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E-Vignette mit typischem Schweizer Kompromiss

In der Schweiz soll 2022 die elektronische Vignette kommen. Für uns Womofahrer gar nicht schlecht.

Der Bundesrat hat gestern dem Parlament eine Gesetzesänderung vorgeschlagen. Und dazu kommt es wieder zu einem typischen Schweizer Kompromiss. Obwohl es bis 2022 noch drei Jahre geht, will man die E-Vignette erst so spät einführen und die alte klebende aber auch noch behalten. Der Wiederstand, die alte Klebevignette abzuschaffen, war einfach zu gross unter den Politikern. Man könnte meinen, sie hätten Mühe, sich an neues zu gewöhnen. Man kann also wählen, ob man kleben will oder Online-Formular ausfüllen. Aber warum muss man dann noch kleben können? Ein App oder Registrationsautomat an der Grenze würden doch völlig reichen, oder? Aber in der Schweiz ist es eben wichtig, dass alle zufrieden sind, auch die Klebefreunde ;-)

Aber darüber sehen wir mal hinweg, die meisten werden sicher die E-Vignette ordern, denn die hat einen Vorteil: sie ist an das Nummernschild gebunden! Bei einer Wechselnummer spart man 40.- für die zweite Vignette. Funktioniert natürlich nicht mit einem Anhänger… Aber das mit der Autonummer ergibt ungeahnte Vorteile: wir wohnen ja ziemlich nahe an der österreichischen Grenze und wir haben dort im Frühling mit einiger Mühe das elektronische Pickerl für unser Knutschi erstanden. Aber ganz ehrlich, wir waren jetzt mehr mit unserem PW auf den österreichischen Autobahnen unterwegs wie mit dem Womo. Und das ist schon ein Vorteil. So glaube ich, dass der grösste Vorteil bei dieser elektronischen Vignette wirklich bei uns Wohnmobilisten ist, da doch sehr viele eine Wechselnummer haben.

Auch entfällt so anfangs Januar das mühselig wegkratzen von der Windschutzscheibe.

Allerdings gibt es auch einen entsprechenden Nachteil: man kann an seinem Womo nicht mehr einfach die Vignetten zählen und weiss dann, wie alt es ist.

Ach ja, der Bund nimmt jährlich rund 360 Millionen Franken mit der Vignette ein und dieses Geld wird für Bau, Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen eingesetzt.Dafür druckt er ca. 10 Million Vignetten à 7g ergibt stolze 70t Vignetten pro Jahr.


16.8.2019 - Hallo, nicht übertreiben, es sind 7 Tonnen , ist doch auch genug Müll, oder?

Karl Büsing


16.8.2019 - Steh ich jetzt auf dem Schlauch? 10 Millionen mal 7 Gramm ergibt doch 70 Millionen Gramm. Geteilt durch 1000 ergibt 70'000 kg und das sind 70t, oder?

Rolf


17.8.2019 - Hallo ihr Beiden, egal ob 70 oder 7t, es klingt beides nach viel Umweltbelastung. Mathematisch sind natürlich 70 richtig ;-) Leider übersieht man da immer die elektronischen Kosten, den 365 Tage Serverbetrieb und Datenverarbeitung für Registrierung und Überwachung sind auch nicht ohne, das wird oft unterschätzt (siehe Bitoin). Das ist genau wie mit den E-Autos. Im Fahrmodus und bei Ökostromladung ein super Umweltabdruck, sobald man aber Herstellung der Batterien mit der dazugehörigen Lithiumgewinnung teilweise durch Kinderarbeit und die anschliessende Entsorgung der ausgedienten Batterien einberechnet, schaut auch hier die Sache ganz anders aus. Ist aber nur mein Blickwinkel. LG von den Reisezäpchen aus dem hohen Norden in den Süden.

- Markus


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