Headbild
Andanens Norwegen 2014
Sie befinden sich: Anfänger-Ecke \ Gas

Gas

LPG-Gasanlage WohnmobilEin Wohnmobil hat eine, meistens zwei Gasflaschen à je 11 kg Gas geladen. Mit diesem Gas erwärmt man den Boiler, betreibt die Heizung, den Kochherd und den Kühlschrank. Eventuell, wenn vorhanden, den Grill und den Backofen.

Am meisten Gas braucht man für das Warmwasser und die Heizung. Kochen braucht nicht wirklich viel, da es meistens ja ziemlich kurz ist. Im Hochwinter bei -10 Grad reicht eine Flasche gerade mal für ca. drei Tage aber im Sommer kommt man mit zwei Flaschen locker mal sechs Wochen aus. Ist eine Flasche leer, kann man sie meistens an den Campingplätzen für Entgelt für eine volle eintauschen.

Bei unserem Wohnmobil haben wir eine LPG-Anlage eingebaut, das ist eigentlich nichts anderes, als zwei Gasflaschen fest eingebaut, die mit einem speziellen Steuerungsgerät und Schlauch verbunden sind. Dazu haben wir aussen auch noch einen Gasanschluss für den Grill und einen Gastankanschluss. Bei fix eingebauten Flaschen kann man an sogenannten LPG-Tankstellen (gibt es im Ausland viel mehr wie in der Schweiz) das Gas wie beim Diesel einfach wieder auffüllen. Das hat den Vorteil, dass man nie halbleere Flaschen eintauschen muss und im Ausland sich keine Gedanken machen muss, über all die verschiedenen Gasflaschenverschlüsse. Ich finde, ein grosser Vorteil. Allerdings gibt es auch einen kleinen Nachteil: Beim Wintercamping, wenn man an einem Ort steht, kann es sein, dass wir mit dem Wohnmobil wegfahren müssen, um Gas zu tanken. Ohne Anlage könnte man am Campingplatz einfach eine Flasche austauschen. Liste mit Gastankstellen in der Schweiz

Kochen mit Gas geht meistens viel schneller wie mit elektrisch, da vom Gas bedeutend mehr Wärmeenergie gewonnen werden kann.

Flüssiggas oder LPG

Flüssiggas setzt sich aus Propan- und Butan-Gas zusammen. Für das gleiche Produkt sind folgende Namen gebräuchlich: LPG – GPL – Autogas – Propan/Butan. Dies alles ist also das gleiche, so ungefähr. Erdgas oder CNG ist etwas grundsätzlich verschiedenes und darf auf keinen Fall gemischt oder getankt werden.

Mischverhältnis

Im Sommer setzt sich Flüssiggas meistens zu 60% Butan und 40% Propan zusammen. Im Winter ist es vorteilhaft, wenn das Verhältnis umgekehrt ist. Butangas gefriert bei rund 0 Grad, wenn die Flasche mit dem Inhalt kälter ist, entweicht kein Gas mehr und das heizen wird so ziemlich schwierig. Propan hingegen gefriert erst bei rund -40 Grad, also auch bei sehr kalten Wintern entweicht noch Gas und man kriegt sein Wohnmobil warm. Butan hat aber den grösseren Energiewert, darum werden beide Gase gemischt und nicht nur Propan verwendet.

Hat man seine Gasflaschen in der Kälte auf unter Null Grad und grillt draussen, entweicht das Propangas und man merkt noch nichts. Nur, das Butangas bleibt in der Flasche hängen. Der Grill geht also aus, wenn die halbe Falsche noch voll ist, das Propan aber aufgebraucht wurde.

Aus diesem Grund haben viele moderne Wohnmobile die Gasflaschen in einem geheizten Raum, z.B. Garage. Mit dem Propan bringt man das Wohnmobil auf Innentemperaturen auf über Null Grad, so dass dann automatisch auch das Butan vergast.
Achtung: die grauen Austauschflaschen enthalten meistens nur Propan und und die kleineren blauen Campinggasflaschen enthalten Butan!

Druck

Diese Flüssiggas bleibt unter Druck flüssig, alle Leitungen im Wohnmobil sind für 30 Mbar ausgelegt, der Austrittsdruck regelt der Druckregler der beim Gasanschluss an der Flasche montiert werden muss. Eine Gasflasche steht also immer unter Druck.

Im Innern einer Gasflasche herrscht bei 20 Grad rund 8 bar, ist die Flasche aber 40 Grad warm, sind es schon 13 bar und bei 60 Grad schon 20 bar. Gasflaschen im Sommer also nie direkter Sonnenstrahlung aussetzen.

Aufgetankt werden LPG-Flaschen oder Gastanks übrigens mit rund 10 Bar.

Gefährlichkeit

Propan und Butan sind sehr leicht entzündlich. Bei einem Mischverhältnis von ungefähr 2 – 10% Anteil in der Luft, kann sich das Gas durch einen Funken entzünden. Beide Gase sind schwerer als Luft, sammeln sich also ähnlich wie Wasser am Boden und laufen so zum tiefsten Punkt. Dort ist dann die Konzentration zum Entzünden schnell erreicht, wenn sich ein See bildet. In den Kästen, wo die Gasflaschen aufbewahrt werden, hat es darum immer irgendwo eine Öffnung nach unten. Diese darf auf keinen Fall manuell geschlossen werden, auch im Winter nicht.

Propan- und Butangas riechen übrigens nicht, aus Sicherheitsgründen wird beim Hersteller aber ein „Parfüm“ beigemischt, so dass es für die menschliche Nase nach Gas riecht....

Bemerkungen

Beim Verbrennen des Gases bleibt Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) zurück. Propan/Butangas ist ein Nebenprodukt bei der Erdöl- und Erdgasaufbereitung.

Erdgas / CNG

Dieses Gas ist leichter als Luft, verflüchtigt sich also viel schneller, hat auch einen viel höheren Zündtemperatur und ist dadurch auch weniger gefährlich.

Kommentare

7.1.2018 - Wer kann mir sagen was ein Einbau / Umrüsten von Normal Gas auf 2 Flaschen LPG Gas in der Schweiz kosten würde und wer sowas macht. Herzlichen Dank

Real Heidy


7.1.2018 - die Umrüstung macht in der Schweiz fast jeder Wohnmobilhändler. Wir liessen es bei der Garage Staub in Salmsach machen und sind sehr zufrieden. Die Kosten sind schwierig zu sagen von hier aus, ich würde mal etwa mit je ach Wohnmobil zwischen 1300.- und 2400.- rechnen.

- Rolf


6.1.2019 - "Gefrieren" bedeutet doch: vom flüssigen in den festen Zustand übergehen, oder? Insofern "gefriert" Butan bei 0 Grad nicht, sondern es wird einfach nicht mehr gasförmig, sondern bleibt flüssig. Der Schmelzpunkt (also wo es wirklich gefriert und fest wird oder genauer am Wort: umgekehrt vom festen in den flüssigen Zustand übergeht) liegt lt. Wikipedia bei n-Butan bei -138°C, der Siedepunkt (wo es also gasförmig wird) bei -0,5°C. Sorry für meine oberlehrerhaften Bemerkungen, ich finde es halt nur etwas schade, wenn sich falsche Ausdrucksweisen verbreiten. Der Rest ist aber wirklich sehr schön erklärt und eure Seiten sind toll!

Udo


Diesen Artikel kommentieren oder Fragen dazu stellen