Headbild
Marokko 2017
Sie befinden sich: Unsere Reisen \ Reiseberichte

Reisebericht

Vesteralen 13.6.2014

Wir sind nicht soweit gekommen, haben es aber genossen.

grüne Felsen

Andoy

Nach dem gestrigen Abend lassen wir uns heute morgen viel Zeit. Schlafen aus, duschen ausgiebig, reinigen innen unser Knutschi und frühstücken die bekannten norwegischen Erdbeeren mit Joghurt. Danach wird Wasser gefüllt und Entsorgt. Erst am Mittag verlassen wir den wirklich guten Stellplatz in Andenes und fahren gemütlich die Weststrasse der Insel Andoy gegen Süden. Die bekannte Walsafari lassen wir aus, da Anita wegen des Schlechtwerdens nicht scharf auf eine Bootstour weit draussen am Meer ist. Ist aber kein Problem, ich habe lieber eine glückliche Frau als drei Tage eine Käselaiche neben mir.

Der Weg ist viel flacher wie gedacht, durch Moorebenen dem Meer entlang und links die Berge. Natürlich werden Fotos geschossen.

Das Navi habe ich mal auf Sortland programmiert und dort per Zufall bei den Tankstellen eine mit LPG gefunden, die wir ansteuern wollen und unser Gas auftanken, obwohl wir erst knapp unter der Hälfte sind.

Vesteralen

Der Himmel ist mit Wolken durchzogen, aber immer grosse blaue Flecken und Sonne. Wir tuckern auf der Landstrasse, suchen einen Fischstand am Wegesrand (Walfleisch soll nun Saison haben) und suchen unseren grossen Elch mit riesen Geweih, der an einem See trinkt. Beides finden wir heute noch nicht. Auch in Sortland führt uns das Navi ziemlich in die Pampa, weit und breit keine LPG-Tankstelle. Ich suche meinen Womoführer für Nordnorwegen, dort drin steht glaub auch etwas von dieser Tankstelle. Richtig, neue Koordinaten einprogrammiert und wieder auf die Suche. Nach ein paar Ehrenrunden finden wir dann die LPG-Säule ziemlich klein und verschupft hinter einem Fabrikgebäude. Der Herr dort ist aber sehr nett und füllt uns 29.5 Liter LPG-Gas für insgesamt 215 Kronen auf. Eigentlich ein geringer Verbrauch für die letzten zwei Wochen Skandinavien.

Danach fahren wir ohne Navi einfach der Nase nach, kommen nach Stokmarknes, dann nach Melbu. Hier gibt es ein Hurtigrutenmuseeum, aber da es so schönes Wetter ist, fahren wir einfach weiter. Kurz vor Taen finden wir einen kleinen Parkplatz grad neben der Strasse, wo wir anhalten und die Aussicht geniessen. Wir machen einen kleinen Spaziergang zu einem schneeweissen Sandstrand, blau schimmerndes Meer und die ganze Lofoten-Inselgruppe am Horizont. Es ist so unglaublich schön, dass wir beschliessen, hier zu nächtigen. Auf der Strasse kommt jede halbe Stunde vielleicht mal ein Auto, also kein Problem vom Lärm her.

Heut gibt es wieder gegrilltes mit norwegischen Kartoffeln, da man ja keine nach Norwegen importieren darf.

Wieder ein perfekter Tag, obwohl Freitag der 13. ist….

Reisedaten

170 km
3 1/4 Std.
sonnig bis wolkig 10 - 14 Grad

Übernachtung

Taen - Parkplatz***
frei

direkt am meer und einer wenig befahrenen Strasse. Sicht auf den gesamten Lofoten-Bergzug

Koordinaten: 68.55210,14.62982
letzter Besuch: 6.2014

Gestrandet auf dem Zipfel der Vesteralen 14.6.2014

Wir sind im Westen der Vesterålen gestrandet. Da es regnet haben wir leider nicht allzuviel von der Umgebung mitbekommen, darum hat Anita unser Knutschi nur etwa 100km kutschiert, bevor wir uns am Meer gemütlich niedergelassen haben.

Nebel und Regen

Zur Strafe musste Anita heute fahren. In der letzten Nacht hatte sie gerade zwei Aufgaben, die sie nicht erfüllt hat! Zum einen war sie für die Temperatur im Knutschi zuständig (ich rede von der Nacht, nicht vor dem einschlafen) zum anderen, dass wir um 8 Uhr aufstehen und um 9 losfahren. Bei beidem hat sie total versagt, es war affenkalt - doch erwacht sind wir erst um 9:33 Uhr…

Aber da es regnet, machten wir uns keinen Stress, umrundeten gemütlich die Insel Hadseløya und in Stokmarknes besuchten wir noch das Hurtigruten-Museum. Da es erst um 12 Uhr öffnete, hatten wir noch Zeit einzukaufen und uns an frischen Lachsbrötchen zu erlaben.

Hurtigrutenmuseum

Am Museum angeschlossen ist noch das alte Schiff Finnmark, das man besichtigen kann. Und man kann es fast nicht glauben, wir zwei Nerds sind überall hinein, rumgestaunt so lange, bis wir im Bug des Schiffs total im Abseits waren und nur noch durch eine Rettungsaktion a la Hänsel und Gretel wieder herausfanden! Aber eins ist klar: vor 30 Jahren hätte ich keine Schiffsfahrt in so engen, dunklen Kojen gemacht. Da ist unser Knutschi ein wahrer Vergnügungstempel!

Danach fuhren wir die westliche Strasse bis nach Frøskeland und dann die 820 westlich. Die Vestrålen müssen himmlisch sein, wenn man etwas sehen würde. Zwischendurch sahen wir imposante Berge die aus dem Meer herausragen. Ich werde irgendwann die Vestrålen besuchen, wenn es dann Sonne hat, das ist schon mal sicher.

Im Hafen von Steine warten wir jetzt auf besseres Wetter. Das kann nach Wetterbericht noch dauern, aber sobald wir irgendwo wieder die Sonne erblicken, fahren wir los, und wenn es Mitternacht sein sollte, dunkel wird es ja eh nicht.

Daten

115km
2:15 Std
Regen, 7 - 9 Grad

 

Update: Nach einem intensiven Studium des Wetterberichts Norwegen haben wir morgen zwischen 5 - 14 Uhr ein Zeitfenster mit wolkigem und sonnigen Himmel, den wir ausnützen wollen. Danach soll es wieder regnen.

Plan: Start um 6 Uhr in Steine, Durchquerung von Westen nach Osten der Vesteralen, weiter nach Guillesfjordbotn und der Beginn der Lofoten bis Svolvaer. Wäre ja wieder genial, wenn der Wetterbericht recht hätte und wir da tatsächlich noch ein paar Sonnenstunden auf den Lofoten hinbekommen.

Bin gespannt, wie genau der Wetterbericht morgen mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

Externe Links

Übernachtung

Steine - Hafen**
frei

direk am Meer und dennoch nicht wirklich indyllisch

Koordinaten: 68.615644,14.434381
letzter Besuch: 6.2014

Durch die Lofoten 15.6.2014

Wir sind tatsächlich um 5:15 Uhr erwacht. In der Nacht hat es stark geregnet und als wir morgens zum Fenster hinausschauen, sehen wir tatsächlich schon blaue Streifen am Himmel. Also, nix wie los, Knutschi startklar machen.

typisch Lofoten

Natürlich pipst etwa zum 47igsten Mal der Alarmton der noch herausgefahrenen Treppe, aber nachher düsen wir los. Etwas zu schnell, denn wir holen den Regen wieder ein, dafür kurz vor dem Tunnel steht ein Elch mitten auf der Strasse. Leider ohne Geweih und leider ist er auch sofort weg. Er wird nicht mit einem Wohnmobil so früh morgens an einem Sonntag gerechnet haben.
Wir verlassen die Vestrålen mit deutlich mehr Sicht wie gestern und steuern auf die Lofoten zu. Alles läuft bestens und das Wetter wird immer besser. Wir sagen uns, dass wir so lange fahren, bis es beginnt zu regnen, was am Nachmittag ja passieren soll.

Lofoten

Um vier Uhr treffen wir in Å ein, haben die ganzen Lofoten durchquert und die Sonne scheint noch immer. Gemütlich gehen wir das kleine Fischerdorf mit seinen  Stockfischköpfen (riechen herrlich) besichtigen und beraten danach, was wir noch machen sollen. Wir beschliessen, die nächste Übernachtungsgelegenheit zu nutzen und so landen wir auf dem Camping von Moskenes. Der Platz ist herrlich weit über dem Meer. Während dem Nachtessen beginnt es dann zu regnen.

Ach ja, die Lofoten. Sie sind wirklich einmalig, am besten haben uns aber die letzten drei Strecken gefallen – Hamnoya – Reine – Moskenes – Sorvagen. Vorher war es auch fantastisch, aber ehrlich gesagt, hat es ausgesehen wie in der Schweiz auf 3000m ü. Meer mit vielen Bergseen. Ich habe mir vorgestellt, dass da einzelne Berge aus dem Meer hervorragen, und dem war irgendwie nicht so. Und es hat viel weniger freie Stellplätze und Parkmöglichkeiten wie weiter oben im Norden. Ist ja auch normal, hier leben wieder mehr Menschen und der Platz ist auch beschränkt. Land und Leute haben wir sicher nicht kennengelernt heute, das ist ein Grund, später wiedermal zurück zu kehren.

Was wir morgen machen, wissen wir noch nicht. Entweder Fähre von Moskenes nach Bodø, oder von Svolvær nach Skutvik mit dem vorherigen Besuch des Wikingermuseeums. Schauen wir mal.

Reisedaten

370km - 7:10 Std
Nieselregen, bewölkt, sonnig 8 - 14 Grad
Sonnunter- und -aufgang: immer noch keine

Externe Links

Übernachtung

Moskenes - Camping***
Camping

Hoch über dem Meer

Koordinaten: 67.900055,13.0549928
letzter Besuch: 6.2014

Wieder auf dem Festland 16.6.2014

Gestern haben wir alles richtig gemacht. Als wir heute morgen aufwachen, regnet es ziemlich heftig.

an einem Bergsee

Wir frühstücken, duschen, ent- und versorgen, und machen uns gemächliche gegen Mittag auf den Weg. Wir fahren die Lofoten dieses Mal von West nach Ost, machen in Borge halt und besichtigen das Wikingermuseum. Es ist wirklich eine coole Sache, allerdings weiss ich jetzt immer noch nicht, wo die Wikinger überall verbreitet waren und ob sie nun ein friedliches Volk oder auf Beutezüge aus waren.

Egal, uns hat es trotzdem gefallen und wir steuern nun Svolvær an, da die Fährüberfahrt dort kürzer ist wie in Moskenes. Meine Holde Kunigunde ist nicht richtig Seefest (eher überhaupt nicht, das heisst, sie kann überhaupt keinen Wellengang vertragen, aber das darf ich nicht sagen). Wir stehen in der Schlange und sind diesmal gerade das zweite Auto, das keinen Platz mehr hat. Ich habe mit dem eigentlich gerechnet, da um 16 Uhr wahrscheinlich eh am meisten diese Überfahrt nutzen wollen und wir nur knapp vorher da waren. Dann warten wir halt 5 ½ Stunden und machen es uns gemütlich.

Fährabkürzung Richtung Lodingen

Keine 5 Minuten später kommt ein deutsche Womofahrer und fragt uns, wann die nächste Fähre loslegt. Nach einem kürzeren Gespräch weiss ich von ihm, dass er sicher keine 5 Stunden wartet und dass auch eine Fähre 100km weiter von Lødingen losfährt. Der spinnt doch, so zu hetzen im Urlaub. Aus Neugierde nehme ich trotzdem die Karte hervor und schaue mir seine Reiseroute genauer an. Und ich muss sagen, er ist gar nicht der Dümmste: 99km hier fahren, auf der anderen Seite 15km einsparen, die Fährüberfahrt noch viel Kürzer (und damit auch günstiger) wie alle anderen und wenn wir gleich losfahren würden, reicht es gerade noch für die 18:30 Uhr Fähre. Das heisst wir würden etwa 5 Stunden sparen… Und hier auf dem Fährparkplatz ist es ja nicht wirklich schön.

4 Minuten 30 Sekunden später sind wir auch auf dem Weg nach Lødingen. Wir geniessen die Gegend und ich muss sagen, entweder ist die Fahrt auf den Lofoten von Å nach Guillesfjordbotn schöner wie umgekehrt, oder ich habe bessere Laune wie gestern oder trotz des heute schlechteren Wetters gefallen mir die Lofoten je länger je besser.

Egal, wir kommen genau richtig und haben auf der Fähre auch noch Platz und schon wenig später sind wir wieder auf dem Festland und der E6.

Und wieder reisst mich der Norden von Norwegen vom Hocker, Wälder, Fjorde, Seen, Berge. Das ist „mein“ Norwegen, verlassene Gegenden, keine Touristen ausser ein paar Wohnmobile, Natur. Die Einsamkeit gefällt mir irgendwie noch etwas mehr, wie nur super Natur und dafür mehr Leute.

Wir fahren, können uns wieder kaum erholen und im fast einzigen grösseren Dorf Innhavet gleich hinter dem Kreisel eine super Waschanlage für Wohnmobile! Natürlich spritze ich da unser Knutschi ab, schäume es ein und poliere es auf Glanz. Das tut uns richtig gut! Es strahlt über beide Kotflügel und wir machen uns mit noch besserer Laune auf den Weg. 40km später biegen wir von der E6 in eine Nebenstrasse Richtung Horndal. Da finden wir sicher ein geeignetes Plätzchen zum übernachten.

Und was für eins! Direkt am Bergsee, keine 2 m entfernt, links und rechts Berge mit Schneefeldern, am Ufer Wald. Was will man da mehr? Es gibt auf der ganzen Welt einfach nichts genialeres, wie reisen mit dem Wohnmobil! Für nichts würde ich tauschen!

Reisedaten

328km
5:25 Std
regnerisch, wolkig, 4 - 9 Grad

Übernachtung

Horndal - Bergsee****
frei

Stellplatz an einem klaren See

Koordinaten: 67.652504,15.763596
letzter Besuch: 6.2014

Elchsafari am Polarkreis 17.6.2014

Bei strömenden Regen fahren wir Richtung Saltstraumen. Dies ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt, 400 Millionen Kubikmeter Wasser treiben alle 6 Stunden durch diese Enge, dadurch gibt es riesige Wasserwirbel, und das wollen wir uns nicht entg...

grosse Wirbel im Wasser

Saltstraumen

Morgens informiere ich mich übers Internet, wann denn heute die interessanteste Zeit ist. Um 15:15 Uhr soll die Strömung am stärksten sein, ideal für uns. Denn so reicht es, wenn wir um 11 Uhr starten und zwischendurch noch eine Stunde für´s Einkaufen einplanen.

Im Regen verläuft die Fahrt unspektakulär, nur einmal gibt es etwas Action, als sich vor uns zwei grosse Lastenzüge in einem Tunnel kreuzen müssen. Ich gehe schon ein wenig in Deckung, als einer der beiden oben an der abgerundeten Tunneldecke so richtig entlangstreift und ein paar Betonbrocken auf die Strasse fallen. Wegen der Dunkelheit im Tunnel kommen wir aber nicht alles im Detail mit. Wir sind richtige Gaffer geworden ;-)

Beim Saltstraumen angekommen, regnet und windet es immer noch, und so viele Menschen wie hier habe ich nicht mal am Nordkap gesehen. Aber es sieht schon gut aus und die Kräfte des Meeres lassen sich nur erahnen. Wir bleiben insgesamt drei Stunden auf dem Parkplatz, zum einen, um unsere regennassen Hosen wieder zu trocknen, zum anderen um Zeit zu schinden. Denn heute wollen wir uns auf die Suche nach den Elchen machen, und da ist es besser, wenn wir so spät wie möglich fahren.

Die etwa 150km zwischen Rognan – Mo i Rana auf der E6 sehen auf der Karte aus, als ob es dort Elche haben könnte. Wir fahren also so, dass wir an unserem Tagesziel, dem Svartisen-Gletscher, erst um 24 Uhr ankommen. Wir fotografieren alles, Kühe, Schafe, Pferde, Rentiere, Wurzelstöcke, schwarze Hütten, aber keines ist ein Elch mit Geweih, obwohl wir die ganze Strecke schauen wie die Sperber.
Na ja, ganz die Wahrheit ist es nicht, denn das Wetter hat aufgetan und die Gegend ist für uns ein Traum. Ich staune wiedermal meine Augen aus dem Kopf und geniesse wirklich jeden Kilometer. Es ist wieder eine von diesen Strecken, die man unbedingt gefahren sein muss, für uns ist es Nordfeeling pur.

Polarkreisüberschreitung auf der E6

Fast auf dem höchsten Punkt, ca. 700m über Meer überschreiten wir den Polarkreis gegen Süden und da muss natürlich wieder ein Foto gemacht werden. Da es schon spät ist und sehr wenige Leute (keine) dort draussen sind, platziere ich unser Knutschi direkt neben der kleinen Weltkugel und es kommt ganz alleine auf das Foto, damit wir ein Andenken haben, wie zuverlässig es uns auf der Reise geführt hat. Wir sind beide Stolz auf unser Wohnmobil.

Als wir gegen Mitternacht an unserm Tagesziel ankommen, haben wir einen weiteren unvergesslichen Tag in unser Gedächtnis eingebrannt.

Daten

362km
6:00 Std
regnerisch, 4 - 8 Grad

Externe Links

Übernachtung

Mo i Rana - Svartisen****
Stellplatz

Stellplatz ohne nichts, auf Wiese direkt am Gletschersee

Koordinaten: 66.49057,14.197422
letzter Besuch: 6.2014

Wiedermal dunkel und nasse Füsse 18.6.2014

Um 11 Uhr starten wir am Gletschersee weiter Richtung Süden.

wieder ein Elch

Wegen zu starkem Wind fährt das kleine Ausflugschiff nicht und drei Stunden im Regen wandern, um dann den Gletscher für 20m zu besteigen, wollen wir dann doch nicht. Schliesslich haben wir schon viele Hoch- und Gletschertouren in den Alpen unternommen, aber die gesamte Ausrüstung haben wir nicht hier.

Auf Nebenstrassen fahren wir (mist, ich muss Licht machen, ich sehe nichts mehr beim Schreiben. Ich brauche jetzt das erste mal künstliches Licht seit ca. zwei Wochen) von Korgen die 806 nach Hattfjelldal und nachher dem Fiplingvatnet-See entlang. Alles wunderschön.

Zwischendurch fahren wir einem Schild für einen Picknickplatz nach. Die Strasse, d.h. der Weg, wird immer schmaler und steiler. Ich beginne zu schwitzen und bei einem Haus mit drei Mörderhunden frage ich dann doch nach. Wir sind schon zu weit und müssen wieder umkehren. Bin ich froh, als wir wieder Asphalt unter den Rädern haben!!!

Hoch über dem See machen wir Pause und kochen uns ein indisches Menu a la Norwegerart vom Supermarkt. Wir haben etwas Mühe mit dem Rezept, Killing wissen wir, das dies Geflügel heisst, Fløte ist Rahm aber Rømme? Egal, das Menu wird super und wir schlagen uns die Bäche voll.

kleine Wanderung

Nachher wollen wir noch zu einem kleinen Berggipfel hochwandern, um uns einen Überblick über die Gegend zu machen. Schon nach 400m haben wir platschnasse Füsse, alles nur Moor und Sumpf. Sieht schön aus, ist aber sehr feucht. Wir haben uns bis jetzt über all jene lustig gemacht, die hier mit Gummistiefeln wandern gehen, jetzt wissen wir warum und wir wären froh, auch welche zu haben.

Nach einer Stunde sind wir zurück und wechseln zuerst Socken und Schuhe und machen uns dann wieder auf den Weg zur E6. Und dann bei 80 km/h sehen wir ganz unverhofft zwei riesige Elche gleich neben der Strasse. Wir sind zu verdaddert, um auch nur ein Foto zu schiessen. An der nächsten Wendemöglichkeit geht’s wieder zurück, vielleicht sind sie ja noch da? Klar, beide Elche sind da und laben sich an dem Grün. Die Fotos sind im Kasten und wir glücklich. Leider haben sie keine Geweihe, aber man ist ja auch so zufrieden…

Den Snäsavatnet-See fahren wir auf der südlichen Strasse entlang, in der Hoffnung, dort ein ruhiges Plätzchen für die Nacht zu finden, was eigentlich ganz einfach ist.

Und jetzt während dem Schreiben haben wir doch tatsächlich wieder einen Sonnuntergang, theoretisch (sehen tun wir ihn wegen den Wolken nicht), der erste seit 14 Tagen. 14 Tage – 0 Nächte.

Diese Zeit war genial und echt, die Nächte waren immer taghell, nicht mal eine Dämmerung oder so. Wir brauchen nun das erste mal wieder Strom für die Beleuchtung in unserem Knutschi.

Reisedaten

376km
6:40 Std Fahrzeit
8 - 15 Grad, regnerisch, stark bewölkt
Sonnenuntergang: 23:43 Uhr

Übernachtung

Breide - ***
Camping

Rastplatz am Waldrand

Koordinaten: 64.191168,12.193723
letzter Besuch: 6.2014

Besuch und Schnee 19.6.2014

Es ist nun nach Mitternacht und wir sind grad angekommen.

Schneetreiben

Der Wind peitscht mit 70 km/h gegen unser Knutschi, mit ihm die Schneeflocken, die alles rundherum in weiss tauchen und wir stehen auf irgend einem Pass (eventuell heisst er Langsvola) in Norwegen auf 920m ü. M. Man könnte meinen, wir sind im Winter am Nordkap.

Aber – es sieht fantastisch aus hier. Alles halbdunkel, weisse Tundra, Eisbären um uns herum, Elche und Rentiere. Na ja, die Tiere fehlen, der Rest stimmt aber.

Den ganzen Nachmittag bis spät Abends haben wir bei Anett und Walter verbracht, haben so manches über Norwegen und Wohnmobile erfahren und hatten es einfach sehr schön.

Darum mache ich es heute kurz und das war es auch schon. Die Bilder von heute kommen morgen.

Gute Nacht

Reisedaten

254km
4 Std
0 - 13 Grad, leicht bewölkt über Regen bis Schnee
Sonnenaufgang: 3:32Uhr
Sonnenuntergang: 23:17 Uhr

Übernachtung

Stuggudalen - Passhöhe***
frei

Parplatz auf der Passhöhe direkt an der wenig befahrenen Strasse

Koordinaten: 62.844499,11.804272
letzter Besuch: 6.2014

Zu lang gefahren? 20.6.2014

Am Morgen war alles weiss übertünkt, die ganze Nacht hat es stark gewindet und das Womo hat geschwankt, dennoch haben wir gut geschlafen in der kuscheligen Wärme.Das Feeling war schon genial, draussen Winter , drinnen schön warm.

top motiviert am Morgen

Losgefahren sind wir ohne bestimmtes Ziel, aber schon nach wenigen Kilometern habe ich die Karten studiert und den Weg zur Atlantikstrasse rausgeschrieben. Diese Strasse will ich einfach mal sehen und sooo weit sind wir ja auch nicht weg, wir müssen ja nicht mehr heute hinkommen.

Wir fahren quer durch das halbe Land, nehmen ein paar Abkürzungen, die auf der Karte immer noch sehr breit und als Hauptstrassen eingezeichnet sind. Allerdings stellte sich dann heraus, dass die Abkürzungen meistens nur Schotterpisten waren. Es war dann schon sehr seltsam, eine Verkehrsschild „Ende 60“ auf einer Schotterpiste zu sehen, wie wenn wir da überhaupt je mal 60 hätten fahren könnten. Aber immerhin zeigte es uns an, dass wir auf einer Hauptstrasse unterwegs waren... Aber irgendwie eben doch cool, solche Abkürzungen.

Übernachtungsplatz suchen

In und nach Sundalsørga wollen wir einen Campingplatz ansteuern, um unsere Wäsche wiedermal zu waschen. Und wie es so ist, natürlich kommen jetzt keine Schilder mehr mit Campingplatz. Vorher alle paar Kilometer, jetzt nix mehr. Bis Kristianssund fahren wir, dort ist auf der Karte ein Campingplatz mit Vollausstattung eingezeichnet. Entweder finden wir ihn nicht, oder er sieht ziemlich heruntergekommen aus, so dass wir weiter fahren. Der Nächste gibt’s nicht mehr und beim übernächsten ist das Wohnmobilsymbol durchgestrichen. Langsam werde ich säuerlich, da ich nicht so weit fahren wollte. Zum Glück steuert meine holde Kunigeunde unseren Knutschi. Den überübernächsten finden wir trotz drei Runden nicht und dann beschliessen wir, wieder frei zu stehen, da gibt’s einfach keine Probleme. Just im letzten Augenblick landen wir doch noch auf einem Stell- / Campingplatz bei einem kleinen Fischergebäude. Es hat zwar keine Waschmaschine, aber ein toller Platz, wenn er dann mal fertig wird.

Wir sind aber glücklich, sehen direkt übers Meer zur Abendsonne, kochen uns was feines und ich werde noch die nächsten Tage planen, ist doch etwas einfacher, wenn man am Start schon weiss, wo man hin will.

Reisedaten

429km
7:18 Std Fahrzeit
2 - 14 Grad, Schnee, Regen, Sonne,
Sonnenaufgang: 3:10 Uhr
Sonnenuntergang: 23:39 Uhr

Übernachtung

Ekkilsøy - Skjerneset****
Stellplatz

Direkt am Meer bei Fischergebäuden

Koordinaten: 63.081335,7.592962
letzter Besuch: 6.2014

Atlantikstrasse 21.6.2014

Vor dem Wegfahren besuchen wir noch die kleine Reception bei unserem Stellplatz. Dort kann man nämlich frisch gefangen Fisch kaufen der Fischer, die hier stationiert sind.

Atlanterhavsvegen

Leider sind die Fischer von heute noch nicht zurück und wir kaufen tiefgefrorenen Hyse (Schellfisch) von gestern, filetiert, 750gr für 35 Kronen (4.20 €). Wer sagt, Norwegen ist teuer?

Atlanterhavsvegen

Das Abendessen haben wir also eingekauft und ab geht’s zur Atlantikstrasse. Wir sind schnell dort, sie ist sehr eindrücklich aber auch sehr kurz. Ich habe mir da mehr versprochen. Sieht gut aus, muss man aber nicht unbedingt gesehen haben. Ich bin leicht enttäuscht, aber dennoch froh, hier gewesen zu sein, denn sonst hätte ich immer das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Eine Ortschaft nach Molde fahren wir zu einem Caravan-Händler. Wir brauchen noch WC-Chemie. Anfangs Reise hatten wir zwei verschiedene Packungen für das WC dabei, eine blaue mit Chemie, und eine grüne ökologisch. Aber da müssen wir beide sagen, die ökologische taugt aus unserer Sicht nichts. Es riecht im WC strenger, wie wenn man nichts hinzugibt. Bei der blauen hingegen, absolut kein Geruch. Wir brauchten also nur noch die blauen, mit dem Ergebnis, dass jetzt alles aufgebraucht ist. Beim Händler funktioniert keine unsere Kreditkarten und an Norwegischen Kronen haben wir nur noch Kleingeld, das nicht reicht. Also ab zum nächsten Bancomaten. Denkste – 100km weiter finden wir endlich einen, aber da drehen wir nicht mehr um. In unserem Navi sind die POI anscheinend total veraltet, lotste er uns doch an Bancomaten, wo das Gebäude schon zerfallen und sicher kein Geldautomat mehr da war.

Auf der Fahrt kommen wir noch in ein norwegisches Radrennen – Zeitfahren - und wir fahren eine zeitlang hinter diesen jungen Rennfahrern nach. Der eine oder andere hätte schon noch einen Tipp vertragen können, ihre Technik war noch nicht ganz ausgefeilt. Klar machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Ziel, um noch ein wenig Radlerluft zu schnuppern (und Geld aus dem Bancomaten zu lassen). Dabei fällt mir auf, wir haben nun den 22. Tag, also genau jeweils die Schlussetappe der Tour de France. Bin ich darum etwas ausgelaugt und sehne mich nach einem Ruhetag? Haben sich bei mir die acht TdF-Teilnahmen eingebrannt?

Ein paar Kilometer später stehen wir bei Regen auf dem Mjelva-Campingplatz in Andalsnes und beraten uns, ob wir morgen hier einen Ruhetag machen sollen. Die Wäsche wird aber heute noch gewaschen…

Anita hat Halsweh, ist erkältet mit Gliederschmerzen, bei mir ist es wieder am Abklingen und auch meinem etwas geschwollenen Auge geht’s wieder besser. Vielleicht ist es ja doch klüger, bei Regen einen Faulenzertag zu machen. Sonst meinen wir ja nur, dass wir noch alles schnell besichtigen müssen.

Als nächstes würde ja der Trollstigen und eine Fährenfahrt durch den Gairangerfjord anstehen, macht bei schönem Wetter aber bestimmt mehr Spass.

Daten:
240km
4:10 Std
regnerisch, 7 - 11 Grad
Sonnenaufgang: 3:10 Uhr
Sonnenuntergang: 23:30 Uhr

Externe Links

Übernachtung

Andalsnes - Mjerva***
Camping

Campingplatz unter Bäumen, Platz auf Wiese

Koordinaten: 62.544805,7.720364
letzter Besuch: 6.2014

Ruhetag 22.6.2014

Den ganzen Tag hat es geschifft, wir haben unser Knutschi nicht einen Meter bewegt. Zuerst richtig ausgeschlafen, gefrühstückt mit frischen Zopf, den meine Holde gestern noch gebacken hat. Hat das lecker geschmeckt!

Reiseplanungen

Danach habe ich gemerkt, dass es meinen Router verjaggt hat und er nicht mehr funktioniert. Also kein Internet mehr für die Allgemeinheit, bis ich wieder SAT-empfang habe. Na ja, das Camping-WLan geht zur Not, aber ich habe mich fürchterlich aufgeregt, wegen diesem kaputten Router, wo soll ich jetzt einen hernehmen? Meine Anita hat die Situation sofort erkannt, blieb ganz ruhig und sagte mir, dass in Andalsnes ein grosser Wohnmobilhändler existiert der zwischen 13 und 15 Uhr am Sonntag offen hat. Ich soll doch schnell mit dem Fahrrad dorthin, diese Chemiklo-Tabletten holen. Ich also in strömendem Regen los, diese Tabletten gekauft und auch noch zwei unzerbrechlichen Weingläser (die letzten aus Glas überlebten die Schlaglöcher hier in Norwegen nicht) und klatschnass wieder beim Knutschi angekommen. Aber, ich habe mich abreagiert und bin wieder ganz ruhig.

Reiseplanung

Danach haben wir die Planung unsere letzten 10 Tagen begonnen. Wir haben noch viel Zeit und so haben wir in Norwegen schöne Landschaftsrouten herausgesucht und auf der Karte eingezeichnet. Danach legten wir fest, welche und wie wir diese Routen fahren. Ich bin jeweils für Abkürzungen und da ist es ganz praktisch, dass auf unserer Strassenkarte die Feldwege auch eingezeichnet sind mit den Gewichtsbeschränkungen z.B. 4 t oder 6 t oder so. Da weiss ich jeweils, dass ich nur über 4 t fahren kann, die anderen sind mir zu riskant.

Ich am planen und meine holde Kunigunde plötzlich: In der Legende der Karte steht aber, dass dieses Wanderwege sind und die Zahl jeweils die Stundenangaben sind! Nichts mit Tonnen! Ups, zum Glück habe ich meinen Engel. Also nochmals umplanen.

Das Abendessen schlage ich etwas einfaches und schnelles vor und so einigen wir uns auf eine Büchse Ravioli. Allerdings merken wir, dass wir gar keinen Büchsenöffner hier haben, zum Glück bin ich ein ehemaliger Schweizer Soldat und habe mein Sackmesser hier. Die Büchse kann also doch noch geöffnet werden.

Übernachtung

Andalsnes - Mjerva***
Camping

Campingplatz unter Bäumen, Platz auf Wiese

Koordinaten: 62.544805,7.720364
letzter Besuch: 6.2014

Reisestrecken

unseres Reisestrecke