und Fähre gebucht
Nach einer sehr klaren Nacht, wo wir vermutlich für längere Zeit die letzten Nordlichter sahen, beginnt der Tag wolkenlos und blau.
Die Fahrt ist ein Traum und irgendwie hat es wieder etwas mehr Schnee. Wir kommen gut voran, aber schon bald sind die Inlandsvägen im Nebel, mal darunter, mal darüber oder eben – mitten drin in der Suppe. Das gibt natürlich viele verschiedene Lichtstimmungen und wir sind so auf den Nebel konzentriert, dass wir nicht merken, dass es inzwischen überhaupt keinen Schnee mehr hat. Nicht mal im Schatten ist noch weiss auszumachen.
Es rollt gut, auf den Strassen kommt man gut vorwärts, mit 80km/h zu fahren ist irgendwie entspannt, alle fahren gleich schnell, sofern man überhaupt mal ein Auto vor oder hinter einem hat.
Unser Ziel ist heute der 350km entfernte Hornborgasjön, ein flacher, sumpfiger See, der bei der Vogelroute der Kraniche wichtig ist. 10tausende Kraniche verbringen hier den Zwischenhalt Richtung Norden. Unter den 100 Vogelarten, die am See beobachtet werden können, sind etwa die Hälfte Zugvögel und die andere Hälfte brütet im oder am See.
Die Kraniche werden ab ca. 15 März hier erwartet und dann geht das geklappere los, wenn 25'000 dieser grossen Vögel ihre Tänzchen machen. Wir wissen, dass wir noch etwas zu früh dran sind, aber vielleicht kommen sie dieses Jahr ja früher, weil es so warm ist?
Es gibt zwei Vogelbeobachtungsstationen, wir entscheiden uns für die südliche (Naturum Trandansen), wo eben die Kraniche beobachtet werden können. Und da man hier auch mit dem Wohnmobil übernachten darf, ist das für uns perfekt. Wir parken unser Womo beim Aussichtsparkplatz und haben so einen perfekten Blick über das südliche Ufer.
Auf einem längeren Spaziergang treffen wir aber nur die Wildgänse von Akka von Kebnekaise an, die mit Nils Holgerson nach Lappland unterwegs ist. Ansonsten sehen wir noch nicht allzuviele Vögel, was aber nicht heisst, dass sie nicht da sind, denn der Nebel hat uns eingeholt und die Sicht wird immer schlechter.
Akka von Kebnekaise und ihre Wildgänse
So verziehen wir uns ins Womo, richten uns gemütlich ein und ich plane unsere weitere Heimreise. Wir haben drei Möglichkeiten: über die Öresundbrücke und durch Dänemark, über Kopenhagen und Fähre zur Insel Fehrmann und weiter nach Deutschland oder die uns bekannte Fähre von Trelleborg nach Rostock. Nach einigem Hin- und her und ein paar Abklärungen entscheiden wir uns für die Fähre von Trelleborg nach Rostock. Grund: es ist die günstigste Möglichkeit und auch die bequemste. Unsere Fähre legt morgen um 15 Uhr ab, kostet uns CHF 110.- und wir kommen um21 Uhr in Rostock an. Wenn wir über die Brücke fahren, kostet uns dies genauso viel, haben aber 300km mehr zu fahren (zusätzliche 30 Liter Diesel, 50€).
So können wir morgen 400km bis nach Trelleborg reisen, uns 6 Stunden auf der Fähre erholen und nach Ankunft dann nochmals 100km fahren. So kommen wir schnell und günstig am weitesten.
Die Fähre ist schnell gebucht, die Buchungsbestätigung im Mail und dann, als wir auf die Uhr schauen, ist es erst 16 Uhr.
Wir könnten ja noch eine Stunde fahren, statt hier im Nebel zu sitzen, dann wäre es morgen auch noch entspannter?
Schnell ist zusammengepackt und wir fahren bis auf einen Rastplatz Risbro direkt an einem See vor Jönköping. So haben wir morgen nur noch 337km zur Fähre, das schaffen wir locker bis zur Abfahrt.
7:05 Uhr Sonnenaufgang
17:33 Uhr Sonnenuntergang
10:27 Std. Tageslänge
418 km
5:33 Std.
75 km/h
9,4 Liter