, aber sicher nicht mehr weit davon weg.

Unterbruch: Anita hat gekocht und wir sitzen gemütlich beim Abendessen, als Anita plötzlich fragt: „Was heisst: D last call in 6 minutes!“ Wow, das sind ja wir, wir haben noch genau 6 Minuten Zeit, um bei der Verladestation zu sein. Jetzt ist Stress angesagt, Gas zudrehen, Spiegel einklappen, essen verräumen und los. Auf der Anzeigetafel sind die Abfahrtszeiten der Züge angegeben und nicht die Checkin-Zeit! Pässe zeigen, Gaskontrolle, ob man das Gas an den Flaschen abgedreht hat und schon fahren wir als letztes Auto auf den Zug. Wow, wir schnaufen durch und haben es geschafft.

Der Zug ist eindrücklich, sieht aus wie ein U-Boot, hermetisch verschlossen, bei jedem Wagen wird die Tür geschlossen, die PW’s stehen zweistöckig, wir in der Womoabteilung drei Womos im gleichen Wagen.

Während der Fahrt schreibe ich dem Blog, haben Sex (wer hatte das schon unter dem Meer?) und schauen auf unsere Wasserwaage auf dem Tisch, wo wir sehen, ob der Zug runter und wann wieder rauf fährt (vergessen wir aber und plötzlich ist wieder hell).

Auf französischen Boden fahren wir noch 150km auf leeren Autobahnen und übernachten nun auf einem kleinen Stellplatz irgendwo in Frankreich.

Übernachtung

Marcoing - Aire de Camping-Car ***
Stellplatz

etwa sieben Stellplätze

Koordinaten: 50.121188,3.182238
letzter Besuch: 6.2016

Fazit England mit dem Wohnmobil 14.6.2016

Das Land ist sehr schön, hat viel zu bieten, freundliche Leute, aber die Strassen sind eng und holprig.

Sehenswürdigkeiten

hat es mehr als genug an jeder Ecke, alte Burgen und Schlösser, Klöster, Museen, Steinkreise, Küsten, Natur etc. etc. Die meisten dieser Sehenswürdigkeiten werden von "National Trust" oder "England Heritage" verwaltet und instand gehalten. Hat man einen Mitgliederausweis kann man die entsprechende Orte gratis besuchen und gratis parken. Z.B. zwei Personen Pass für 9 Tage kostet bei England Heritage ca. 65€, besucht man Stonehenge und Whitby Abby hat man den Pass  schon fast bezahlt, besucht man nochmals etwas, lohnt sich dieser Pass schon.

Die Eintrittspreise für viele Sehenswürdigkeiten belaufen sich jeweils meistens um die 10€ pro Person. Es gibt aber auch viele die gratis sind.

Wir besuchten Flamborouge (schön), Whitby Abby (sehr schön), Castlerigg Stone Circle (abends alleine sensationell), Caernafon Castle (sensationell), Penrhyn Castle (eindrücklich), Rhosili Bay (super schön), Stonhenge (eindrücklich und schön, etwas touristisch), Arlington Row, Bilbury (schön) Lulworth castle (sehr schön), Durdle door (super schön) und White Cliffs (na ja).

Natur

Die Insel ist wirklich sehr grün, das auch sehr intensiv leuchtet. Überall hat es alte, grosse Baumbestände, die eindrückliche Ausmasse annehmen können, aber auch grosse unbewohnte, kargen Flächen im Norden. Die Küste mit ihren Klippen und schönen Sandstrände haben mich überrascht.

Verkehr

Es wird ziemlich schnell gefahren, aber immer sehr rücksichtsvoll und höflich. Nirgends drängelnde oder ungeduldig hupende Autos. Bei schmalen Stellen hat man eher das Problem, dass beide Fahrzeuge warten und jeweils dem anderen den Vortritt gewähren wollen. Allerdings sind die Strassen eng, nicht nur die Nebenstrassen auch auf den Hauptstrassen ist man mit dem Womo und dem Rückspiegel meistens über der Mitte. Wie bei vielen hat es auch bei uns einmal nicht mehr gereicht und ein Rückspiegel ging in die Brüche (aber nicht unser).

Der Zustand der Strassen nahm ich aber als schlecht war, immer und überall ein grossen Gerüttel im Womo, nicht unbedingt wegen Schlaglöchern, aber der Unterbau der Strassen ist irgendwie vernachlässigt worden. Dafür sieht man selten Baustellen.

Linksverkehr

ist kein Problem und viel einfacher, wie wir gedacht haben. Jeweils am Morgen die erste Kreuzung richtig erwischen und der Tag war gerettet.

Übernachten

Überall hat es Campingplätze und Holiday-Villages, nicht überall kann man mit dem Womo hin, aber es war echt nie ein Problem. Auch viele Bauernhöfe haben eine Einrichtung, um Camper aufzunehmen. Wir hatten nie reserviert und überall fanden wir dennoch Platz. Allerdings sind die Preise recht hoch, für einen Platz auf der Wiese mit Stromanschluss bezahlt man schnell einmal 20£ (ca. 25€). Wir hatten jedoch ausschliesslich sehr gepflegte Plätze auch mit super Aussicht an Touristenorten.

Unser Fazit

Ich konnte viele Vorurteile abbauen und die Engländer sind mir richtig sympatisch geworden, sie sind wirklich sehr freundlich und das nicht nur gespielt. Auch die Qualität des Essens hat mich überrascht. Wir werden ganz sicher wieder kommen. Es gibt nur positive Punkte, wenn man das Haar in der Suppe suchen will, findet man die schlechten Strasse und das doch recht hohe Preisgefüge…

Externe Links

Reisestrecken

unseres Reisestrecke