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Quirange Schottland 2016
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Reisebericht

Camping Maloja – Stand up paddling 20.6.2019

Ein Natur-Campingplatz mit Charme

Anita auf dem Silsersee

Gegen 10 Uhr fahren wir zu Hause bei schönstem Wetter Richtung Engadin ab. Allerdings schon in Chur beginnt es zu regnen. Schöner Mist, aber egal, wir fahren danach über den Julierpass runter nach Silvaplana, das Wetter ist dort leicht besser, aber eigentlich nicht so, wie wir es vom Engadin gewöhnt sind. Irgendwie ist doch hier immer das bestmögliche Wetter der Schweiz, je nachdem wo die Sonne scheint hat das Engadin doch das Wetter der Alpensüdseite oder wenn auf der Alpennordseite besser ist, halt das Wetter von dort. Heute regnet es aber anscheinend ziemlich überall. Nach dem Silsersee kurz vor Maloja zeigt ein Campingwegweiser links in ein schmales Strässchen.

Camping Maloja

Diesem idyllisch gelegenen Weg folgen wir einen Kilometer dem See entlang bis wir zu einer kleinen, schönen Bucht kommen und den Campingplatz 100m weiter oben erblicken. Schnell sind wir dort an der Rezeption, melden uns an und können einen freien Platz nach unserem Geschmack wählen.

die kleine Bucht beim Campingplatz

Es sieht nach einem kleinen, unkomplizierten Campingplatz aus. Nicht so pikfein, wie wir das eigentlich hier rund um St. Moritz erwartet haben. Es stehen einige Segelboote, Surfbretter etc. in der Nähe der Rezeption und auf der Wiese Wohnwagen, Wohnmobil, Zelte und Pickups mit Dachzelt wild durcheinander. Und was uns auf den ersten Blick auffällt: es stehen auch einige Zelte im angrenzenden Wald, was wir echt cool finden. Die Eltern im Wohnmobil und die Kinder mit dem Zelt im Wald. Wie genial ist das denn? Überhaupt fällt uns dann auf, dass hier weder eingezäunt noch die Grenze des Campingplatzes irgendwo markiert ist, der Übergang von Wild campieren und Campingplatz ist hier fliessend.

auch die Zelte gehören zum Campingplatz

Als die Sonne kurz nach unserer Ankunft wieder hervorkommt machen wir einen kleinen Spaziergang um das Gelände. Ein Bächlein fliesst dem Campingplatz entlang und mündet in der Bucht in den Silsersee. Es ist eine perfekte Badebucht, wenn nur der See jetzt nicht so kalt wäre (12Grad). Ein grosses Indianerzelt mit super Grillstelle gibt es auf dem Gelände auch noch und gleich daneben sehe wir noch eine Übungstafel des Vita-Parcours. Klar, diesen werden wir dann auch mal noch machen, wir haben uns ja vorgenommen, diese Woche etwas Sport zu treiben.

Stand up paddling

Allerdings empfiehlt uns Claudio, der Juniorchef, möglichst schnell eine Tour mit den Stand up paddling zu machen, es sei grad so schön windstill. Also sind wir punkt halb drei mit Badehose und T-Shirt bekleidet in der Bucht, wo wir in 5 Minuten ein paar Instruktionen bekommen und dann mit diesen aufblasbaren High-Tech-Surf-Bretter-mit Paddel schon alleine auf den See raus fahren.

Es ist echt genial und es macht riesig Spass. Anita wollte dies schon lange mal ausprobieren und sie ist total begeistert. Der See ist ganz ruhig und wir haben die Paddel-Technik ziemlich schnell einigermassen im Griff. Am anderen Ende des Sees sehen wir eine Insel und schnell beschliessen wir, diese anzusteuern. Kurz vor dieser Insel merken wir dann aber, dass wir Rückenwind haben und es vielleicht besser ist, mal zu testen, wie schnell wir vorwärts kommen, wenn der Wind von vorne bläst. Tja, wie vermutet sinkt unsere Geschwindigkeit und wir wählen dann eine Route nahe dem Ufer. Gut gewählt, denn der Gegenwind wird immer stärker, dunkle Wolken ziehen sich im Himmel zusammen und es fallen die ersten Regentropfen.

Pause unterwegs

Wir paddeln wie verrückt aber schön aufpassen, dass wir nicht ins kalte Wasser fallen. Zweimal stürze ich leicht aufs Brett, aber nicht ins Wasser! Und als wir dann nach 90 Minuten endlich wieder beim Campingplatz sind, merken wir unsere Muskeln an den Armen und auch an den Beinen und Füssen vom dauernden ausbalancieren. Es könnte echt noch ein gutes und gesundes Training sein. Anita ist total begeistert und schaut sich schon um, wo sie so ein Stand up paddling kaufen kann, am Besten aufblasbar, so dass wir so ein Ding im Womo mitnehmen könnten. Wenn wir überlegen, an wie viel Seen oder Meer wir schon gestanden sind, wo wir mit so einem Brett das Ufer entdecken hätten können… Es könnte echt nicht mehr lange dauern, und wir besitzen so etwas.

Aber mit dem Wetter haben wir Glück, den kurz nachdem wir sehr zufrieden am Womo ankommen, schüttet es fast zwei Stunden wie aus Kübeln. Uns aber egal, wir sitzen ja drinnen…

Pizza

Als wir uns an der Campingplatz-Rezeption angemeldet haben, sahen wir natürlich auch das kleine Campingrestaurant und hinten einen tollen Holz-Pizzaofen. Und da ist es ja auch klar, dass wir uns für das Abendessen schon mal einen Tisch reservieren wollen. Es wird hier entweder um 18 oder um 20 Uhr gegessen, also wählen wir 20 Uhr und freuen uns schon jetzt auf die Pizza.

Das Campingstübli

In der Zwischenzeit haben wir vernommen, dass es hier in dem kleinen Campingrestaurant die beste Pizza des gesamten Tals geben soll. Da sind wir ja mal gespannt. Und wir werden nicht enttäuscht! Wir kennen zwar nicht alle Pizzerias des Tals, aber dass diese zu den besten gehört, ist nach heute Abend schon klar. Jetzt sind wir vollgegessen im Womo und freuen uns auf morgen.

Tipp

Der Campingplatz lohnt sich für Wassersportler, Ruhesuchende, Wanderer und Biker und ist absolut genial, wenn man Kinder hat, die im eigenen Zelt schlafen wollen, denn die dürfen nicht nur vor dem Womo zelten. Falsch am Platz sind die Glamping- und Wellnesssuchenden, die ein pikfeines Restaurant erwarten. Das hier ist eher etwas für die Naturfreaks…

Negativ

Irgendetwas Negatives müssen wir ja auch noch schreiben, wir können nicht immer nur das Positive erwähnen, allerdings müssen wir da schon sehr suchen. Der Campingplatz sieht vielleicht nicht ganz so strukturiert aus wie all die parzellierten mit Blumenrabatten, aber vielleicht gerade das macht den Charme aus.

Und vielleicht noch etwas: will man nicht den angebotenen Brötchenservice benutzen, sondern selber einkaufen gehen, sind es zu Fuss etwa 1.5km. Tja, aber das ist wirklich schon alles…

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

Externe Links

Übernachtung

Bregalia - Camping Maloja***
Camping

Super Lage, freundliche Betreiber und total in der Natur am See

Koordinaten: 46.406170,9.710534
letzter Besuch: 6.2019

Camping Silvaplana und Kitesurfen 21.6.2019

Wir probieren uns in einer neuen Sportart, stehen aber schon wieder direkt an einem See.

Bevor wir heute von Maloja nach Silvaplana losfuhren, klingelte noch mein Handy. Herr Steiner, Brand Manager der Marke Engadin, war am Apparat. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Es ist jeweils meine Art, wenn mich etwas stört, dass ich mich melde und weitere Infos oder Gründe anfordere. So schrieb ich vorgestern dem Toruismusbüro Engadin kurzerhand ein Email, betreffend Campingplätze, fehlenden Stellplätzen und Campingverbotstafeln im Engadin und die Anfrage, ob ich nicht mit einem Verantwortlichen darüber einmal reden könnte. Und dann schon heute Morgen ruft mich der Chef persönlich an. Nur schon mal das finde ich ein super Service, denn meine Telefonnummer musste er selber raussuchen, die gab ich im Mail gar nicht an. Dann wurde es tatsächlich ein längeres, sehr konstruktives Gespräch, das mir viel Mut und Zuversicht für den Besuch von Wohnmobilsten im Engadin gibt. Dazu aber später mehr, wenn die Ideen spruchreif sind.

Also fahren wir mit Verspätung in Maloja los, werden unterwegs noch bei einer Baustelle für fast 30 Minuten blockiert und treffen so viel zu spät in Silvaplana ein. Wir fahren dort vor die Campingplatzrezeption und werden freundlich angewiesen, wir sollen uns irgendwo einen freien Platz suchen, uns hinstellen und ab 15 Uhr hier anmelden. Das kommt uns sehr gelegen, denn wir rennen direkt zur Kite-Schule Schweiz los, die direkt neben dem Campingplatz liegt.

Kitesurfen

Ich habe mich im Vorfeld dieser Reise für einen Kurstag überreden lassen. Wir können weder Windsurfen, noch Gleitschirmfliegen, noch normal Surfen, was sollen wir denn da mit Kitesurfen wollen? Aber da wir für neues offen sind, sind wir einfach gespannt.

Zuerst gibt es Theorie, Erklärungen über Wind und fliegen, wie sich Winddrachen verhalten, wer wann wo Vortritt hat, was Lee und Luv ist, auch Steuerbord und Backbord sollten wir nun wissen. Sogar die Theorie war echt interessant und was mich besonders erstaunt, auch hier ist alles geregelt. Wo man Kitesurfen darf, wo die Ausstiegs- und Einstiegszonen sind, wo die «Freien»-Kite-Surfer ihr Revier haben, wo die Schüler, und wo gar niemand darf. Also nichts mit Hippie und einfach drauflos und sich an keine Regeln halten. Die grosse Freiheit ist auch auf dem Wasser vorbei! Nur das Wetter spielt nicht so ganz mit. Ziemlich kalt, und fast windstill. Wir sollen uns aber keine Gedanken machen, um 13 Uhr wird der Südwind von Maloja her anziehen, das sei immer so, erklärt uns Thomas, unser Lehrer.

Weil der Wind auf sich warten lässt, kriegen wir dann einen leichten, top-Modernen Gleitschirm, äh, Kite, den wir nun vorbereiten können. Wir ziehen ein Gstälti an, Thomas startet den Schirm hoch in die Luft und während der Schirm hoch oben (24m) schön ruhig in der Luft fliegt, wird er von Thomas zu mir umgebunden, so dass ich nun alles selber machen kann. Der Schirm ist an meinem Körper via zwei Leinen verbunden, dazu habe ich einen «Steuerknüppel» in der Hand, der die zwei Steuerseile dirigiert. Es ist wirklich faszinierend, wie präzise sich dieser Schirm steuern lassen kann, wie man die Kraft so lenken kann, dass ich problemlos mit nur einer lockeren Hand alles im Griff haben oder dann auf voll Power, dass ich den Schirm fast nicht mehr halten kann und es mich fast vom Boden abhebt. Und dann ist Anita an der Reihe und wieder wird der Schirm von mir zu Ihr umgebunden, ohne dass er zu Boden fliegt.

Auch Anita hat alles super im Griff, so dass wir nun schon Notfälle simulieren können. Sobald man alles loslässt, fällt der Schirm zu Boden. Wird es ganz brenzlig, kann man ihn vom Gstälti auch unter Voll-Last innert Sekunden lösen. Echt Hightech!

Am Nachmittag haben wir dann Level 1 der standardisierten Ausbildung abgeschlossen und könnten bei Level 2 irgendwo auf der Welt weitermachen. Dann sind die ersten Wasserübungen an der Reihe und bei Level 4 kann man schon auf dem Brett auf dem See hin und her fahren. Machbar innerhalb einer Woche.

Anita und ich haben aber momentan nicht grad so Lust, mit den Wasserübungen zu beginnen, es regnet leicht und ist sau kalt. Also machen wir die Theorie-Prüfung, 24 Fragen zur Sicherheit, Lee und Luv und viele anderen Dinge, die wir souverän bestehen.

Ich habe jetzt eine Kitebording Licence mit Nr. 50097277X, Level 1 mit Theorie. Alleine aufs Wasser und Ausrüstung mieten darf man erst, wenn man Level 4 mit Theorie hat, vorher nur alles mit ausgebildetem Lehrer.

Die gesamten Vorschriften bei dieser jungen Trendsportart überraschen mich echt und ich werde diese «Hippis» ab jetzt mit anderen Augen anschauen.

Camping Silvaplana

Nach diesem Kurs finden wir dann endlich Zeit, uns beim Campingplatz anzumelden, im Campingshop einzukaufen und einen Rundgang zu machen. Auch dieser Campingplatz überrascht uns! Ein sehr schönes Campinggebäude und die Lage direkt am See zum Teil unter Bäumen ist einfach top. Es gibt keine Parzellen, man kann sich hinstellen, wo es Platz hat. Ist ja klar, dass wir den schönsten Platz grad für uns beanspruchen, direkt am grünen Silvaplanersee auf einer Wiese.

Der Campingplatz ist auf ein sportliches Publikum und besonders auf Wassersportler ausgerichtet. Natürlich perfekt für Kite-Surfer, da daneben grad ein perfekter Ort mit der Schule und der gesamten Infrastruktur haben. Alle Wohnmobile im nördlichen Teil (nahe an der Kiteschule) haben Surfbretter und Kite-Segel geladen und die anderen haben mindestens Mountainbikes dabei. Aber auch Stand Up Paddling können gemieten werden und die Tennisplätze und schönen Sportanlagen liegen bei der Kite-Schule. Für Kinder gibt es dort übrigens eine tolle, kleine Bikerunde mit Steilwandkurven künstlichen Hügeln.

Überrascht sind wir auf diesem Campingplatz, dass man am Abreisetag bis Abends bleiben darf und nicht mittags schon draussen sein muss, auch während der Hochsaison. Das finden wir einfach toll und müsste viel mehr verbreitet sein. Auch cool ist, dass man sich so platzieren kann, wie man will, da es keine Einteilung gibt. In der Hochsaison kann es dann aber schon mal eng werden, aber dann rückt man einfach zur Seite und gibt einem Gast mehr, die Möglichkeit hier zu schlafen.

Aber auch wir fühlen uns wohl hier (sind wir jetzt Sportler oder doch eher Geniesser?), der Weg ins Dorf beträgt nur wenige 100m und zwei Restaurants befinden sich grad neben dem Campingplatz. Was will man eigentlich mehr (ausser momentan etwas wärmeres Wetter)?

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

Übernachtung

Silvaplana - Camping Silvaplana****
Camping

nicht parzellierte Stellplätze, direkt am See

Koordinaten: 46.456116,9.793226
letzter Besuch: 6.2019

Camping Morteratsch – Themenpfad Gletscherweg 22.6.2019

Bei strömendem Regen geniessen wir die Bergwelt und ein richtiges einheimisches Fondue.

Die ganze Nacht prasselt es auf das Womodach, und zwar nicht zu knapp. Auch morgens geht es im gleichen Stil weiter und als wir um Mittag auf dem Campingplatz Morteratsch ankommen, immer noch das gleiche Bild. Uns macht es ja eigentlich nichts aus, nur schade, dass wir heute den geplanten Ausflug zum Klettersteig nicht unternehmen können. Ich hätte mich so darauf gefreut, aber bei diesem Wetter hat es absolut keinen Sinn und wäre auch gefährlich. Also erholen wir uns im Womo.

Camping Morteratsch

Um 14 Uhr halte ich es dann aber doch nicht mehr aus, ich ziehe die kurzen Hosen an und erkunde barfuss mit Pelerine und Fotoapparat den Campingplatz. Der Campingplatz ist riesig inmitten von kleinen und grossen Bächen, Trampelpfaden, Waldlichtungen, Auen und kleinen Seen inmitten einer grandiosen Bergwelt, wenn man sie denn sehen könnte. Dazwischen immer wieder kleine Platznummern in der Wildnis, wo anscheinend wieder ein Zelt- oder Stellplatz wäre. Irgendwie schon komisch, ich stellte mir das Engadin immer so mondän und edel vor, wie es eben St. Moritz verkörpert, aber die Campingplätze bisher sind eher wild, einfach und sympathisch.

unser Platz heute

Als ich dann die Sanitärgebäude inspiziere sehe ich plötzlich einen Wegweiser zur Sauna. Wow, das wäre jetzt aber gar nicht schlecht bei diesem Regen. Die Sauna kann zu zweit oder viert reserviert werden und dann hat man von innen einen grandiosen Ausblick bis zum Piz Palü. Gerade als ich sie reservieren will, hört der Regen auf und die ersten blauen Flecken zeigen sich am Himmel.

Also gehe ich ziemlich durchnässt zum Womo zurück und bespreche mit Anita, was wir nun um 16 Uhr noch machen sollen.

Themenpfad Gletscherweg Morteratsch

Der Entscheid ist schnell gefällt, wir ziehen die Wanderschuhe an und wollen den Themenpfad Gletscherwelt begehen. Vor acht Jahren waren Anita und ich das letzte Mal auf dem Morteratschgletscher, um Steigeisen laufen und Seilhandhabung zu üben und das wäre ja jetzt die Gelegenheit um zu schauen, wieviel sich der Gletscher zurück gezogen hat.

Der Weg zum Gletscher

Vom Campingplatz laufen wir einen Kilometer durch die Natur zur Bahnstation Morteratsch, von wo der Gletscherpfad startet. Der schöne Spazierweg (Wanderschuhe sind überdressed) führt von der Bahnstation bis zum Gletscher und unterwegs stehen 16 Informationsstellen zum Gletscherschwund. Es ist eindrücklich, wie weit die Infotafeln von jeweils 10 Jahren Zeitdifferenz auseinander stehen. Der Gletscher hat sich in den letzten Hundert Jahren fast 3km zurückgezogen und ganz eindrücklich wird es dann ab dem Jahr 2000. Da stehen die Tafeln alle 5 Jahre und als wir bei der Tafel 2015 ankommen trifft mich fast der Schock. Etwa hier haben wir beim letzten Besuch die Steigeisen auf dem Gletscher montiert und jetzt sieht man den Gletscher nicht mal mehr von hier aus. Unsere Gletschertour von damals, notabene nur acht Jahre her, würde jetzt komplett auf Fels stattfinden! Schon wahnsinnig und macht extrem nachdenklich.

vor acht Jahren war diese Stelle noch mit etwa sieben Meter Eis bedeckt, und jetzt sieht man den Gletscher kaum noch

Ich glaube, jeder sollte diesen Themenpfad Gletscher mal ablaufen, oder mit dem MTB abfahren. Das gratis-App auf dem Handy kann bei jeder Infotafel mit Geschichten und Wissenswertes über die Gletscher abgespielt werden. Die Geschichten erzählen Anekdoten, Gedichte und Tour-Berichte aus verschiedensten Zeitepochen. Kinder können in der einzigartigen Gletscherwelt den Geschichten des Morteratsch-Kinderbuchs "Sabis grosser Traum" folgen und dabei spannende Eindrücke sammeln. Die Kinder bekommen ein Mini-Buch, das eine Geschichte erzählt und Aufgaben beinhaltet. Die Aufgaben können Schritt für Schritt auf dem Wanderweg Richtung Morteratsch-Gletscher gelöst werden. Auf dem Weg befinden sich mehrere Informationsstellen mit Stempelbuttons, wo die Kinder im Buch Prägungen sammeln können. Am Ende der Tour und wenn alle Prägungen gesammelt wurden, kann das Heftlein mit der Lösung bei der Tourist Information Pontresina vorgezeigt werden und die Kinder erhalten eine kleine Überraschung. Die Büchlein sind beim Camping Morteratsch erhältlich.

Der Weg ist übrigens problemlos auch für Wandermuffel zu machen, er ist gut ausgebaut, aber man muss sich bewusst sein, dass er eben doch auf knapp über 2000m liegt und die Luft schon etwas dünner ist.

Will man den Gletscher aber auch bestaunen können, ist eine Wanderung zur Boval-Hütte oder die Fahrt mit dem Bähnchen zur Diavolezza-Bergstation wohl die besser Wahl. Denn von unten sieht man den Gletscher einfach nicht mehr wirklich, er ist verschwunden…

Regen- und Schmelzwasser

Als wir nach knapp zwei Stunden wieder beim Womo zurück sind, wechseln wir unsere Schuhe und ab ins Reschti, wo wir uns ein wirklich gutes Käsefondue gönnen und den Tag zufrieden ausklingen lassen.

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

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Übernachtung

Morteratsch - Camping Morteratsch****
Camping

tolle Lage für Berg- und Naturbegeisterte

Koordinaten: 46.461459,9.935314
letzter Besuch: 6.2019

Klettersteig La Resgia 23.6.2019

Wir haben viele Möglichkeiten auf dem Camping Morteratsch und entscheiden uns für einen Klettersteig.

ist schon cool

Es ist so schön herrlich, am Sonntagmorgen bei einem plätschernden Bergbach einfach liegen zu bleiben, obwohl man genau weiss, dass es draussen schon lange hell ist. Als wir dann doch unter der Bettdecke hervorkriechen, duschen und im Camping-Shop feine Gipfeli kaufen, frühstücken wir ohne Stress. Das Wetter ist noch bewölkt, noch nicht ganz so gut, wie die Wettervorhersage eigentlich hatte.

Was machen wir heute? Eine Wanderung zur Boval Hütte SAC und auf die Gletscherwelt runterschauen oder doch ein Spaziergang zur Diavolezza Talstation und mit der Gondelbahn auf 3000m hochfahren und die Gletscher von dort bewundern? Beides haben wir früher schon gemacht, auch eine Zugsfahrt über den Berninapass zur Alp Grüm wäre eine Möglichkeit, aber Fondue assen wir schon gestern, und so entscheiden wir uns, am Nachmittag das Formel 1 Rennen im TV zu schauen.

Falsch gedacht! So eine schöne Bergwelt vor der Womotüre und TV schauen geht ja gar nicht. Nein, wir radeln die 3km vom Campingplatz flach auf dem schönen Spazierweg nach Pontresina und wollen dort im Bergsteigergeschäft «Go Vertical» ein Klettersteigset mieten. Das Geschäft hat eben auch Sonntags ab 14 Uhr offen und wir lassen uns grad noch etwas beraten. Da wir Gstältli, Helm und gute Bergschuhe selber haben, müssten wir nur ein Klettersteigset und Handschuhe mieten. Daraus wird aber nichts, denn durch die sehr freundliche und kompetente Bedienung kaufen wir schlussendlich das Klettersteigset, da es viel günstiger ist, wie gedacht. Danach radeln wir den einen Kilometer wieder zurück zum Werkhof, stellen unsere Räder dort ab und marschieren 15 Minuten zum Start des Klettersteiges «La Resgia». Dort ziehen wir unsere Ausrüstung an und checken alles. Die Info-Tafeln lesen wir auch durch, denn es sind schon Jahre vergangen, als wir zum letzten Mal so einen Klettersteig absolviert haben.

wie ein Pirat in einer Felswand.

Etwas mulmig ist uns schon, als wir die Felswand hochschauen…

Wir hacken uns im Stahlseil ein und beginnen, die Felswand entweder in mithilfe der Eisen-Stufen oder auf dem Felsen hoch zu klettern. Es geht ganz gut, und wir sind immer höher und höher, unter uns wird es aber auch immer tiefer und tiefer. Und dann kommen wir zu einer Leiter mitten in der Felswand. Das ist für uns die erste Mutprobe, denn die Leiter ist leicht überhängend und nur so mit dünnen Schrauben im Fels befestigt, dass einem Angst und Bange wird. Der Puls steigt rasant und als wir beide diese Hürde geschafft haben, müssen wir uns zuerst gesichert etwas hinsetzen, das war grad nicht ganz so ohne.

Nach der Rast geht es weiter, die Kletterpartieren werden etwas anspruchsvoller, aber zum Glück hat es ja das Sicherungsseil und auch viele Eisentritte, wo man doch etwas mehr Halt hat. Nach einer coolen Querpassage kommt ein Stahlseilnetz, wo wir hoch müssen. Innen oder Aussen? Richtigerweise Innen, was wir dann auch machen und ganz ehrlich, ich bin froh, als wir auch das meisterten.

nicht ganz ohne!

Der Klettersteig ist für unsere Verhältnisse ziemlich lang und wir sind dann ziemlich kaputt, als wir um halb fünf endlich den ersten Sektor geschafft haben. Wir waren fast zwei Stunden in der Wand. Nun könnte man noch 15 Minuten hochlaufen und den zweiten Teil des Klettersteiges absolvieren. Mit einer 15 Meter langen Seilbrücke im Fels und dem «Adlerhorst» als anspruchvollste Stelle. Wir könnten jetzt sagen, dass wir wegen der Gewittergefahr um diese Zeit nicht mehr weiter klettern, in Wahrheit sind wir aber einfach zu kaputt und mit der Müdigkeit steigt eben auch die Gefahr von Fehlern. Also brechen wir da ab und marschieren auf normalen Wanderwegen zur Alp Languard.

Der Klettersteig ist absolut genial mit einem unheimlichen Gefühl, wenn man ihn gemeistert hat. Wenn man viel in den Bergen unterwegs ist und mal Zeit hat, sollte man sich eine Ausrüstung mieten und dieses Erlebnis fühlen, es ist echt toll!

geschafft!

Wie berauscht kommen wir dann um 16:59 Uhr in der Bergstation an, die um 17 Uhr schliesst. Wir können gerade noch die Getränke bestellen und dann schliesst die Kasse. Die Sesselbahn läuft zum Glück noch bis 17:30 Uhr und so fahren wir danach glücklich und bequem wieder ins Tal zurück.

In Pontresina laufen wir noch an einem Eis-Stand vorbei, wo wir natürlich noch ein feines Glace kaufen, damit der einte Kilometer bis zu unseren Rädern noch etwas erträglicher wird.

als Belohnung ein Glace

10 Minuten später sind wir wieder bei unserem Knutschi und geniessen die warme Abend-Sonne, bevor sie dann um 20 Uhr hinter den Bergen verschwindet.

Ein absolut genialer Tag

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

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Übernachtung

Morteratsch - Camping Morteratsch****
Camping

tolle Lage für Berg- und Naturbegeisterte

Koordinaten: 46.461459,9.935314
letzter Besuch: 6.2019

Muottas Muragl, Gleitschirmfliegen und Camping Samedan 24.6.2019

Nochmals Action hoch in der Luft bis wir danach endlich mal grillen können.

Bei allerschönstem Wetter und blaustem Himmel erwachen wir heute. Keine Zeit, um sich da lange im Bett wälzen zu können, sondern raus in die Berge. Schon vor dem Frühstück ziehe ich los und mache ein paar wahnsinns Bilder von den verschneiten, schneeweissen Bergen, blauen Himmel und spiegelndem Bergseelein auf dem Campingplatz. Ich flippe fast aus, so schön ist das hier! Auf dem Rückweg hole ich noch frische Gipfeli im Shop und dann essen wir draussen gemütlich Frühstück auf 1900m.

so erwachen wir heute

Leider heisst es zusammenpacken und weiter, obwohl wir es hier noch einige Tage ausgehalten hätten. Aber unser heutiges Tagesziel, der TCS-Campingplatz in Samedan ist ja nur 8km weiter, also sind wir ganz schnell an unserem neuen Standort. Allerdings haben wir da nicht gross Zeit, denn wir montieren sofort die Wanderschuhe, lange Berghosen, Jacke, Sonnenbrille und Fotoapparat und laufen nur gerade 400m zur Talstation der Standseilbahn von Muottas Muragl. Wir haben dort um 11:30 Uhr einen Termin zum Gleitschirm fliegen! Ja, ihr habt richtig gehört, ich habe mich doch wirklich überreden lassen, dass Anita und ich einen Tandemflug mit dem Gleitschirm machen! Ist ja sau gefährlich nur mit einem solch dünnen Schirm weit in der Luft oben zu sein, auch wenn es die Versicherungen nicht mal als Risikosportart einschätzen. Was haben die sich denn gedacht dabei?

Gleitschirmflug

Peter und Davide erwarten uns schon bei der Talstation und jetzt gibt es keinen Rückzieher mehr. Ihre grossen Rucksäcke werden in die Bahn verladen und wir fahren danach schön gemütlich zur Bergstation hoch. Ein erstes flaues Gefühl im Magen macht sich breit, obwohl die beiden erfahrenen Piloten ganz beruhigt auf uns einreden und uns erklären, dass gar nichts passieren kann. Bei so perfekten Bedingungen wie heute müsse man einfach fliegen, da könne man doch nicht am Boden bleiben!

Anita vor dem Start gut gelaunt

Oben angekommen, geniessen Anita und ich die tolle Aussicht, währenddem unsere Piloten den Aufstieg zum Startplatz in Angriff nehmen. Wir machen Fotos von der herrlichen Aussicht über die Engadiner Seen und machen noch unseren Angst-Toilettengang. Danach nehmen auch wir den 400m langen Aufstieg noch unter die Beine und sind grad am Startplatz, als die Schirme ausgerollt werden. Wir ziehen Helm und Sitzgurten an und werden instruiert, wie wir uns beim Start verhalten sollen. Einfach gesagt: einfach rennen, auch wenn wir mal kurz in der Luft sind, weiter rennen, falls wir nochmals Bodenkontakt haben. Und das wars dann auch schon. Ich werde an Davide angeschnallt und dann an den Schirm, die Startbedingungen sind perfekt, Davide zieht mit einem Ruck den Schirm in die Höhe und gibt Zeichen zum losrennen. Nach kaum fünf Schritten spüre ich keinen Boden mehr unter den Füssen und wir sind in der Luft.

Davide erklärt mir, wie ich mich bequem in die Gurten setzten kann und dann geht es mit Aufwind immer höher und höher. Weit unter mir sehe ich dann Anita mit Peter starten und auch da lief alles glatt.

Blick auf die Engadiner Seen aus der Luft

In der Luft ist dann die Aussicht super und die Fluglage echt stabil und bequem. Hin und wieder geht es wie in einer Achterbahn mal rauf und runter, je nach Wind den wir erwischen, meistens aber schön ruhig geradeaus. Ich geniesse den Ausblick und das Fluggefühl und bin echt froh, dass ich mich dazu überreden liess. Anita und Peter haben uns inzwischen eingeholt und wir kreisen weit über der Bergstation von Muottas Muragl im blauen Himmel.

Plötzlich sagt mir Davide, ich solle mal die Steuerseile halten, seine GoPro Filmkamera habe keinen Akku mehr. Und während ich da verkrampft die Seile halte und möglichst keine Bewegung mache, wechselt er seelenruhig 1000m über Boden die Batterien und sagt mir, ich solle ruhig mal etwas dran ziehe. Rechte Seite ziehen, Rechtskurve, linke Seite ziehen, Linkskurve, beide Seile nach oben, schneller, beide nach unten, bremsen. Wie wenn das so einfach wäre…

In der Zeit, wo ich nicht gerade steuern muss, kann ich übrigens problemlos Fotos aus der Luft schiessen. Einfach genial!

Es ist wirklich fantastisch, auch während dem wir dann langsam runter Richtung Landeplatz gleiten. Auch die Landung verläuft problemlos und ich bin doch irgendwie froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Anita ist noch etwas froher, denn sie sieht nach der Landung ziemlich bleich aus. So ganz wohl ist ihr nicht mehr.

einfach herrlich, auf dem Bild sind Peter und Anita

Ich habe übrigens eine neue Geschäftsidee: Um die Lizenz für Partnerflüge zu erhalten, muss der Lernende unter anderem 40 Flüge mit Gleitschirmpiloten als Partner absolvieren. Nur: ein Gleitschirmpilot will ja viel lieber selber fliegen als nur als Anhängsel mitgenommen werden. Und da man als Flugschüler schon als Pilot zählt, könnte man ja die Flugschule beginnen und sich dann ausschreiben lassen, dass man als Partner mitfliegen würde. So müsste man sich keine eigene Ausrüstung kaufen und könnte in der ganzen Schweiz gratis solche Tandemflüge mitfliegen. Toll nicht, oder?

Egal, ich bin abgeschweift. Es war ein tolles Erlebnis und ein super Gefühl, so in der Luft wie ein Vogel umherzufliegen. Keinen Moment hatte ich Angst oder ein ungutes Gefühl. Nur Anita büsst es nun ein wenig, da ihr immer noch etwas schlecht ist… Aber bei solch einem Wetter empfehle ich jedem mal einen solchen Flug zu machen. Es fühlt sich viel sicherer in der Luft an, wie vom Boden aus. Uns (auch Anita) hat es echt gefallen!

TCS Camping Samedan

Nach der Verabschiedung laufen wir wieder zum nahen gelegenen Campingplatze und richten uns dort mit Grill draussen und Stühle unter den Bäumen ein. Der Campingplatz liegt zwischen Fluss und Hauptstrasse in einem kleinen Wäldchen. Man kann wählen zwischen Schatten- oder Sonnenplätzen. Für heute wählen wir Schatten, denn ich habe gestern am Klettersteig doch noch etwas meine Arme verbrennt…

Neben dem Plätschern des Flusses hinten hört man aber auch die Hauptstrasse ziemlich gut an einigen Stellplätzen vorne. Von daher nicht ganz so romantisch wie die bisherigen Campings aber nichts anderes auszusetzen. Aber auch hier, keine Parzellen, man stellt sich hin, wo man grad Platz hat.

So, und gerade eben habe ich für morgen noch eine Kutschenfahrt gebucht, mal etwas mit weniger Action und mehr fürs Gemüt. Anita freut sich jetzt auf alle Fälle auf den morgigen Tag…

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

Externe Links

Übernachtung

Samedan - TCS Camping***
Camping

bei einigen Stellplätze höhrt man die Strasse ziemlich gut, keine Parzellen, 

Koordinaten: 46.510368,9.879050
letzter Besuch: 6.2019

Camping Gravatscha - Kutschen- und Fahrrad fahren 25.6.2019

Ein wunderschöner Tag mit der ersten Enttäuschung. Wir sind heute wieder sehr aktive und bekommen neue Erkenntnisse.

Pferdekusche mit Toni im Val Rosegg

Vom Campingplatz TCS-Samedan kann man in einer halben Stunde auf einem sehr schönen Wanderweg durch den Stazerwald zum Stazersee laufen. Es ist ein wunderschönes Badeseelein, das keinen Zufluss von Gletscherwasser hat. Vorteil dabei: das Wasser wird schnell warm, dadurch ist es der wärmste See des gesamten Engadin. Aktuell hat er ganze 18 Grad und wird bis ende Woche mindestens 20 Grad haben, schwärmen die Einheimischen. Die regelmässigen Blogleser wissen aber, dass ich ein Warmduscher bin und 20 Grad für mich noch viel zu kalt sind. Also ist nicht baden angesagt, sondern nach den letzten Tagen mit Action heute etwas Ruhe. Um 11 Uhr haben wir in Pontresina eine Kutschenfahrt reserviert. Und wir leisten uns den Luxus, eine Privatfahrt zu machen, da die Kutschenomnibusse schon ausgebucht waren.

Kutschenfahrt ins Val Roseg

Toni, ein alter, schrulliger Bündner, empfängt uns freundlich mit der Zigarre im Mund. So sind Anita und ich in der 4er-Kutsche, Toni auf dem Kutscherbock und wir beginnen die 7,5km lange Fahrt durch das Val Rosegg. Die kleine Strasse steigt immer etwas an, durch Lärchenwälder und im Hintergrund die verschneiten 3000er des Bündnerlandes. Toni erklärt uns einiges über Fauna und Flora, dass die Enziane leider vorbei sind und die Alpenrosen noch nicht blühen. Überholt uns ein Mountainbiker, ruft er im ein «Bravo» nach, wenn er kein E-Bike hat und weiss zu jedem einen Spruch. Nur wenn sein Handy klingelt, flucht er vor sich hin und würde es am liebsten auf dem Mond schiessen, aber er muss ran, könnte ja ein zukünftiger Kunde sein.

Kutschenfahrt

Auch muss er seine zwei vorgespannten Pferde immer zügeln, sie wollen viel schneller laufen, wie er fahren will, wir sollen die Fahrt ja geniessen können. Und die Fahrt ist wirklich schön, wir fühlen uns wie Prinz und Prinzessin und lassen uns durch das schöne Tal chauffieren. Nur einmal wird es etwas brenzlig, als wir mit der Kutsche den Rückwärtsgang einlegen müssen, weil uns ein 6-Spänner Fuhrwerk entgegenkommt. Ein gewaltiger Anblick.

Nach rund 70 Minuten sind wir an der Endstation und wir reservieren die Kutsche grad auch noch für die Rückfahrt, es war so schön. Aufenthalt im Val Rosegg haben wir etwas mehr wie zwei Stunden, also genug Zeit, ein kleiner Spaziergang zu machen und auch noch etwas zu essen.

Danach rollen wir gemütlich mit der Kutsche wieder nach Pontresina, man könnte übrigens auch gut zu Fuss auf dem Wanderweg zurück laufen oder gar mit dem Rad hin und zurück fahren. Wir hatten wohl die exklusivste Möglichkeit benutzt, ein Weg mit der Privatkutsche kostet für 1-4 Personen 120.- , inklusive Retourfahrt 220.-. Wir finden die Preise gerechtfertigt, denn Toni fährt nur eine solche Fahrt pro Tag. Es gibt auch noch andere Anbieter, kosten alle gleich viel. Der Pferdeomnibus kostet pro Weg und Person 20.- Während der Hochsaison sollte man aber reservieren, sonst sind die Fahrten häufig schon ausgebucht.

Pause beim Spaziergang im Val Roseg

Im Winter wird übrigens mit Schlitten dieser Dienst aufrecht erhalten, romantischer geht es wohl nicht.

Essen und Restaurants

Eigentlich wollte ich nichts darüber schreiben, aber wir sind schon etwas geschockt, vor allem Heute. Ob im Val Rosegg oder beim Stazer See, Auswärtsessen ist hier absolut nicht günstig, z.B. Schweinschnitzel mit Pommes und Gemüse 40 CHF, das kann sich ja keine Familie mehr leisten. Und auch haben wir das Gefühl, dass die Asiaten und Inder hier lieber gesehen sind wie die europäischen Touristen, wenn man die Freundlichkeit berücksichtigt. Und wenn ich da bedenke, dass wir auf dem Campingplatz Maloja die besten Pizzas essen für weniger als 20 CHF, auf dem Campingplatz Morteratsch die einzigen selbergemachten Pastas im ganzen Tal zu absolut vernünftigen Preise bekommen und auch hier auf dem Camping Gravatscha ein super Restaurant zu normalen Preisen haben, werden wir in Zukunft echt nur noch auf den Campingplätzen speisen. Oder auf den Bergstationen der Bergbahnen, denn dort oben sind die Preise günstiger wie im Tal unten, keine Ahnung warum das so ist, muss doch alles zuerst dort hinaufgeschleppt werden. Oder ist es einfach so, dass im Tal die Restaurants voll sind, egal zu was für Preisen?

Jetzt werden sich wahrscheinlich ein paar Wirte aufregen, aber das ist das, was wir hier bisher erlebt haben…

Radtouren

Nach und von Pontresina waren wir heute mit unseren Rädern unterwegs. Und ich bin echt überrascht, wie viele Möglichkeiten man in diesem Tal hat. Es heisst überhaupt nicht, Tal rauf und Tal runter muss man den gleichen Fahrradweg abseits der Autostrassen nehmen, sondern man hat immer mehrere Möglichkeiten. Und man muss schon gar nicht auf der Hauptstrasse fahren, sondern es gibt viele Wege abseits des motorisierten Verkehrs. Auch braucht man nicht notwendigerweise ein E-Bike, denn es gibt ganz viele flachen oder leicht coupierte Strecken. Ich würde sogar so weit gehen, dass es hier ein wahres Velo-Paradis ist! Und damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Im Winter Langlaufloipen, im Sommer Fahrradwege…

viele Radwege

Camping Gravatscha

Der Campingplatz, wo wir jetzt stehen, liegt quasi hinter dem kleinen Flugplatz Samedan. Man hat einen tollen Überblick über die mit Seilwinden startenden Segelflugzeuge, nur schon das ist spannend und ich könnte den ganzen Tag nur zuschauen. Dazu ist es hier Abends extrem sonnig und er liegt direkt an einem der oben beschriebenen flachen Fahrradwegen die dem Inn entlang führen.

Restaurant beim Gravatscha

Allerdings ist er ziemlich klein (22 Plätze für Wohnmobile/Wohnwagen) und auch beliebt, sogar jetzt in der Nebensaison haben wir grad noch den allerletzten Platz für ein Womo ergattert, Reservieren ist also keine schlechte Idee. Auch im Winter zum Langlaufen ist er perfekt, liegt er doch direkt an der Marathonstrecke des Engadiners. Für die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel ist er nicht ideal gelegen.

Das angegliederte Restaurant habe ich schon erwähnt, eher gehoben mit sehr schöner Terrasse und trotzdem ganz normalen Preisen.

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

Externe Links

Übernachtung

Samedan - Camping Gravatscha***
Camping

sehr sonnig, aber relativ klein

Koordinaten: 46.541048,9.891947
letzter Besuch: 6.2019

Camping Sur En - Skulpturenweg 26.6.2019

Wir lachen uns ins Fäustchen, denn die Hitze lässt sich im Engadin gut überstehen.

vor dem Joggen gut gelaunt

Man glaubt es kaum, als wir heute morgen erwachen fröstelt es uns ein wenig, so, dass wir zum Duschen noch die Heizung im Wohnmobil ganz kurz aufdrehen müssen. Ich weiss, ihr im Unterland träumt von so etwas, ihr vergeht wohl in der Sonne so richtig und schwitzt vor euch her. Ich lache mir still und leise etwas ins Fäustchen. Wir hier oben haben aber genau die richtigen Temperaturen, auch wenn meine neue Bräune auf den Armen eher Rot ist, die Sonne ist eben schon etwas stärker in den Bergen.

Nach einem sehr netten und interessanten Gespräch mit dem Platzwart Ivo zeigt er uns noch die toll eingerichteten Bungalow auf dem Camping Gravatscha. Und echt jetzt, auch hier wollen wir zurückkehren, da es uns sehr gut gefällt. Durch das Gespräch sind wir aber schon wieder verspätet, denn wir wollen ab ins Unterengadin. Das Unterengadin kennen wir persönlich nicht wirklich, also müssen wir uns auf etwas neues einstellen.

Die 50km Fahrt geniessen wir in unserem Womo, das Tal wird etwas enger, die Strasse ist gespickt mit Abfahrten, also nicht mehr ganz so flach wie das Oberengadin. Aber bei diesem tollen Wetter auch ein Erlebnis in dieser prächtigen Bergwelt.

Camping Sur En

Ein paar Kilometer nach Scoul zeigt uns ein Wegweiser die Strasse steil hinab zum Campingplatz Sur En. Die alte Holzbrücke über den Inn ist mit einer Höhe von 3.3m begrenzt, also ganz grosse Womos können nicht bis zum Campingplatz fahren. Natürlich kommen wir wieder gerade über den Mittag dort an, wo die Reception nicht besetzt ist. Aber wie fast überall, hineinfahren, freien Platz suchen, hinstellen. Wir wählen die grosse Wiese zwischen Waldrand und dem Fluss Inn, drehen sofort die Sonnenstore raus, denn hier ist es nun schon merklich wärmer, da wir nur noch auf etwa 1100m sind. Der Campingplatz hat übrigens einen Quick-Stop, also wenn man nach 17 Uhr kommt und am andern Tag vor 10 Uhr weg ist, kann man zum reduzierten Tarif übernachten, quasi ein Stellplatz für Wohnmobile...

der Swimming-Pool

Wir haben diesen Campingplatz in der Hitze (momentan 30 Grad) gut ausgewählt, denn hier gibt es sogar einen Swimming Pool. Sehr gut, um sich abzukühlen. Überhaupt, hier ist ein kleines Paradis entstanden, vor allem auch für Kinder. Weit weg von einer Hauptstrasse, mit dem Postauto direkt vor dem Campingplatz und dahinter ein Seilpark.

die Zufahrt

Seilpark

Ist ja klar, dass wir auch den inspizieren. Seile, Brücken, Holzleitern bis weit unter die Baumwipfel kreuz und quer. Es ist gerade eine Schulklasse daran, diesen Seilpark zu absolvieren. Die Computer- und Gamer-Generation in der Wildnis! «Hey Mann, i schwör bi miner Muetter, dass isch krass do!» «Mann, i han angscht do, wer chunt mi go hole?» und ähnlich tönt es auf die armen Verantwortlichen von überall. «Lueg die Chline, für die isch da voll easy mann» als ein paar 10 jährige Einheimische den Parcours auch absolvieren. Anita und ich schauen über eine Stunde dem bunten Treiben nach und lachen uns ins Fäustchen, wenn wieder ein grosser aus Angst nicht weiter kann, auf dem Pausenplatz nächste Woche aber wieder den Chef markiert…

Seilpark

Unsere Beobachtungen bleiben nicht ohne Konsequenzen, ein Seilparkverantwortlicher überredet uns, nicht nur still und heimlich zu lachen, sondern den Parcours selber zu absolvieren. Also geben wir zähneknirschend nach und machen einen Termin für morgen Vormittag ab. Jetzt lachen sich mal andere ins Fäustchen über uns.

Erschrocken über unsere eigene Courage müssen wir im Campingbeizli zuerst mal einen Coup essen, bevor wir unter unserer Markise die Wärme geniessen und einfach nur faul rumliegen.

Skulpturenweg

Abends ziehen wir dann doch noch unsere Joggingkleider an und joggen auf dem Waldweg, der am Campingplatz vorbeiführt, los. Nach kurzer Zeit merken wir, dass wir auf einem Skulpturenweg sind und folgen den Wegweisern und den Skulpturen. Mindestens alle 50m steht irgend eine Skulptur eines Künstlers, manche sind sensationell, andere verstehen wir irgendwie nicht. Von Waldfeen, bissigen Wölfen, Kind im Schatten oder der rostigen Truppe (die Originalnamen wissen wir nicht mehr 100%ig) joggen wir vorbei und hin und wieder lesen wir, was auf den Erklärungsschildchen stehen, vor allem wenn es bergauf geht. Diese Joggingrunde von schlussendlich 5km ist wirklich mit all den Skulpturen (dürften wohl an die 100 sein) sehr abwechslungsreich und gegen den Schluss lesen wir immer mehr Schildchen… Es reut mich ein wenig, dass wir keinen Fotoapparat dabei haben, es gäbe tolle Bilder in der Abendsonne und dem vermoosten Wald hinter den Skulpturen. Die heimlichen Stars auf dieser Runde sind aber die riesigen Waldameisenhaufen, wo wir sicher insgesamt 10 Stück sehen. Ist einfach schon gewaltig, was diese kleinen Tierchen alles zusammentragen können.

Als wir wieder im Womo sind, muss Anita noch schnell zur Skulptur stehen, die am nächsten beim Campingplatz ist, damit wir doch noch ein Bild davon haben.

schöner Platz

Eventuell machen wir diesen Weg morgen nochmals aber spazierend und alles lesend…

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

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Übernachtung

Sins - Camping Sur En***
Camping

schön ruhiger Campingplatz mit Swimmingpool

Koordinaten: 46.818462,10.366392
letzter Besuch: 6.2019

Seilpark und Camping Madulain 27.6.2019

Wir bekommen die Quittung für das Grinsen gestern

Anita im Seilpark

Seilpark Sur En

Punkt 9 Uhr stehen wir im Seilpark bereit. Ritschi gibt uns die obligatorischen Sicherheitsinstruktionen. Eigentlich ganz easy, die Karabinerhacken müssen immer bei den rot markierten Drahtseilen eingehängt sein, die gelbe Rolle bei den gelb markierten Seilen, falls vorhanden. Klettergurt, Handschuhe und Helm sind angezogen und schon stehen wir etwas Vorlaut an der Infotafel, wo alle möglichen Parcours aufgestellt sind. Wir sollen am Besten mit dem grünen beginnen, der sei nur zwischen 5 – 7m hoch und auch für 10 jährige geeignet, meint Ritschi. Hä!? Wir sind nicht 10 jährig, wir sind Erwachsen! Aber eventuell ist es doch nicht so schlecht, auf jemand zu hören, der Erfahrung hat.

einfach cool

Also klettern wir gesichert die Mini-Holzleiter hoch und balancieren die erste Seilbrücke zum nächsten Baum hinüber. Easy, wir sind total unterfordert! Aber dann werden die Brücken schaukliger und irgendwie hat man nirgends mehr Halt. Bei den hängenden Holzpfählen wird dann der Einstieg schon ziemlich knifflig, Ritschi sieht meine Unsicherheit und gibt mir Tipps, wie ich es schaffen könnte. Und wie gesagt, wir sind bei den 10 jährigen… Danach kommt das auf Seil fahrenden Skateboard, wo balancieren, fahren und sich festhalten alles miteinander klappen muss. Wir kommen aber gut durch diesen Parcour und Anita und ich schauen uns etwas beschämt an: ist für 10 jährige…

Die nächste Strecke ist dann schon zwischen 7 -15m hoch und wenigstens für Alter 12. Es ist schon verdammt hoch über den Boden, wenn man nur so in den Seilen hängt und sich irgendwie festhalten muss. Und dann stehen wir vor unserem schwierigsten Teil: wir sind 10m über dem Boden auf einer Holzplattform und sollen uns mithilfe eines Seils wie Tarzan in ein 10m entferntes Seilnetz schwingen. Wenn man sich im ersten Schwung nicht am Netz festhalten kann, habe hat man eine zweite Möglichkeit, aber keine dritte mehr. Dann hängt man am Seil über dem Boden und muss einer Sicherheitsperson rufen, die einem dann ins Netz schwingt. Das wäre ja schön peinlich, aber mir schlottern echt die Knie. Ich brauche drei lange Minuten, bis ich den Sprung wage! Wow, das Herz ist mir in die Hosen gerutscht und danach kommt nochmals so ein ekliger Lianenschwung auf eine andere Plattform. Man das braucht echt Mut! Wie haben das die Kinder gestern nur geschafft? Heute grinsen wir garantiert nicht mehr…

ziemlich wacklig

Aber auch diesen Parcour schaffen wir einigermassen und den nächsten lassen wir aus. Mit den Armen an einer Leiter hängend und sich zum nächsten Baum hangeln, nein danke! Da habe ich als Radfahrer viel zu wenig Kraft in den Armen, das weiss ich schon nur vom hinschauen…

Aber der letzte Parcour machen wir dann wieder, da kann man von 15m Höhe jeweils an einer Rolle zum nächsten Baum runtergleiten, umhängen und wieder weiter gleiten, so lange, bis wir am Boden sind.

Dieser Seilpark ist echt genial, für Familien mit Kindern jeden Alters der perfekte Ausflug mit garantiertem Nervenkitzel. Die einfachsten Parcours sind schon mit Kindern von drei Jahren möglich und für 53jährige Kinder wie wir eine veritable Mutprobe. Dieser Seilpark ist mit viel Herzblut erstellt und die Verantwortlichen probieren immer wieder neue Tricks und Bahnen aus, was den Leuten noch gefallen könnte. Man kann im Seilpark auch grillen und den ganzen Tag verbringen.

Tarzan-Sprung

Wir haben aber leider nicht den ganzen Tag Zeit, auch können wir die Schluchtenwanderung durch die Uina Schlucht, die uns empfohlen wurde, nicht mehr machen. Ist schon krass, wie viele Attraktionen das Engadin zu bieten hat!

Nach dem Mittagessen im Campingrestaurant verquatschen wir uns wie fast immer mit den andern Gästen und fahren Nachmittags los wieder Richtung Oberengadin, Ziel noch unbekannt.

Camping Madulain

Nach dem Einkaufen landen wir schlussendlich auf dem Campingplatz in Madulain. Ein kleiner, familiärer Platz, den wir schon vom Winter her kennen. Wir wollen dort den Besitzer einen kleinen Besuch abstatten und falls es noch Platz für uns hat, auch dort übernachten. Es gibt Platz und so richten wir uns dort in der Sonne ein. Hier im Engadin ist es 31 Grad heiss, aber wenn man bedenkt, dass es im Unterland viel heisser ist, geht es uns hier richtig gut.

Renato, der den Campingplatz in der 2. Generation leitet, gibt uns dann einen Tipp mit der natürlichen Klimaanlage: Dachfenster und Türen öffnen, aus dem nahen Brunnen viel Wasser holen und die Wiese vor der Türe befeuchten. Die heisse Luft zieht aus den Dachfenstern und zur Türe kommt die kühle Luft der Verdunstung hinein. Das habe man früher immer so gemacht und funktioniere auch heute noch prima. Klar probieren wir das aus und tatsächlich haben wir nun innen nur noch 33,4 Grad statt 36,3 Grad wie vorher.

Camping Madulain

Unser Campingnachbar nimmt mich dann mit zum kleinen Hofladen der Engadiner River Ranch, wo wir uns unter anderem ein feines Engadiner Glace kaufen. Das tut so richtig gut!

Heute Abend wäre in Prontresina noch der schöne Laret-Markt, mit Musik, einheimischen Produkten und kleinen Strassenbeizchen. Dieser Markt benutzen vor allem die Einheimischen als Treffpunkt und zum gemütlich zusammen sitzen. Hier vom Camping Madulain könnte man grad vom kleinen Bahnhof mit der Bahn innerhalb 15 Minuten nach Prontresina fahren. Allerdings geniessen wir heute den Abend in Ruhe hier auf dem Platz, denn der super Grill wir angefeuert. Und was gibt es besseres, wie ein selbstgegrilltes Angus-Steak aus dem einheimischen Hofladen?

Im Engadin gibt es idealere Campingplätze für Kinder wie hier in Madulain, aber für Personen die Ruhe in einer sehr gepflegten Umgebung haben wollen, einfach perfekt. Auch muss man vor der Lärmbelästigung der Eisenbahn keine Angst haben, es fahren pro Stunde zwei knallrote Züge hier vorbei, die jeweils ein top Fotomotiv abgeben...

Inzwischen sind wir Fans vom Engadin und wir werden noch etwas länger bleiben, wie ursprünglich geplant, uns gefällt es so gut. Wir haben eigenmächtig bis Sonntag verlängert…

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

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Übernachtung

Madulain - Camping****
Camping

Sonniger Platz direkt beim Bahnhof, freundlicher Empfang, gratis Wlan

Koordinaten: 46.587108,9.938972
letzter Besuch: 2.2018

Stazersee und Diavolezza 28.6.2019

Wir fahren mit dem Wohnmobil von Ort zu Ort und testen die Parkplätze und Verbotsschilder…

Diavolezza Bergrestaurant

Wir können uns einmal mehr vom Camping Madulain fast nicht trennen. Da die Bahnstation grad neben dem Campingplatz ist, könnten wir bis zur Station Punt Muragel fahren und dann zu Fuss zum Stazersee und dort etwas baden, danach weiter mit dem Zug bis zur Diavolezza Bergbahn und dort hinauf auf 3000m und danach mit der RhB wieder zurück nach Madulain.

Aber das wäre zu einfach, wir wollen diese Tour mit dem Womo fahren und schauen, ob es wirklich überall Parkverbote für Womos gibt.

Also verabschieden wir uns von Renato und fahren nach Celerina. Schnell sehen wir noch vor Ortseingang ein Schild «Parkplatz für Busse» und folgen diesem, gespannt, wo es uns hinführt. An der Via San Gian (46.512711, 9.867959) können wir mit dem Womo problemlos gratis parkieren, auch kein Womo-Verbotsschild weit und breit. Nur die Wiese darf man nicht betreten. Der perfekte Platz, um die Räder zu besteigen und zum Stazersee zu fahren (zu Fuss hätte man 44 Minuten steht auf dem Wegweiser..). Vorher machen wir aber noch ein Foto von der alten Kirche San Gian, einfach weil es so schön ist.

San Gian

Stazersee

Danach steigt der Radweg durch den Stazerwald an und schon 2.5km später sehen wir den wärmsten Bergsee des gesamten Engadins. Er ist herrlich blau und idyllisch, Leute baden und schwimmen darin, es gibt fünf kleinere und grössere Stege um den ganzen See. Auch das Restaurant hat eine sonnige Terrasse, (ist aber ziemlich teuer finden wir) aber auf der andern Wegseite gibt es auch noch etwas günstigere Verpflegungsstände mit Selbstbedienung.

Es ist herrlich kühl da, nicht ganz so eine Hitze wie im Unterland. Ins Wasser gehen wir aber nicht, obwohl es heisst, dass es schon 20 Grad warm ist. Aber eventuell haben da die Engadiner ein etwas getürktes Thermometer, mein Fuss schätzt es auf höchstens 18 Grad…

Wir liegen da an der Sonne, machen Fotos, picknicken wie andere Leute auch, die aber zusätzlich noch bei den zahlreichen Feuerstellen grillieren. Wirklich ein schöner Ort hier.

Stazer See

Danach rasen wir den Radweg wieder runter zu unserem Knutschi, und fahren Richtung Berninapass, wo wir schon nach wenigen Kilometern bei der Talstation Diavolezza ankommen.

Diavolezza

Auf diesen Parkplatz bin ich gespannt, denn ich bin der Meinung, dass hier mal ein grosses Womo-Verbotsschild hing. Und das wäre die Ideale Gelegenheit, um die Verantwortlichen nach dem Grund zu fragen. Allerdings finden wir kein Womo-Verbotsschild, sondern nur ein Verbot, den Parkplatz zwischen 24 und 7 Uhr zu benützen wegen der Schneeräumung. Aber jetzt bei 29 Grad und kein Schnee? Aber immerhin werden die Womos nicht diskriminiert und so wie alle anderen Fahrzeuge behandelt. Aber da werde ich schon mal noch bei den Bahnen nachhacken, warum man das Fahrzeug nicht über Nacht stehen lassen darf.

Egal, wir bezahlen die 36.- pro Person für Berg und Talfahrt (hatte ich auch teurer in Erinnerung) und fahren mit der Gondel in 12 Minuten auf fast 3000m. Und was für ein Ausblick hier oben! Direkte Sicht auf den Piz Palü (den ich mit Anita schon bestiegen habe) und auch Sicht auf den Bianco-Grat (ist noch ein Bergsteigerwunsch von mir). Wir nehmen auf der Terrasse Platz und wählen die obere Tischreihe, die ist bedient, die untere ist Self-Service (eine coole Idee, oder?).

vor dem Piz Palü

Ich esse eine Diavolzza Rösti und Anita Schnitzel Pommes. Warum finden wir auf 3000m die günstigsten Schnitzel Pommes für 21.- bisher auf der gesamten Reise? Irgendwie checken wir es nicht ganz, dass hier auf dem Gipfel die Preise günstiger sind wie im Tal unten. Aber davon habe ich glaub schon mal geschrieben. Egal, wir geniessen die Aussicht und die Sonne. Mit jeder Bahn kommen etwa 30 asiatische Touristen hoch, die aber nach einer halben Stunde immer schon wieder weg sind. Es ist trotzdem herrlich ruhig und um 17 Uhr nehmen wir wieder die Talfahrt zu unserem Knutschi.

Dort angekommen, machen wir noch einen ganz kleinen Umweg zur Lagalp-Bahn, die haben einen riesigen Parkplatz und die Bahn fährt den gesamten Sommer nicht. Aber auf dem Parkplatz ist es verboten zu parkieren und so liegt kurz vor dem Berninapass ein riesiger Parkplatz brach, wo doch auch einige Womos Platz zum übernachten hätten. Aber auch dem werde ich mal nachgehen.

Nach der Inspektion dieses Parkplatzes fahren wir wieder gegen Pontresina und beschliessen spontan, beim Camping Morteratsch noch einen Halt einzulegen. Der Campingplatz ist nun rammelvoll (ist das wegen der Beschreibung in unserem Blog?), aber der Chef und das Personal finden für jeden Neuankömmling irgendwo doch noch ein Plätzchen am Schatten. Auch für uns auf dem Platz Nr. 0. Ok, es ist offiziell kein Platz, aber wir stehen mit Sicht auf den Fluss und die Berge einfach wieder perfekt. Wie viele Plätze haben die hier wohl mit der Nummer Null?

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

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Übernachtung

Morteratsch - Camping Morteratsch****
Camping

tolle Lage für Berg- und Naturbegeisterte

Koordinaten: 46.461459,9.935314
letzter Besuch: 6.2019

Alp Languard 29.6.2019

Ein ruhiger Tag mit ein bisschen Nervenkitzel, der immer grösser wurde…

Erholung nach der Anstrengung

Wir gehen es ruhig an und schlafen aus. Auf dem Campingplatz Morteratsch ist ziemlich Hektik heute, An- und Abreisetag. Uns betrifft es nicht, wir beschlossen, nochmals bis Morgen hier zu bleiben. Heute wollen wir den oberen Teil des Klettersteiges La Resgia noch nachholen, da wir diesen letzten Sonntag gar nicht mehr begonnen hatten.

Alp Languard

Also fahren wir gemütlich auf den Radwegen nach Pontresina und lösen dort eine Berg- und Talfahrt mit der Sesselbahn. Hinauf zu wandern ist uns irgendwie zu heiss und runterlaufen haben wir schon jetzt keine Lust. Auch hier werden wir an der Talstation in ein nettes Gespräch mit dem Angestellten verwickelt, da unsere Kreditkarte den Geist aufgibt (zu wenig Geld auf dem Konto). Es ist uns hier schon mehrfach aufgefallen, die Leute sind sehr freundlich, ob bei den Bergbahnen oder in den Geschäften. Liegt das an uns, weil wir auch eher gesprächig sind? Die Einheimischen meinen nur, das dies damit zu tun habe, dass das Engadin seit Generationen ein offenes Tal ist und immer schon ein Kommen und Gehen war und man sich so die Offenheit eben in den Genen hinterlegt sei. Na, wir glauben auf jeden Fall, dass dies so ist, da Anita und ich extrem freundlich und sympathische Menschen sind ;-). Egal, wir geniessen die Bergfahrt an der warmen Luft zur Alp Languard. Von dort müssen wir 5 Minuten runter und wieder 10 Minuten hoch laufen, bis wir beim Einstige in den Klettersteig sind.

Momentan die Zeit der blühenden Alpenrosen

Gstältli, Helm und Handschuhe anziehen, alles kontrollieren und los in den Felsen rein. Irgendwie finden wir diesen Teil des Klettersteiges ziemlich schwieriger (ich wenigstens), es ist Nervenkitzel pur, wenn ich keine Griffe im Fels vorfinden und die Arme zu brennen beginnen, weil ich zu wenig Kraft habe. Und wenn man runterschaut, geht es senkrecht bis auf den Boden. Irgendwann nach einer Felstraversierung kommt eine Seilbrücke, das heisst, es hat unten ein Seil für die Füsse und oben zwei Seile, um sich daran zu halten, sonst gar nix. Im Seilpark vor einigen Tagen war das ja noch irgendwie easy, aber jetzt in den Bergen, wo unter dir die nächste Alp ganz klein erscheint, schon etwas anderes. Aber ich schaffe das irgendwie und danach kommt ein für misch schwieriger Übergang und senkrecht hoch. Ich habe echt Mühe, bin klitsche Nass vor (Angst-)Schweiss und schaffe es mit den letzten Kraftreserven zum Ende. Erst hier oben merke ich, dass ja Anita auch noch hinter mir ist, und die das nie schaffen wird. Aber schon steckt sie den Kopf über die Kante und klettert zum Ausstieg. Ich konnte in dieser Phase kein einziges Foto von ihr machen, das habe ich völlig verschwitzt in meinem Stress. Und sie hat seelenruhig mich fotografiert, wo ich doch fast abgestürzt bin.

ist verdammt schwer

Echt jetzt, ich bin oben total geschafft und fix und fertig, aber wir geniessen die Sonne auf einer schönen Bank, bevor wir wieder im Sessellift zu Tale fahren.

Wieder beim Womo sitze ich nur noch halb tot in meinem Campingstuhl, schone meine Arme und versuche, mich zu erholen, währenddem Anita unser Nachtessen vorbereitet.

Erholung vor dem Womo

Ich sage es euch: es war echt gefährlich und streng, auch wenn ich gesichert war und eigentlich nicht abstürzen konnte. Aber in diesem Moment vergisst man das völlig und starrt nur unter sich in den Abgrund und sieht sich schon irgendwo am Fels zerschmettern, während dem die Arme zu zittern beginnen. Und Anita macht seelenruhig Fotos und sagt danach: war ja gar nicht so schlimm!


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Übernachtung

Morteratsch - Camping Morteratsch****
Camping

tolle Lage für Berg- und Naturbegeisterte

Koordinaten: 46.461459,9.935314
letzter Besuch: 6.2019

Reisestrecken

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