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Fanad Head Irland 2019
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Perfekter Boxenstopp und Kylemore Abbey

Wir waschen draussen bei einem Freiluft-Wäschesalon unsere Wäsche

Heute ist bei uns Haushalt angesagt. Wir sollten den LPG-Tank wiedermal füllen, die saubere Wäsche wird immer weniger und der Diesel neigt sich auch dem Ende zu. Zeit also, um morgens mit der Tagesplanung zu beginnen. In Castlebar finde ich eine Tankstelle, die auch LPG anbietet und nur zwei Kilometer davon entfernt einen von den tollen irischen Freiluft-Wäsche-Anlagen. Also einfach perfekt. Wir müssen nur grad einen Umweg von vielleicht 10km fahren, und einkaufen kann man dort grad auch noch. Also machen wir uns Abfahrbereit und düsen gegen 9 Uhr los.

Wir folgen weiterhin dem Wild Atlantic Way Richtung Süden und verlassen Achille Island. Das Wetter ist windig, zwischen leicht und stark bewölkt, das Meer meist auf der Beifahrerseite von Anita.

In Newport verlassen wir das erste Mal bewusst diese Strasse und fahren den kleinen Umweg nach Castlebar. Wir finden unser erster Freiluft-Waschsalon problemlos bei einer Tankstelle, parken unser Knutschi, nehmen alle dreckige Wäsche heraus und füllen sie in die kleinste von drei Trommeln (8kg). Stellen 40 Grad ein, wählen inklusive Waschmittel, wir müssen also nicht mal selber Wäschemittel in die Maschine geben, füllen den Automaten mit 5 € und lesen auf der Anzeige, dass die Wäsche in 39 Minuten fertig ist. Einfach cool, so etwas.

Als sich die Trommel mit Wasser füllt und sich zu drehen beginnt, fahren wir mit unserem Knutschi zur LPG-Tankstelle. Der Tankwart kommt sofort und entschliesst die Säule und wir können so problemlos unser Gasvorrat wieder auffüllen. Danach dasselbe mit dem Dieseltank und nach dem Bezahlen fahren wir wieder zur Waschstation zurück. Schon auf der Fahrt zum Parkplatz sehen wir, dass sich unsere Trommel noch dreht, wir müssen uns also nicht beeilen. Knutschi parkieren, und zur Waschmaschine schlendern. Just in dem Augenblick, als wir dort ankommen, ist die Wäsche fertig.

Jetzt können wir draussen vor der Tankstelle an der Hauptstrasse die Wäsche von der Waschmaschine in den Tumbler umlagern und Anita meint, 45 Minuten müssten wir schon einstellen. Man kann jeweils vierstelstundeweise wählen. Während wir da umlagern, kommt eine irische Hausfrau mit der gesamten Bettwäsche inklusive Bettdecken und füllt die 18kg Wäschetrommel. «Das sei doch eine super Einrichtung» meint sie und braust mit dem Auto wieder davon.

fast wie Schottland


Wir gehen in der Zwischenzeit einkaufen, denn die Vorräte neigen sich auch dem Ende zu. Allzu viel kaufen wir aber nicht ein, denn in den Pub’s ist Fish & Chips einfach super lecker und davon wollen wir auch noch mehr probieren.

Wir haben grad die Einkäufe verstaut und sind wieder bei der Wäschestation, als aufleuchtet, dass es noch eine Minute bis zum Ende geht. Wow, das ist wirklich ein perfekter Boxenstopp, keine Minute haben war da verschenkt. Und die Wäsche ist auch ganz trocken. Wir haben nun in nicht mal 90 Minuten alle Wäsche gewaschen und getrocknet, Eingekauft und vollgetankt. Jetzt haben wir ja viel zu viel Zeit…

Killary Harbour, der einzige Fjord Irlands

Egal, wir starten unser Knutschi und kehren auf den WAW zurück und folgen der Küste. Es ist wiedermal herrlich und als wir dann links vom Meer weg müssen, fahren wir durch eine Hochebene durch Berge und an Seen entlang, man könnte meinen, wir seien in Schottland! Uns gefällt es wiedermal super. Allerdings sind die Strassen ziemlich eng und holperig, aber daran haben wir uns ja schon gewöhnt und ausser die Eier gestern (oder war das vorgestern? Was für einen Tag haben wir heute überhaupt?) ist noch nichts in Bruch gegangen.

Nachdem wir den einzigen Fjord in Irland fast ganz umfahren haben, sehen wir den Wegweiser zum Parkplatz der Kylemore Abbey. Ist ja klar, dass wir da auch den Blinker setzen. Auf dem Busparkplatz, der auch für Womos ist, stehen in einer Linie sicher etwa 20 Wohnmobile aufgereit! Ups, damit haben wir nun überhaupt nicht gerechnet. Wo kommen die denn so plötzlich her? Wir zwängen uns irgendwo dazwischen und irgendwie ist uns die Laune auf dieses Kloster fast etwas vergangen. Darauf waren wir nun nicht vorbereitet. Aber ganz ehrlich, es ist DIE Attraktion von Irland, also muss man hier doch mit Touristen rechnen. Wir merken übrigens auch, dass diese Womos alle zusammengehören, es ist eine französische, geführte Womo-Tour durch Irland. Was es nicht alles gibt? Und fahren die im Konvoi, müssen alle am gleichen Ort stoppen, auf dem gleichen Campingplatz übernachten? Besser die wie wir…

findet ihr unser Knutschi in den franz. Womos?

Auf dem Weg zur Abby sieht man sie sehr schön über den See und es gibt super Fotos. Eigentlich haben wir diese schon im Kasten und wollen wir wirklich noch hinein? Wir schlendern bis zum Kassenhäuschen und lesen, dass es 14 € Eintritt pro Person kosten würde. Irgendwie sind wir gar nicht mehr so erpicht drauf, auch die Innenansicht zu sehen und entschliessen, dass wir das Geld lieber im Souvenirshop ausgeben. Ich erstehe mir endlich einen tollen Irland-Pullover, so dass ich nicht immer mit meinem angeschriebenen Scotland herumlaufen muss. Grün ist doch viel schöner, oder?

Nach der Abby habe ich einen Campingplatz im Visier, der mir empfohlen wurde und nur gerade 10km vom Kloster weg liegt. Auf dem Weg verfahren wir uns zwar noch kurz und als wir endlich den ersten und einzigen Wegweiser direkt zum Eingang des Platzes sehen, stutzen wir noch ein wenig. Hier runter, dieses steile, holprige Strässchen? Und das einzige was wir sehen, ist die Reception? Aber kein Stellplatz?

Kloster Kylemore Abby

Na gut, wir riskieren es, melden uns bei der netten, älteren Dame korrekt an, bekommen einen Zettel und wir sollen einfach dem Strässchen folgen. Und dann plötzlich taucht er vor unserer Nase auf, direkt am Meer, Wiesengelände und zwischendurch geschotterte oder asphaltierte Stellplätze. Wow, einfach wieder super! Ich werde jeden Tag grösserer Fan von irländischen Campingplätzen. Warum freistehen, wenn es so tolle Plätze am Ende der Welt gibt?

Als wir zwischen den wiesenbewachsenen Hügel endlich einigermassen gerade stehen, macht Anita noch den Rest des Haushaltes. Putzt Bad, Wohn- und Schlafzimmer, inklusive Küche und keine 30 Minuten später ist alles blitzeblank. Wenn man dies alles zu Hause im Haus machen müsste, wäre man Tagelang am Arbeiten, aber hier? Darum ist Womofahren so toll, denn jetzt sitzen wir vor dem Womo, schauen auf’s Meer hinaus und geniessen die Sonne (und den neuen Pulli).

Tagesetappe

  • 207km
  • 9,7 l Durchschnittsverbrauch
  • 44km/h Durchschnittgeschwindigkeit
  • 4:36 h Fahrzeit

Übernachtung

Tully - Renvyle Beach Caravan*****
Stellplatz

wie frei stehen und trotzdem die gesamte Infrastruktur

Koordinaten: 53.606070,-9.982261
letzter Besuch: 5.2019

15.5.2019 - Miar sind au nid in dr Abbey dinna gsi.

Mathias und Anna-Töna


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