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Reisebericht

Weekend in Bad Waldsee 17.8.2019

Kurz entschlossen fahren wir nach Bald Waldsee und geniessen die lokalen Sehenswürdigkeiten.

Freitag abends haben wir plötzlich die Idee, wir könnten ja einmal das Erwin Hymer Museum besuchen. Und da Bad Waldsee nicht ganz so weit von uns liegt und dazu auch noch eine Therme hat, ist der Entschluss gefasst und wir cruisen Samstag morgens los.

Mit dem letzten Tropfen schaffen wir es noch zum Grenzübergang Hohenems und der dahinterliegenden Tankstelle. Schliesslich ist der Diesel hier um einiges günstiger wie in der hochpreisigen Schweiz. Nach dem Füllen weiter nach Deutschland und schon eine Stunde später fahren wir auf den Stellplatz.

Stellplatz Bad Waldsee

Der Platz hat 39 sehr breite Stellplätze und ist fast schon voll belegt. Aber wir können unser Knutschi noch problemlos hinstellen, sind die Plätze doch mindestens 8m breit, platz auch für die Markise, Stühle und Tische. Man würde sogar zwei Womos auf einen Platz hinstellen können. Die 6€ Stellplatzgebühr und 2€ Kurtaxe pro Person sind am Automaten schnell mit einem 10 € Schein bezahlt und wir sind eingecheckt. Auch die Entsorgung ist sehr zweckmässig und einfach mit grossem Platzangebot, so sollte ein perfekter Stellplatz sein. Kein Schickimicki, kein Sanitärgebäude, aber ruhig und viel Platz, einfach perfekt.

Das Städtchen

Mit dem Fahrrad brausen wir danach Richtung Städtchen, klar, wir hätten auch zu Fuss gehen können, ist schliesslich nicht weit, aber mit dem Fahrrad sind wir einfach etwas mobiler. Das Städtchen ist sehr schön gemacht, grosse Fussgängerzone, viele kleine Einkaufsmöglichkeiten und viele kleine Beizchen. In der Eisdiele machen wir es uns bequem und schlürfen einen grossen Eisbecher mit echtem italienischen Eis. Danach bestaunen wir die schönen Dirndl und überlegen uns, eines für Anita zu kaufen, was wir aber schliesslich bleiben lassen. Stattdessen machen wir eine Runde um den sehr schönen Stadtweiher, der noch ziemlich gross ist.

Der kurze Abstecher zum Radsportgeschäft Rolf Gölz, einem ehemaligen Teamkollegen an der Tour de France von mir, bringt leider keine Früchte, er hat am Samstag Nachmittag geschlossen, schade. Aber daneben liegt gleich das Erwin Hymer Museum, dessen Besuch wir aber auf morgen aufsparen.

Therme Bad Waldsee

Denn der Thermenbesuch ist angesagt. Vom Stellplatz wenige hundert Meter bis zum Eingang, dort gleich noch das Gästeformular ausfüllen für die Gästekarte von Bad Waldheim, denn so haben wir auch in der Therme noch einen vergünstigten Eintritt. Schliesslich bezahlen wir nach 18 Uhr nur noch 8.50€ Eintritt pro Person und geniessen die Bäderlandschaft bis es dunkel ist. Dampfsauna, 37 Grad warmes Aussenbecken und Sprudelbäder, alles was das Herz begehrt. Die etwas weniger warmen Bäder lernen mich nicht kennen, die sind für mich einfach zu kühl, aber das ganz warme ist grad richtig.

Irgendwie schon cool, wenn es bei uns in der Gegend so ein wohnmobilfreundliches Städtchen mit all den Möglichkeiten gibt. Warum sind wir eigentlich nicht schon viel früher hier mal gelandet?


Externe Links

Übernachtung

Bad Waldsee - Therme*****
Stellplatz

sehr breite Plätze, ruhig, direkt bei der Therme

Koordinaten: 47.914297,9.760335
letzter Besuch: 8.2019

Besuch im Erwin Hymer Museum 18.8.2019

Ein Muss für jeden Wohnmobilisten, sehr interessant und wirklich schön.

Da wir in Bad Waldsee stationiert sind, ist es wohl klar, dass wir auch das Erwin Hymer Museum besuchen. Vom offiziellen Stellplatz sind es ca. 4 km bis zum Museum, der Ortsbus fährt jede Stunde, mit dem Rad ist die Tour angenehm, aber ziemlich schlecht oder besser gesagt, gar nicht beschildert. Man kann auch mit dem Womo zum Museum fahren, extra gratis Womo-Parkplätze vor dem Museum, wo auch das Übernachten erlaubt ist, man muss also nicht unbedingt beim Stellplatz an der Therme übernachten. Allerdings ohne Ver- und Entsorgung, aber sonst ziemlich schön gelegen.

Parkplatz vor dem Museum

Von aussen macht das Gelände einen grosszügigen, weiten Eindruck, das Gebäude des Museums sieht wie ein grosses Wohnmobilfenster aus. Erst hier wird uns bewusst, dass Bad Waldsee das Zentrum des gesamten Hymerkonzerns ist.

In der Eingangshalle sticht sofort der Bereich des Shops ins Auge. Ich bin ja kein Fan von Souvenirshops, aber da hat es echt ein paar coole Bücher im Angebot, die ich bisher noch nirgends gesehen habe, und ja, selbstverständlich handeln alle über Camping und Wohnmobile.

Immer Sonntags um 14 Uhr (und Donnerstags 17 Uhr) gibt es für 4 € pro Person eine Führung, wir erwischten Max als Guide, einem Hymermitarbeiter der ersten Stunde, seit 1959 bei Hymer angestellt und inzwischen in Rente. Diese Führung darf man auf keinen Fall verpassen, unbedingt mitmachen, da gibt es so viele und tolle Infos, da ist die Ausstellung noch viel interessanter.

einfach schöne Fahrzeuge

Bevor der Rundgang beginnt, tritt man durch eine dunkle Passage, wo in Türen Filmsequenzen laufen, wie Familien vor dem Urlaub ihre sieben Sachen zusammenpacken, witzig gemacht und wir erkennen uns selber…

Und dann geht es los! Das erste Objekt ist der erste in Deutschland hergestellte Wohnwagen (1931) von Arist Dethleffs, dazumal hiess es noch Wohnauto. Übrigens dazumal schon mit integrierter Waschmaschine, einem im Boden integrierten Bottich, der mit Wasser, Wäsche und Seife gefüllt wurde, Deckel drauf und nach der Fahrt war die Wäsche sauber. Luxus, den wir heute in den Wohnmobilen nicht mehr haben…

Anitas Favorit mit Dachterasse

Dann geht der Rundgang den Berg hoch, vorbei an alten Wohnwagen, gezogen von fantastischen Oldtimern und gewürzt mit interessanten Geschichten von Max. Es gäbe so viele Höhepunkte zu erzählen, aber Gertrude aus dem Jahr 1930 als englischen Wohnmobil war mein Favorit, währenddem Anita das Mikafa Reisemobil de Luxe aus dem Jahr 1959 inklusive Leiter zur Dachterrasse favorisierte.

Es ist wirklich ein total begeisterndes Museum, das übrigens von der Erwin Hymer Stiftung getragen wird und dadurch ausdrücklich verbietet, aktuell zu kaufende Wohnmobile zu zeigen, es ist also garantiert keine Kaufveranstaltung! Sind darum so wenige Hymer Womos zu sehen? Die Restauration dieser antiken Reisemobile und Wohnwagen sind zum grossen Teil von pensionierten Mitarbeiter oder Auszubildende fachmännisch durchgeführt worden. Herzlichen dank all diesen geopferten Stunden!

Gertrude sieht innen doch einfach toll aus

Dieses Museum ist für die gesamte Familie super geeignet und für jeden Camper sehr interessant. Die Führung dauerte rund eine Stunde, wir hatten vorher den gesamten Rundgang in rund 70 Minuten absolviert, aber zwei Stunden sollte man insgesamt schon einberechnen!

Nach einer Stärkung im Restaurant verliessen wir Bad Waldsee und den Hymer Konzern sehr zufrieden und irgendwie sind wir heute Hymer-Fans geworden!

Ach ja, das Museum liegt nur rund knapp 50km hinter dem Bodensee...

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