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Marokko 2017
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Reisebericht

Osterstau am Gotthard vermeiden 16.4.2019

Auch dieses Jahr wird sich am Gotthard wird die Blechlawine zum Stehen kommen. Wie man dies umgehen kann.

Da muss man sich keine Illusionen machen, wer vor Ostern in den Süden und will, wird irgendwo im Stau stehen bleiben. Und man muss nicht meinen, wenn man die Fahrt auf Randzeiten verlegt, ist man schnell durch. Diese Idee haben viele andere auch.

Viasuisse rechnet ab Mittwoch mit Stau am Gotthard.

  • Mittwoch von 12 bis 24 Uhr 2 - 6km
  • Donnerstag von 7 – 24 Uhr 4 – 9km, maximum um etwa 24 Uhr
  • Freitag von 0 – 24 Uhr 4 -14 km Minimum 04:00, maximum 8 – 17 Uhr

Pro Km sollte man etwa 15 Minuten Stauzeit rechnen

Es ist übrigens überhaupt keine gute Idee, falls man auf der Kantonsstrasse Richtung Gotthard will. Der Gotthardpass ist noch geschlossen und die Autobahneinfahrten Göschen ebenso. Diese Autobahneinfahrt wird allerdings jeweils zur vollen Stunde für 10 Minuten geöffnet, aber auch nur für die Einheimischen mit UR-Kennzeichen. Da nützt auch das Gerücht nichts, wenn man auf der Kantonstrasse fährt, irgendwo eine Konsumation von mindestens 20.- macht, dass man dann diese Einfahrt auch benützen darf. Die Polizei verweigert den Nicht-Urnern die Durchfahrt auf der Kantonsstrasse, ausser man hat einen triftigen Grund, z.B. eine Hotelbuchung in Andermatt. Die Polizei ist gezwungen, diese Kontrollen zu machen, denn sonst sind innerhalb kürzester Zeit alle Zufahrtsstrassen verstopft und bei Notfällen kommen nicht mal mehr Krankwagen und Feuerwehr ins Tal.

Aber Entwarnung gibt es dennoch: ab etwa 2027 geht die zweite Gotthardröhre auf, bei der überüberüberüberüberüberübernächsten Ostern wird dann der Stau kleiner sein.

Wer also unbedingt durch den Gotthard will, muss vorsorgen. Am Besten auf der Raststätte Neuenkirch etwas vor Luzern stoppen, dort kann man LPG füllen, Toilette und Grauwasser entsorgen. Eventuell lohnt sich dort dann auch den Kühlschrank mit Bier und Cola zu füllen, dann ein grosses Plakat zu malen (kann man auch schon zu Hause machen) und beschriften mit 

  • 10€ Toilettengang 
  • Kühles Bier 12€
  • Kühles Cola  10€
  • Kühles Wasser 8 € 

So kann man sich die Hinreise ins Tessin oder eventuell bis ganz Italien finanzieren. Will man aber bis nach Italien, sollte man wissen, dass die WC-Kassette danach auf der Autobahn in der Schweiz nicht mehr geleert werden kann. Dann sollte man sich auf den Verkauf der Getränke konzentrieren. Hat man ein Gefrierfach im Womo, sollte man dieses noch mit Erdbeer-Cornets füllen und dann kann man das ausfallende WC-Geschäft so kompensieren.

  • Erdbeereis 9 €

Es reicht, wenn man die Preise in € und auf deutsch beschriftet, viele andere Nationen hat es an diesem Weekend nicht. Übrigens, auf der Raststätte Gotthard in Schattdorf darf man als Wohnmobilist für 16.- auf dem Parkplatz übernachten. Diese Gebühr holt man dann im Stau mit dem Verkauf der Dienstleistungen locker wieder rein.

Umfahrungen San Bernardino

Wer den Gotthard umfahren will, hat einige Möglichkeiten. Ich nenne hier mal nur die  San Bernardino-Route. Sie führt zwar  an unserem Haus vorbei, aber auch hier wird es etwa ab Chur immer wieder stehende Kolonnen haben. In der Raststätte Viamala in Thusis kann LPG-getankt werden und wenn man die Ausfahrt Roffla ab der Autobahn hinaus und dann bei der Hauptstrasse für 200m rechts fährt, steht man auf dem grossen Parkplatz des Hotel Roffla. Durch das Hotel hindurch und dann kommt man danach in die kleine «Privatschlucht» Roffla, die absolut Sehenswert ist und alleweil für einen Stopp gut ist. Auf diesem Parkplatz findet man auch mit dem Wohnmobil meistens Platz, im Gegensatz zum Parkplatz der Viamala-Schlucht einige Kilometer vorher.

Die Hauptstrasse bis zur Tunneleinfahrt lohnt sich übrigens bei Stau ebenfalls nicht, da hat man meistens länger wie auf der Autostrasse.

Kommt man übrigens vom Bodensee Richtung San Bernardino sollte man sich überlegen, ob man nicht in der Heuwiese übernachten soll, vor allem wenn man Kinder hat. Aber sich bitte unbedingt gesittet verhalten, ist ein super schöner Platz der für Womos noch nicht verboten ist!

Von daher, viel Spass auf der Oster-Fahrt in den Süden und kommt alle heil an! Und daran denken, Rettungsgasse beim Stillstand oder langsamer wie 10 km/h.


Planung 24 Tage in Irland 18.4.2019

Wir sind mit Volldampf an der Planung unserer Irland-Tour im Mai

nicht nur Online-Planungs-Tools

Während viele nun in die Ostertour starten, sind wir erst an der Planung. Das heisst, ich plane und Anita arbeitet die Festtage. Ich habe unser Roadbook schon in ungefähr ausgearbeitet, auch die Fähren sind gebucht. Normalerweise sind wir ja nicht die Frühbucher, aber auf den Fähren wollen wir bessere Kabinen und da muss man jeweils etwas früher dran sein.

Als Eckdaten haben wir die Fähre von Ijmuiden nach Newcastle am 5. Mai, 6. Mai Cairnryan – Larne und dann am 29. Mai von Dublin zurück nach Chairbourg in Frankreich. Dazwischen wollen wir möglichst viel sehen und uns erholen.

Es heisst also für mich zuerst mal viele Fotos im Web von Nordirland und Irland anschauen, was sieht gut aus, wo könnte es uns gefallen? Dann trage ich alle schönen und sehr schönen Orte in eine Google-Karte online ein (map.google.ch, dann links oben Menu öffnen und auf «meine Orte» klicken, dann auf «Karten» und «Karte erstellen»). So trage ich auf dieser neuen, persönlichen Irlandkarte alle meine gefundenen Orte ein. Dann versuche ich all diese Orte mit einer Fahrstrecke zu verbinden. Wenn dies gelingt, unterteile ich diese Fahrstrecken dann in ungefähr gleich grosse Tagesetappen und beginne, in der Nähe Camping-, Stell- oder Freistehplätze zu finden. So wird die Route und die einzelnen Tage immer etwas konkreter. Ich versuche natürlich auch immer, möglichst Ruhe- und Reservetage einzubauen, so dass wir dann doch flexibel sind und die Reise nach unserem Gutdünken und den täglichen Launen des Wetters anpassen können. Und vielleicht wird ja auch alles wieder über den Haufen geworfen…

Nur die ersten drei Tage versuche ich immer möglichst genau zu planen, so dass Überraschungen aus bleiben. Danach sind wir im Reisemodus und haben uns schon an das Land gewöhnt, so dass wir danach ziemlich frei improvisieren können.

Das sieht für den Start nun in etwa so aus: Freitag Morgen Abfahrt und bis Abends 750km Fahrt in der Nähe der Stadt Hasselt in Belgien. Am andern Morgen machen wir eine kleine Fahrertour und wollen den Fahrradweg durch den See ausprobieren. Mittags fahren wir weiter bis zum Fährhafen, checken dort ein und geniessen ein feines Abendessen und die Kabine auf dem Weg nach Newcastle. Nach der Ankunft dort rasen wir 280km quer durch England und erwischen am späten Nachmittag die Fähre nach Irland. Um 18:30 Uhr kommen wir schon in Nordirland an und fahren auf den Campingplatz in Larne. Am andern Morgen geht es um 8 Uhr weiter bis zum Gobbins Cliff Path und erst dann gehen dort die Ferien so richtig los. Zuerst fahren wir Nordwärts an den nördlichsten Punkt Irlands und dann dem Wild Atlantic Way alles der Küste nach in den Süden.

Ganz im Süden treffen wir Marc mit seiner Familie, der Bruder meiner Schwägerin, der in Irland lebt. Da werden wir dann auch Rast machen und ihm Rückmeldung von seinen Irland-Tipps geben.

Danach geht es wieder nordwärts bis Dublin bis wir wieder auf die Fähre nach Frankreich sind. Die gesamte Reise dauert 30 Tage, wovon 24 Tage auf der grünen Insel.

Wir freuen uns unheimlich, bis es endlich losgeht und wir wieder täglich von unterwegs berichten dürfen. Wir haben einige Orte extra für tolle Fotospots ausgesucht und hoffen, auch megamässige Bilder liefern zu können.


Frohe Ostern 21.4.2019

Die Besatzung des Knutschis wünscht allen eine schöne Ostern und unfallfreie Fahrt.

E-Mobilität und Zukunft der Energie 22.4.2019

Seit wir ein E-Auto fahren, werde ich immer wieder in Diskussionen über die Energiewende verstrickt. Ein paar Gedanken darüber.

Wir fahren nun seit einem halben Jahr ein nur elektrischen PW und sind total begeistert. Für unseren Gebrauch ist das absolut perfekt. Seit da werde ich immer und immer wieder in Diskussionen um den Sinn oder Unsinn der E-Mobilität verwickelt. Erschreckend ist es manchmal, wie Menschen sich eine Meinung bilden, obwohl sie nur sehr, sehr wenige Fakten haben und Dinge nicht zu Ende denken. Davon nehme ich mich nicht überall aus, aber bei einigen Themen gehe ich dann schon auf den Grund, bevor ich eine Meinung haben will. Zur E-Mobilität und Energiewende habe ich in den letzten Monaten ziemlich intensiv recherchiert.

Ausgangslage

Die weltweiten Erdölreserven reichen noch ca. 50 Jahre, wenn wir nichts ändern. Ob das jetzt nur 40 Jahre sind oder doch 100 sind, ändert nicht viel, denn in 150 Jahren werden wir kein Öl mehr haben. Also muss Öl, Gas und Kohle ziemlich zügig abgelöst werden. Atomkraftwerke können auch keine Alternative sein, wenn wir nicht wissen, was wir mit dem Atommüll machen wollen und ihn nicht Entsorgen können. Und alles den nachfolgenden Generationen hinterlassen, kann keine Lösung sein.

Es bleiben die erneuerbaren wie Wind-, Wasser-, Bio-  und Sonnenenergie plus Erdwärme. Nicht alle dieser Energien fallen aber regelmässig an und sind nicht für alle Regionen gleich interessant.

In Mitteleuropa könnte man für die Wärmerzeugung der Gebäude auf Erdwärme und erneuerbare Energien setzen (Pelltes-, Schnitzel-, Holz-Heizungen). Das funktioniert ja schon prächtig. Für die Stromproduktion müsste zum grossen Teil die Sonne herhalten. Mit weniger als 0,3 Prozent der verfügbaren Wüstengebiete in Nordafrika und im Nahen Osten könnte mittels Solarkraftwerke genügend Energie für den steigenden Bedarf dieser Länder sowie für Europa erzeugt werden. Das Problem dabei: am kürzesten Tag des Jahres scheint in diesem Teil für 7 Stunden keine Sonne, also keine Energie. Man muss also mit einem Teil des Stroms tagsüber Wasser in Seen hinaufpumpen, um dieses dann nachts benützen, wieder Strom zu erzeugen. Mit einem Mix aus Windkraft, erneuerbaren Energien und Thermo-Solarkraftwerken können diese maximal 7 Stunden überbrückt werden (Eventuell muss nachts ja auch nicht jede Strassenbeleuchtung eingeschaltet sein).

Da Strom aber durch grosse Tranksportwege auch Energie verliert, muss man diese Wege möglichst kurz halten, d.H. der Strom müsste dort produziert werden, wo er auch gebraucht wird: auf den Dächern der Häuser. Im Sommer auch hier in Mitteleuropa problemlos möglich, nur im Winter stehen wir wieder an, so dass wir dann auf die Solarpanels in der Sahara angewiesen wären. Norwegen und die Schweiz mit dem grössten Potential der Wasserkraft, müssten seine Stauseen ausbauen. Eventuell den Rheinfall opfern und dafür keine Atomkraftwerke mehr betreiben?

Mobilität

Es wird wahrscheinlich auch eine Zukunft von einem Mix verschiedenster Antriebe geben. In den Startlöchern ist die E-Mobilität, etwas weniger weit ist der Wasserstoff-Motor. Das Problem des Wasserstoffs: der Wert des «Well-to-Well», also von der Produktion bis zur Verteilung, hat Wasserstoff eine Effizienz von etwa 55%. Man muss also eine Energie für 180km produzieren, damit man schlussendlich 100km fahren kann. Bei Diesel und Benzin ist dieser Wert bei etwa 82%, Produktion also für 122km. Selbstgemachter Solarstrom liegt etwa bei 99% und transportierter Strom bei 94%, Produktion also für 101km und für 106km.

Frachtschiffe, die weite Strecken überwinden müssen, müssten wahrscheinlich mit Wasserstoff, weiterhin Diesel und/oder Wind fahren. Da hat man Schwierigkeiten, so grosse Mengen Strom platzsparend zu lagern.

Herstellung

Ein Auto-Elektromotor hat ca. 900 Einzelteile, ein gleich grosser Dieselmotor etwa das zehnfache, die Herstellung der Motoren spart also Resourcen. Bei der Herstellung einer Batterie gibt es momentan noch die Schwierigkeit, dass Lithium und die andern benötigten Rohstoffe meistens in Südamerika abgebaut und die Leute und die Natur dort ausgebeutet werden. Das ist allerdings ein Problem der Profitgier der Firmen und nicht der E-Mobilität geschuldet. Im Gegenzug wird es bei Diesel immer Tankerunglücke und Ölpests geben, die die Natur ebenfalls schädigen. Im übrigen wird jährlich etwa 788 Millionen Tonnen Diesel benötigt, nur um den Diesel selber und das Öl auf der Welt zu verteilen…

Elektroautobatterien können recycelt werden, auch wenn es nicht ganz einfach ist. Allerdings wird die Zukunft einer alten Autobatterie eher als Stromspeicher weiterhin genutzt werden. Ausrangierte Antriebsbatterien könnten z.B. bei den Häusern als Stromspeicher verbaut werden, so dass der eigene produzierte Solarstrom nachts wieder gebraucht werden kann. Da macht es dann auch nichts, wenn die alte Batterie nur noch 50% Ladekapazität hat.

Zukunft

Auch wenn der Wasserstoffantrieb in Zukunft noch optimiert wird, kann er wegen der energieaufwändigen Herstellung nie über eine Effizienz von über 60% kommen und wird darum nur für gewisse Transportmittel eingesetzt werden, wie z.B. Schiffe und Flugzeuge. Für die kleinen Fahrzeuge wird die E-Mobilität mit eigenem Solarstrom die Zukunft sein. Dazu muss aber das Reiseverhalten angepasst werden: Laden tagsüber am Arbeitsplatz und eine Reise muss besser geplant werden und geht nicht mehr ganz so spontan wie bisher. Denn in Zukunft werden E-Autos ans globale Stromnetz angeschlossen und stehen dann keine längeren Fahrten an, wird Strom nachts von der Batterie ans Stromnetz abgegeben und tagsüber wieder aufgeladen. Der Strompreis wird in Zukunft bei sonnigen Tagen günstig sein und nachts am teuersten, also das pure Gegenteil wie heute.

Man kann für oder gegen E-Mobilität sein, aber irgend etwas muss gegenüber heute geändert werden. So weitergehen wie jetzt kann es ja nicht. Dass Norwegen voll auf E-Mobilität setzt und gleichzeitig Erdöl fördert und damit viel Geld verdient, ist auch eine Doppelmoral und nicht so grün, wie sich die Norweger heute geben.

Als allererstes müsste man aber auf das Flugkerosin mindestens gleichviel Steuern verlangen, wie beim normalen Diesel. Damit wäre schon fast die halbe Energiewende finanziert und schlussendlich extrem viel C02 gespart, weil weniger geflogen wird.

Wir persönlich haben die Energiewende schon fast geschafft, heizen mit Holzpellets, fahren mit Solarstrom. Jetzt warten wir einfach auf alte Antriebsbatterien, die man als Stromspeicher für den Bezug nachts benützen könnte…

Nur unsere Ferienreisen absolvieren wir immer noch mit Diesel, sparen dort im Wohnmobil aber viel Wasser und machen auch den Strom selber...


Das Wohnmobil wird beladen 25.4.2019

Die Vorfreude steigt, der Stress auch, aber schon bald geht es los.

Anita werkelt in der Küche, sortiert Gewürze, beschriftet sie neu und wirft alte Lebensmittel raus. Wir waren mit unserem Knutschi schon lange nicht unterwegs, und da steht nun einiges zu kontrollieren an. Wir haben kein Gas mehr, können also den Kühlschrank nicht austesten und vorkühlen. Aber eben, es gibt noch viel anderes zu tun. Dafür habe ich heute neue Gummistiefel gekauft, damit wir dann in Irland auf jedes Wetter vorbereitet sind. So richtig schön warme, schön weich und anschmiegsam mit Goretex Fütterung und insgesamt einen relativ kurzen Schaft. Ich habe übrigens eine riesen Freude an ihnen, hoffentlich regnet es bald, dass ich sie mal tragen kann. Die Regen-Pelerinen haben wir übrigens noch von Schottland und diese sind sicher auch Irlandfest.

Morgen fahren wir an unsere erste Rally. Ihr wisst nicht, was eine Rally ist? Gemeint ist nämlich nicht eine Autorally im Motorsport, sondern eine CampingRally. Keine Angst, diese Bedeutung kannte ich bis letztes Jahr auch nicht und das zeigt, dass ich im Campingbusiness eben ein Quereinsteiger bin. Der Ausdruck meint also ein Campingtreffen und/oder eine gemeinsame Ausfahrt mit Wohnwagen, Wohnmobilen oder Zelten.

Es findet die Frühlingsrally 2019 in Landquart statt. Und wir werden zum ersten Mal dabei sein. Freitag abends findet der Pizza-Plausch à discrétion statt, wo ich noch etwas Wahlkampf betreiben kann. Denn am Samstag findet an eben dieser Rally die Delegiertenversammlung des Schw. Camping- und Caravanning Verband statt, wo ich in den Vorstand gewählt werde. Ab dann will ich nur noch mit Herr angesprochen werden…

Nach der Versammlung geht es abends für uns direkt nach Regensdorf, wo wir am Sonntag ein Wohnmobil-Sicherheitsfahrtraining (Schleuderkurs) besuchen, was sicher spannend wird.

Sonntagabend sind wir dann wieder zu Hause, arbeiten noch vier Tage und dann geht es ab nach Irland. Man, wie wir uns freuen!

Soll ich den Tisch und das Essen jetzt schon auf der Fähre reservieren? Habe eben grad noch ein Email bekommen, wo ich von der Fährgesellschaft auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht werde.


Wahlen und mehr Sicherheit 28.4.2019

Unser interessantes Wochenende ist vorbei, hier eine Kurzzusammenfassung

Freitag waren Anita und ich an der Frühlingsrally des Schweizerisches Camping- und Caravanning Verband in Landquart. Bei strömendem Regen konnte ich meine neuen Gummi-Stiefel erproben, die sich total bewährt haben. Den Abend im Festzelt verbrachten wir mit netten Campern und mit feinen Pizza’s à discrétion. Es war wirklich ein tolles Fest und es wurde im Festzelt ziemlich spät, oder gar früh, darum erschien dann am Freitag kein Blogbeitrag mehr.

Samstag war dann die Delegiertenversammlung des Verbandes, wo ich in den Vorstand gewählt wurde. Ich bin jetzt also offizielles Vorstandmitgliedes dieses Schweizerischen Landesverbandes. Nach der Sitzung hiess es für uns dann ziemlich zügig unser Wohnmobil zu schnappen und ab nach Regensdorf zu fahren. Dort auf dem Gelände der Anti-Schleuderschule Regendsorf warteten schon die andern Kursteilnehmer mit ihren Womos. Nach der Begrüssung und sich nun etwas schönerem Wetter beschlossen wir gemeinsam noch zu grillen und gemeinsam das Abendessen einzunehmen. Auch hier wurde es ein toller, lustiger Abend mit vorher unbekannten Personen. Wir wurden von den Kursleitern schon an diesem Abend hervorragend betreut und die Campergeschichten dauerten auch da wieder sehr lange. Also auch kein Blogbeitrag.

Heute Morgen war dann das Aufstehen ziemlich hart und es ging gleich zur Sache. Zuerst drifteten wir auf einer spiegelglatten Unterlage mit fremden Autos umher, drehten uns unfreiwillig und lernten so, wie man sich verhält, wenn man ins Schleudern kommt. Nachmitttags wurden dann unter anderem die Bremswege des eigenen Womo gemessen und man konnte an seinem eigenen Womo erfahren, wie gut sich mit ABS auch auf eisiger Unterlage bei einer Vollbremsung ausweichen geht. Auch das Auffangen des Womos in einer rutschigen Kurve wurde geübt. Wir Teilnehmern waren erstaunt, wie gut wir unsere Lieblinge nach einigem Üben im Griff hatten. Natürlich haben wir noch viele andere Dinge gelernt, aber dazu kommt dann morgen ein spezieller Blogbeitrag.

Dieser Womokurs ist absolut empfehlenswert…

Womo-Fahrsicherheitstraining bei der ASSR 29.4.2019

Unsere positiven Erfahrungen mit einem Schleuderkurs extra für Wohnmobilisten.

ein ganz klein wenig schleudern mit dem Wohnmobil

 

Wir fahren kurz nach 18 Uhr durch das schmale Tor des Testgeländes in Regensdorf. Wir sehen schon andere Wohnmobilisten mit ihrem Gefährt dort stehen und werden sofort freundlich von Markus und Andreas, den beiden Kursleitern, begrüsst. Ein Platz auf dem Testgelände wird uns zugewiesen und Strom steht schon bereit, im Nu sind wir eingerichtet.

Der Kaffeeautomat im Pausenraum läuft schon auf Volltouren, alle bisher angekommenen Gleichgesinnten sind dort schon rege am Diskutieren, schnell sind Bekanntschaften geschlossen und Reisetipps ausgetauscht. Draussen klart das Wetter etwas auf und der Regen hat aufgehört. Ich benutze diesen Moment, um zu Fuss einen Rundgang über das Testgelände zu machen. Es ist wirklich schön angelegt, eine gerade Strecke mit Metallbelag, auch ein grosser Kreisel mit der gleichen Oberfläche, daneben eine Offroadstrecke und in der Mitte eine Trial-Motorrad-Piste. Es sieht sehr gepflegt aus und ich werde immer gespannter, was uns morgen an diesem Kurs erwartet.

Wieder zurück am Empfangsgebäude wird von den Kursleitern ein Grill herangezaubert und schnell ist dieser mit Fleisch von allen Ecken der Schweiz belegt. Da es wieder zu regnen beginnt, wird der Schulungsraum kurzerhand in einen Speisesaal verwandelt und wir sitzen bis spät abends dort zusammen und erzählen unsere Storys aus unserem Womoleben. Wir erfahren, dass die Kursleiter selber Wohnmobilisten sind und heute sogar mit ihrem eigenen Womo auf dem Gelände übernachten, obwohl sie keinen weiten Arbeitsweg haben. Wenn wir in dieser Runde jetzt hören, was für Fahrzeuge auf dem Testgelände schon gebrannt haben, dass Geldtransporter gekippt sind und Polizei-BMW’s geschrottet wurden, wird mir etwas angst und bange um unser Knutschi! Ob ich diese Nacht gut schlafen werden?

Auf alle Fälle bin ich morgens um 7:45 Uhr noch nicht wirklich ganz wach, als man sich schon wieder im Vorraum trifft und um 8 Uhr der Kurs pünktlich im Schulungsraum beginnt. Erste Frage: was haben wir persönlich für Ziele für diesen Kurs? Mmhh… Ich möchte etwas für meine Fahrkompetenz lernen und ganz ehrlich, ein tolles Foto von einem schleudernden Wohnmobil wäre schon nicht schlecht (aber das sage ich in dieser Runde natürlich nicht öffentlich). Es gibt einige teilnehmenden Frauen, die besser rangieren oder auch nur mehr Selbstvertrauen aufbauen wollen, wenn sie mit dem Wohnmobil selber fahren. Die Kursteilnehmerschar ist bunt gemischt, Anfänger und alte Hasen halten sich in etwa die Waage.

Der Kurs ist übrigens für 12 Teilnehmer, ich selber bin als Teilnehmer angemeldet, meine Anita nur als Beifahrerin. Es gibt aber auch Ehepaare, die beide als Teilnehmer den Kurs bestreiten.

Theorie

Sitzposition

Nach der kurzen Vorstellungsrunde geht es gleich ans Eingemachte: Sitzeinstellungen. Klar schaue ich zwischendurch, dass die Kopfstütze die richtige Höhe hat und ich immer im richtigen Abstand zu den Fusspedalen sitze. Aber dass man zuerst die Sitzhöhe, dann die Rückenlehne und Kopfstütze und erst dann den Abstand zu den Fusspedalen einstellt, ist mir ziemlich neu. Dass mit der richtigen Sitzstellung im Fahrzeug die allermeisten Verletzungen arg reduziert oder gar vermieden werden könnten, leuchtet nach den Erklärungen von Markus so ziemlich ein. Da habe ich in den letzten Jahren wohl geschlampt und einfach nur Glück gehabt. Bestätigt wird dann dies etwas später, als wir im Autosimulator eine Vollbremsung machen müssen. Ziel dabei: eine schnelle Reaktionszeit und 100kg druck sofort auf das Bremspedal bringen. Tönt ziemlich einfach. Aber alle haben diese einfachen Vorgaben nicht im ersten Versuch geschafft, bis ich an die Reihe komme. Als ehemaliger Radprofi habe ich viel Kraft in den Beinen und da ist es wohl für mich ein Klacks. Sitz einstellen, losfahren und warten, bis die Ampel auf rot zeigt. Voll Druck auf das Bremspedal und aus dem Lautsprecher quietscht und kracht es. 0.35Sek Reaktionszeit, Druck auf dem Bremspedal 35kg und 47m Bremsweg. Schöne Schlappe, und als mir Andreas dann auch noch sagt, dass ich so Fuss-, Knie- und Hüftgelenkt gebrochen hätte, ist das ziemlich peinlich. Ich sitze zu weit hinten, bei der Vollbremsung habe ich das Bein ganz durchgestreckt und beim Aufprall keine Chance, irgend etwas abzufedern. Beim dritten Versuch erfülle ich dann alles, richtige Sitzposition, wieder 0,35 Sek Reaktionszeit, 107kg Druck auf das Bremspedal und der Bremsweg ist nur noch 16m. Na schon besser, oder?

Schleudern

Dann geht es zu den Autos, die zur Verfügung gestellt werden. In jedem Auto zwei Kursteilnehmer, durch Funk mit dem Kursleiter verbunden. Wir warten angespannt, bis wir auf der geraden Metall-Strecke mit 30km/h einen einfachen Spurwechsel durchführen sollen. Voll easy. Was wir aber nicht wissen, bei diesen Fahrzeugen sind die elektronischen Fahrassistenten abgestellt und auf den Hinterrädern abgelaufene Pneus montiert. Und bei diesem einfachen, langsamen Manöver verliert jeder Teilnehmer das Auto so dermassen, dass jeder mindestens drei Pirouetten dreht. Und jeder, aber wirklich jeder, schaut mit den Augen auf das Hindernis und hat keine Chance, heil durch zu kommen.

Danach lernen wir, wohin wir die Augen richten müssen und was man noch machen kann, wenn das Fahrzeug ins schleudern kommt. Bei den nächsten Versuchen geht es jeweils immer ein bisschen Besser und am Schluss können wir so einen Spurwechsel wirklich durchführen. Es ist schon krass, wie viel etwas Übung ausmachen kann.

Schleudern

Schleudern mit eigenem Wohnmobil

Nach dem Mittagessen sind wir dann mit dem eigenen Wohnmobil an der Reihe und uns bleibt der Atem im Halse stecken, als Markus erklärt, dass wir nun die gleiche Übung mit 50km/h und unserem eigenen Wohnmobil machen müssen. Aber es soll halb so schlimm sein, schliesslich haben wir gute Pneus drauf und haben auch elektronischen Fahrassistenzen. Aber ganz ehrlich, wirklich beruhigt uns diese Aussage überhaupt nicht!

Mit ziemlich mulmigen Gefühl besteigen wir die Womos und erhalten wieder per Funk unsere Instruktionen.

Zuerst eine starke Bremsung auf Asphalt, damit die ganze Ladung und der Haushalt mal bewegungssicher verstaut wird. Anita springt natürlich grad auf und räumt unser Womo in Windeseile noch ganz fertig auf. Dann fahre ich los und Bremse ziemlich stark am markierten Ort. Nichts scheppert alles ok. In der zweiten Runde ist eine Vollbremsung dran. Meine erste Vollbremsung mit dem Womo… Dabei schepperst dann doch ein wenig in den Kästchen, aber fast augenblicklich steht unser Womo. Buhh, gut gegangen. In der dritten Runde sollten bei der Vollbremsung zwei Räder auf Asphalt und zwei auf der Eisenfläche stehen (die Eisenfläche simuliert Eis). Der Bremsweg ist dadurch schon mehr als doppelt so lange und das ABS rüttelt ziemlich stark am Fusspedal. Aber unser Knutschi bleibt kerzengerade auf der Strasse stehen. Die vierte Runde wird dann mit allen Rädern auf dem Eis absolviert. 50km/h beschleunigen, auf die Eisfläche und Vollbremsung. Denkste. Unser Knutschi rutscht einfach weiter und weiter und weiter und weiter. Ende der 72m langen Eisfläche kommt dann wieder Asphalt und erst dort spüre ich eine Bremswirkung und unser Knutschi kommt zum stehen. Echt krass!

Das im Video ist tatsächlich eine VOLLBREMSUNG! Simuliert auf Eis mit Sommerpneus.

Wir haben dann Glück, dass noch ein Womo von einem Kursteilnehmer mit Winterpneus und ein anderes mit Allwetterreifen ausgestattet ist. Es sind krasse Unterschiede, einfach unvorstellbar! Das mit Winterpneus steht in der Hälfte der Eisfläche still, ich schätze gerade mal etwa einen viertel des Bremsweges von unserem Knutschi. Auch die Allsaisonreifen des anderen Teilnehmers ist wohl besser wie unser Knutschi, aber viel schlechter wie das Winterpneu bereifte. Da steht für mich schnell fest, im Winter nur mit Winterpneus, Allwetterreifen kommen für mich nicht in Frage und falls es mit Sommerpneus mal schneit, fahren wir keinen Meter mehr…

Die nächste Übung ist dann auf der Eisfläche bei einer Vollbremsung auszuweichen. Bremswirkung gleich null, aber das ABS arbeitet so gut, dass wir problemlos einem Hindernis ausweichen können, ohne dass wir ins schleudern geraten. Ich bin stolz auf unser Knutschi.

Danach geht es auf den eisigen Kreisel, wo wir so schnell fahren dürfen, wie wir wollen. Mein erster Versuch ist natürlich viel zu schnell, obwohl ich nur 30 km/h fahre. Mein Womo rutscht einfach geradeaus, also voll auf die Bremsen, bis wir stillstehen. Nichts passiert, aber die Kurve hätte ich niemals erwischt. Und dann das erstaunliche: nach dem vierten Versuch mit gleicher Geschwindigkeit bringe ich unser Knutschi um die Kurve rum. Klar, es rutscht zwischendurch noch immer, aber mit richtigem Bremslösen und wieder bremsen, den Blick an den richtigen Ort, geht es tatsächlich. Aber auch klar, wenn jetzt da vier echte Bäume stehen würden und ein LKW entgegenkommt, würde ich wahrscheinlich sofort wieder in Panik verfallen und alles falsch machen. Aber ich werde mich an der Nase nehmen, dass so eine Situation nie eintrifft.

Fahrparcour

Danach kommt ein Geschicklichkeitsparcour mit dem Womo, mit wirklich allem, was man sich so denken kann: rückwärts um die Kurve Slalomfahren, seitwärts einparkieren, Grösse des Womo schätzen, auf Keile fahren, Bretter treffen, nahe an ein Hindernis hinfahren, Womo wägen (scheisse, meines ist immer noch zu schwer), Zeichen beim einparken geben und noch vieles mehr.

Ganz am Schluss geht es noch um Ladungssicherung (muss mir noch zwei Spanngurte kaufen, um da zu optimieren) und wir erhalten ein Massblatt über die Dimensionen unseres Womos. Schlecht: es ist fast voll beladen immer noch 100kg zu schwer. Positiv: es ist nur 2.95m hoch und nicht 3.05m wie ich immer gemeint habe.

Fazit:

Ich empfehle diesen Kurs wirklich jedem Wohnmobilisten. Es wird einem vieles ganz klar vor Augen geführt: Ladungssicherung, Sitzposition und Fahrverhalten, wie ungemein wichtig dies alles für die eigene Sicherheit ist. Und es wird auch drauf hingewiesen, sobald man unsicher ist, sollte man das Tempo verlangsamen, egal, wer hinten fährt und wie gedrängelt wird. Es geht um unsere Sicherheit und um unser Geld. Wenn wir auf einen hinter uns fahrenden Rücksicht nehmen, sagt uns niemand danke, wenn etwas passiert.

Tipp

als Beifahrer kann man jeweils im Wohnmobil oder beim Schleudern mitfahren, aber nicht selber steuern. Man lernt dabei auch sehr viel, aber eben, selber ausprobieren geht dann nicht. Da Anita in der Spitex arbeitet und dadurch viel im PW unterwegs ist, wird sie sich an einen PW-Schleuderkurs anmelden. Für sie nochmals einen Womo-Schleuderkurs zu absolvieren, finden wir nun eigentlich nicht mehr nötig. Fühlt sich aber ein Ehepartner unsicher beim Womo steuern, sollten beide Personen als Teilnehmer diesen Kurs absolvieren.

Weitere Infos

  • Womo-Schleuderkurs Kosten 350.- / pro Person
  • nur Beifahrer 50.- (für Mittagessen und Versicherung)
  • Wochenend-Zuschlag 30.-
  • Jeder Teilnehmer erhält 100.- Subvention an das Kursgeld aus dem Verkehrssicherheitsfond direkt abgezogen
  • Ist man Mitglied beim SCCV erhält man nochmals 60.- Rabatt (Jahresmitgliedschaft 65.-)
  • Es gibt Fahrzeugversicherungen, die nochmals einen Beitrag an diesen Kurs bezahlen, also bei der eigenen Versicherung nachfragen…

Falls jemand einen Wohnmobil-Schleuderkurs machen will und die Kurse ausgebucht sind, unbedingt ein Mail an die ASSR schreiben, sie führen solche Kurse auch einfach durch, wenn genügend weitere Anfragen vorhanden sind.

Anmerkung in eigener Sache: Ich absolvierte diesen Kurs als Vorstandsmitglied des SCCV und musste ihn nicht bezahlen.

Nachtrag: nach der Vollbremsung mussten wir den Verlust eines Eis im Kühlschrank feststellen. Alles andere war noch ganz.

Externe Links

Wohnmobil ist falsch 30.4.2019

Wir haben gar kein Wohnmobil! Was sollen wir jetzt machen?

Bild von escapetraveler.net

Immer und immer wieder schreibe ich etwas über Wohnmobile. Sogar mein Blog heisst Womoblog, aber ist das nicht falsch? Oder es stimmt allerhöchstens für ganz wenige? Wohnen wir im Mobil? Nein! Wenigstens nicht wir, aber zum Beispiel Marc und Selena von whatabus.de. Die behaupten ja immer, sie hätten einen Kastenwagen, haben sie aber auch nicht, denn sie haben wirklich ein Wohnmobil! Auch wenn sie es nicht glauben wollen.

Und wir blufften immer, dass WIR ein Wohnmobil haben. Dabei wohnen wir ja nicht mal drin, auch wenn wir nur rumstehen, auf einem Campingplatz zum Beispiel. Denn da sind wir auch nicht im Mobil, oder nur kurz oder höchstens zum Schlafen. Im schönen Wetter sitzen wir nämlich draussen, in der Natur. Wir kochen draussen, essen draussen. Nur die Körperentsorgungsöffnungen brauchen wir im Mobil. Und falls es mal länger regnet, sitzen wir auch nicht drin, das heisst, nicht im stehenden Mobil, dann fahren wir nämlich weiter, irgendwohin wo es nicht schifft. Also ist es nicht mal im Regen ein Wohnmobil, höchstens ein Wartemobil. Aber haben wir ein Wartemobil gekauft? Die werden nämlich nicht verkauft, denn das tönt so negativ. 

Aber wir haben ein Reisemobil! Denn wir reisen fürs leben gerne. Wir sind schon bald 100’000km gereist, das ist eine schöne Zahl. Stellt euch vor, wir müssten sagen, wir haben schon 100’000km gewohnt? Schön blöd, oder? Wir haben also ein Reisemobil. Zum Reisen, ja das könnte stimmen. Aber dann müsste mein Blog Reiseblog heissen, oder Reisemobilblog, tönt aber irgendwie auch nicht gut, oder? Und die Domains sind eh schon besetzt. Muss ich jetzt in unser Mobil wohnen gehen, damit mein Titel wieder stimmt? Das Haus aufgeben? Würde ich ja vielleicht machen, wenn ich einen Kastenwagen hätte, denn dann würde ich zum Wohnmobil aufsteigen.

Und ich merke gerade, ich bin ja nicht mal Wohnmobilist, sondern Reisemobilist. Zum Glück steht auf meinen Visitenkarten nirgends «Wohnmobilist», denn dann müsste ich auch noch diese neu machen lassen. Das wird noch irgendwie schwierig, sich an Reisemobilist zu gewöhnen. Immerhin habe ich meine zweite Webseite 100Orte-Reisemobil.ch richtig betitelt. 100 Orte Wohnmobil wäre ja echt mühsam, da müsste man mindestens 100 x umziehen.

Dabei fällt mir auf, dass noch einiges andere auch nicht stimmt, wenn man so darüber nachdenkt. «1000 Wege führen nach Rom» dabei haben wir schon tausende Strassen benützt und sind noch nie in Rom angekommen. Im Gegensatz dazu ist der Herr Goethe ziemlich gescheit, eines seiner Zitate auf meiner Einstiegsseite heisst: «Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.» Da hatte dieser Herr Goethe schon vor 200 Jahren recht - blöd nur, hatte der kein Reisemobil. Ein Wohnmobil hätte er ja abgelehnt, denn dann würde er ja wohnen und nicht reisen.

In diesem Sinne, allen in ihren Reisemobilen einen schönen nächsten Monat Mai und freut euch auf eure Reisen. Und all die wenigen in ihren Wohnmobilen, wohnt schön weiter und seid ein bisschen neidisch auf unsere Reisemobile.

Nachtrag: Göthe oder Goethe? Darüber könnte man nun wieder lange philosophieren. Aber Herr Goethe schrieb sich selber nicht Göthe und darum ist anscheinend Goethe richtig, auch wenn es nicht logisch ist. Aber das war es bei einem Wohnmobil auch nicht, bevor es ein Reisemobil wurde... Der Herr Goethe meinte auch: «Weise verfallen in Unwissenheit, wenn sie mit Unwissenden streiten.»


Warntafel und Fahrradträger 2.5.2019

Warntafel ist in Italien auch bei leerem Fahrradträger Pflicht.

zählt so übrigens nicht, die Tafel wird zum Teil verdeckt

Morgen geht es ab nach Irland, juhuii! Höchste Zeit also, dass ich mich um die Verkehrsvorschriften in den von uns durchfahrenden Ländern informiere. Wir werden Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien, Holland, England und Irland durchfahren.

Da wir die Fahrräder mitnehmen, informiere ich mich zuerst, ob ich eine Warntafel montieren muss. Das lasse ich wenn möglich weg, ist einfach mühsam diese jedes Mal wieder montieren zu müssen.

Hier stosse ich auf die erste Überraschung: Dass diese Tafeln in Italien und Spanien Pflicht sind, ist mir klar. In Spanien ist übrigens eine Tafel mit schwarzer Umrandung richtig, in Italien braucht man diese schwarze Umrandung nicht, dafür 5 rote und vier weisse Streifen... Aber, in Italien muss alles mit dieser Tafel gekennzeichnet sein, das über die im Fahrzeugausweis angegebene Länge hinausragt. Das heisst übrigens, auch der leere Fahrradträger muss mit der Tafel gekennzeichnet sein! Wenn man das Gesetzt richtig interpretiert, müsste das in Spanien auch so sein. Also wer nach Italien ohne Fahrräder vereisen will, montiert den Ständer vorher besser ab (kleine Anleitung). In Frankreich ist die Warntafel erst ab einem Meter Überhang notwendig.

Bei allen von uns geplanten Ländern ist diese Warntafel nicht obligatorisch. Allerdings müssen wir für Frankreich ein Satz Ersatzbirnen für den Fiat Ducato mitnehmen, dazu in den meistens Ländern obligatorisch: Pannendreieck, zwei Warnwesten und eine nicht abgelaufene Notfallapotheke mit Verbandsmaterial.

In England gibt es keinen Rechtsvortritt, pardon, Linksvortritt. Wenn nicht signalisiert ist, müssen sich die Autofahrer irgendwie verständigen. Auch ist das Blinker setzen in einem Kreisel etwas anders. Wer die nächstliegende Ausfahrt benutzt, blinkt durchgängig ab der Einfahrt links, wer den Kreisel bei der zweiten Abfahrt verlässt, blinkt erst bei der Abfahrt links. Wer die dritte Ausfahrt wählt, blinkt während des Kreiselns auf der Innenspur durchgängig rechts und setzt beim Verlassen den linken Blinker.

In allen Ländern halte ich mich an die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten, vor allem in der Schweiz und Frankreich, denn dort wird es teuer, nicht ganz so streng muss ich in Deutschland aufpassen, dort sind diese Übertretungen ein wahres Schnäppchen.

Innerorts, 60 statt 50km/h

  • 15 € Deutschland
  • 120 CHF Schweiz
  • 30 € Österreich
  • 50 € Belgien
  • 90 € Frankreich

In Irland wird seit 2005 übrigens metrisch gemessen, in Nordirland und England ist das Masssystem noch immer angloamerikanisch.

Interessant ist übrigens in Irland das Schild Sackgasse



Ja, wir sind gestartet 3.5.2019

Endlich geht es los, wir konnten es kaum erwarten.

Endlich wieder unterwegs, einfach herrlich!

Um 14:30 Uhr sind wir abfahrbereit, alle Kleider drin, Esswaren nur das nötigste und ein paar Getränke. Das meiste werden wir dann erst in Nordirland einkaufen, schliessen haben wir da zwei Fähren ohne Gas und Kühlschrankbetrieb. Bis dahin kommen wir mit wenig aus.

Heute morgen hatte ich aber grad noch etwas Stress. Ich testete noch mein Satteliten-Internet, aber die Schüssel fand meinen richtigen Himmelskörper nicht. Astra1, Astra2, Hotbird und wie sie alle heissen konnte ich problemlos ansteuern, aber den Astra3 wollte er partout nicht finden. Ist der abgestürzt? Na egal, wieder zurück im Büro letzte Emails checken finde ich ein Email von Crystop. Astra3 hat plötzlich eine neue Erkennung, die man im Empfangsgerät neu programmieren müsse, sonst wird der Satellit nicht mehr gefunden. Was für ein Timing! Anleitung runtergeladen, zurück ins Womo und Schritt für Schritt der Anweisung folgen und keine 10 Minuten später wieder alles paletti.

Und dann anfangs Nachmittag fahren wir los. Im Navi haben wir Luxembourg eingegeben, damit die Richtung stimmt. Wie weit wir kommen, wissen wir noch nicht, wir fahren einfach mal los. Es läuft problemlos, die erste Grenze nach Österreich überschreiten wir ohne zu stoppen, kurze Zeit später sind wir auf der österreichischen Autobahn mit unserem elektronischen Pickerl. Endlich können wir es mal benützen… Danach Grenzübertritt nach Deutschland wieder ohne Halt und dann ohne Stau um Ulm und wenig später um Stuttgart. Erst in Pforzheim klemmt es ein wenig, aber nicht schlimm. Dann weiter an Karlsruhe vorbei, auch am Hockenheimring, wo anscheinend ein Rennen stattfindet, hat es doch sehr viele Camper in der Nähe des Stadions.

Das ist das Stichwort für Anita, das Tablet zu nehmen und einen Übernachtungsplatz zu finden. Keine 1okm später tippt sie eine Adresse ins Navi ein und wir werden die nächsten acht Kilometer zur Sportschule Schifferstadt geleitet.

Ein toller Platz mit Wiesenuntergrund, völlig kostenlos aber auch keine Infrastruktur und total ruhig. Für unsere Bedürfnisse heute einfach perfekt. Es stehen noch andere fünf Womos hier, muss also bekannt sein. Aber es ist schon toll, wenn eine Gemeinde für uns Wohnmobilisten eine solche Stelle zur Verfügung stellt. 

Zu essen gibt es heute nichts, wir schalten einen Fastentag ein, da wir gestern etwas über die Schnüre gehauen und den Geburtstag von Marco gefeiert haben.

Wenn alles klappt, kommen wir mit einem fast leeren Dieseltank morgen in Luxembourg vorbei, wo wir ihn wieder sehr günstig füllen können.

Unsere Tagesetappe

  • 399 km
  • 10.0 l Durchschnittsverbrauch (wir konnten vielfach nur zwischen 90 und 105km fahren, hatte doch viel Verkehr)
  • 85km/h Durchschnitt
  • 4:39 Std.
  • 12 – 14 Grad, Wetter durchzogen, wenig Regen, aber auch Sonnenschein

Übernachtung

Schifferstadt - Sportschule***
Stellplatz

ohne Infrastruktur, Wiesenboden, ruhig, kostenlos

Koordinaten: 49.370422,8.374112
letzter Besuch: 5.2019

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