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Forthy Bridge Schottland 2016
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Reisebericht

Campingführer und andere Bücher für Camper 11.4.2019

Ich habe mal versucht, einige Campingführer zu vergleichen und Tipps und Empfehlungen zu machen.

kein Telefonbuch, sondern ein Campingführer

Auf meinem Pult stapeln sich nun Bücher, Campingführer, Wohnmobilhandbücher, Reiseführer und Campingplatzverzeichnisse, dazu noch all die Bücher, die ich in meiner Womokarriere schon früher gekauft habe und im Buchregal stehen. Einen ultimativen Buch-Tipp abzugeben ist schwierig, allerdings einen genialen habe ich dann ganz am Schluss des Artikels. (Achtung, ich wollte alle Infos in diesen Artikel schreiben, aber er wird viel zu lange. Darum musste ich diesen aufteilen. Heute sind die Campingplatzführer dran, danach folgen die Reiseführer und am Schluss noch mein ganz spezieller Buchtipp).

Eigentlich bin ich ja eher der Online-Typ, alles wird bei Google-Map gesucht, in Apps oder einfach auf dem Web. Aber manchmal halte ich eben doch ganz gerne Bücher aus Papier in der Hand, vor allem auch unterwegs im Womo. Aber jetzt geht es mal wirklich einfach nur um Bücher. Und halt solche mit Campingplätzen, solche nur mit Stellplätzen kommen vielleicht später an die Reihe, aber die waren jetzt für mich schwieriger aufzutreiben.

Campingführer

Ich blättere etwas lustlos durch den ADAC-Campingführer Südeuropa, Inhalt über 2900 Campingplätze von ADAC Experten überprüft. Von der Türkei über die Schweiz bis nach Spanien und Portugal hat dieses Buch Campingplätze aufgelistet. Jeder Campingplatz mit vielen Symbolen, einer Beschreibung, Preise und Bewertung. Allerdings keine Bilder oder nur von den Plätzen, die auch ein Inserat bezahlt haben. Für die Schweiz zähle ich 183 Campingplätze. Aufgrund der Beschreibung in diesem Buch fällt es mir sehr schwer, mich für einen Campingplatz zu entscheiden. Es fehlt mir einfach an Vorstellungskraft ohne Bilder. Und jetzt mal ganz ehrlich: Wenn ich meine Ferien plane, brauche ich da einen Führer der auch die Plätze von der Türkei, Ungarn oder Griechenland beinhaltet? Ich weiss ja, wo ich in ungefähr hin will, da würde es mir doch mehr nützen, wenn ich von dieser Region dafür mehr Infos habe. Will ich z.B. Urlaub in der Schweiz machen, nützt mir dieser Führer mit 200 nicht aufgelisteten Campingplätzen der Schweiz ja nicht allzu viel. Und schon sind wir beim Problem der meisten länderübergreifenden Führern: es sind nicht alle Plätze enthalten. So schaue ich mir danach den DCC-Campingführer Europa 2019 an. Hier genau ein ähnliches Bild, oder besser gesagt, das gleiche: Schweiz beinhaltet 188 Campingplätze (habe ich mich verzählt und sind da genau die gleichen drin wie beim ADAC?) aber die Schweiz hat doch über 370 Plätze? Fallen auch da über die Hälfte einfach durch?

Da komme ich aus meiner Sicht auf das Hauptproblem. Will ich die Schweiz bereisen, nützen mir diese europäischen Führer irgendwie nicht viel, es fehlen über die Hälfte der Campingplätze. Also müsste ein landestypischer Campingführer her. Von der Schweiz gibt es den TCS Campingführer 2019, aber auch nur für Gesamt-Europa. Darin sind 250 Campingplätze der Schweiz aufgeführt, schon etwas besser. Aber auch dort wieder 600 ausgewählte Campingplätze von Kroatien bis Portugal, die ich wahrscheinlich nicht brauche, oder wenn, sind die Infos wenn ich sie nächstes oder übernächstes Jahr brauche, veraltet. 

Bleibt momentan nur der SCCV Campingführer Schweiz. Da sind 371 Campingplätze in der Schweiz aufgeführt. Rekord, und ich vermute mal, da ist jeder irgendwie offizielle Campingplatz drin. Was da aber die etwas mehr als zwanzig ausländischen Campingplätze drin verloren haben, ist mir schleierhaft. Na gut, ich gebe es zu, ich weiss warum diese drin sind. Es geht halt wiedermal um das liebe Geld, der Verband muss irgendwie auch Geld verdienen und dieses Campingplatzverzeichnis finanzieren…

Von der Aufmachung her kommt er frischer wie in den letzten Jahren daher, aber dasselbe Manko wie bei den deutschen Campingführern: viele Informationen, wenig Bilder (sorry Kollegen). Und da wird es für mich eben schwer, wie man sich den Campingplatz vorstellen soll. 

Fazit

Die Campingplatzführer sind alle in ungefähr gleich aufgemacht mit ähnlichen Infos drin. Was mir aber ein europäisches Gesamtwerk mit unvollständigem Verzeichnis bringen soll, ist und bliebt mir schleierhaft. Ich werde mich in Zukunft auf länderspezifische Werke konzentrieren, wie France Passion für Frankreich oder das Camping Verzeichnis des SCCV für die Schweiz. Das ist, finde ich, viel sinnvoller wo ich weiss, dass da immerhin die allermeisten Plätze aufgeführt sind. Etwas enttäuscht bin ich vom TCS-Führer, der als Schweizer Unternehmen nur gerade 250 Schweizer Plätze auflistet. Warum da 120 Plätze fehlen, ist mir nun echt schleierhaft.

Das Camping Verzeichnis des SCCV ist übrigens für 12.- (für Mitglieder nur 8.-) in  Buchform (kommt am 14.4. frisch ab Druckpresse) zu kaufen oder kann als Download als PDF für CHF 5.- (Mitglieder gratis) über die Webseite zu bezogen werden.


Anmerkung: ich bin im SCCV Mitglied und werde in naher Zukunft in den Vorstand gewählt, profitieren von mehr Verkauf tue ich persönlich aber nicht, erhalte auch nichts für die Werbung und auch fällt das Camping Verzeichnis nicht in mein Resort. Aber, je mehr davon verkauft werden, desto mehr kann sich der SCCV für uns Camper einsetzen.


zu den Wohnmobil-Reiseführern


Wohnmobil-Reiseführer 12.4.2019

Ich las mich durch ein paar Wohnmobil-Reiseführer

Ich war heute den ganzen Tag auf den Strassen unterwegs. Wohnmobile, Kastenwagen, Expeditionsmobile und Wohnwagen kamen mir Schwarmweise entgegen. Ich musste zuerst etwas nachdenken, bis ich gemerkt habe, das sich Ostern nähert und wohl darum schon viele Reisende schon in den Osterurlaub unterwegs sind. Allen eine gute Reise und viel Spass. Unser Fernweh muss noch fast drei Wochen warten, bis es dann ab nach Irland geht.

Aber jetzt mal zu den Reise- und Routenführungen für Wohnmobilisten. Da ist eine Empfehlung fast unmöglich, denn das Reiseverhalten ist so unterschiedlich wie die Empfehlungen in den Reiseführern.  Studiert habe ich «LandYachting», Wohnmobil Reiseführer von Johannes Hünerfeld und natürlich die blauen Büchlein vom Womoverlag.

LandYachting

LandYachting ist irgendwie ein besonderer Wohnmobil-Reiseführer. Er ist pro Band in verschiedene Regionen aufgeteilt und diese wiederum in die Sehenswürdigkeiten und Stellplatztipps. Man erfährt viel über die jeweilige Geschichte, Kultur und regional typisches. Die Stellplätze sind immer gut kategorisiert auch für grosse und sehr grosse Wohnmobile. Es gibt aber keine Routen, die man einfach nachfahren kann, sondern muss die Urlaubsreise selber nach seinem Gusto planen. Allerdings hat es dann jeweils hinten für die Faulen doch noch ein paar Tourenvorschläge. Aber dieser Führer gibt viele Inspirationen und auch wie der Titel irgendwie schon etwas suggeriert, wenn man mit einer Yacht unterwegs ist: es gibt einen Hauch von Luxus und Exklusivität. Ich bin da positiv überrascht.

Shop SCCV CHF 35 (zusätzlich 20% für Mitglieder)

Amazone € 46.95 

Direkt beim Verlag € 26.90

Johannes Hünerfeld

Der zweite Reiseführer habe ich vom Verlag Mobile & Aktiv erleben von Johannes Hünerfeld. Da stört mich ganz zu Beginn das Druckdatum von 2014. Ich finde, in den letzten fünf Jahren hat sich für Wohnmobilisten doch ganz viel geändert. Ob diese Infos in diesem Buch noch aktuell sind? Bestellt habe ich zum Glück meine Heimatgegend und so kann ich während dem Lesen die Aktualität überprüfen. Und es hat tatsächlich Stellplätze drin, die nicht mehr existieren oder Parkmöglichkeiten, die für Womos nicht mehr geeignet sind. Es gibt sehr, sehr viele Wandervorschläge, aber viel mehr irgendwie nicht. Wenn jemand ein Wanderfreak ist und ein Wohnmobil (besser Kastenwagen) besitzt, sicher eine gute Lösung, aber sonst hat es mir etwas zu wenig Fleisch am Stecken, auch weil einige Parkplätze wirklich nur für Kastenwagen geeignet sind. Und dann eine typische Passage im Buch, Zitat: «wonach etwa 2km unterhalb … ein Schotterabbaugebiet gebe, wo sich niemand an Wohnmobilen störe. Ein Vorschlag, der mir nicht gefiel.» Und für mich ist das einer der allerschönsten Freistehplätze der gesamten Schweiz! Nicht nur wegen diesem Zitat, aber dieser Wohnmobil-Reiseführer konnte mich persönlich nicht überzeugen, darum keine Kaufempfehlung.

Womoverlag

Jetzt zu den blauen Büchleins vom Womoverlag, die ja schon viele kennen. Grundsätzlich sehr viele Infos drin, viele Kultur-, Essens-, Besichtigungs- und Stellplatztipps. Es hat auch gute Touren drin, die man problemlos anders kombinieren kann. Grundsätzlich für mich die besten Wohnmobil-Führer. Der Erfolg dieses Büchleins hat aber leider auch Schattenseiten. An den empfohlenen Stell- und Übernachtungsplätze ist man selten alleine. Aber wegen der grossen Reichweite werden die Auflagen mit aktuellen Infos immer wieder überarbeitet und dadurch sind diese Führer fast immer auf einem Top-Aktuellen stand. Als Backup im Wohnmobil für Tage, wo man nicht weiss was besichtigen und wo schlafen, sind die blauen perfekt. Aber die Gefahr besteht, dass man sein Hirn abschaltet und nur noch danach fährt, und das wäre Schade. Denn sich nur darauf verlassen, sollte man sich einfach nicht.

Direkt beim Verlag je nach Buch etwas unter 20 €

Ex-Libris: 23.90 CHF



zu den Camping-Führern

Ruca GmbH, Hombrechtikon 13.4.2019

Eine tolle Wohnmobil-Werkstatt mit kurzen Wartezeiten

Ich fahre entlang blühenden Obstbäume durch das Zürcher Oberland Richtung Hombrechtikon. Von mehreren meinen Lesern habe ich den Tipp für eine empfehlenswerte Wohnmobil-Werkstatt erhalten. Klar interessiert mich das und so fahre ich gemächlich Richtung Weiler «Hinter Gei». Die Strässchen sind relativ schmal, aber da weiss ich noch nicht, dass Stefan Dändliker später zu mir sagen wird: «Wir hatten schon alle Markenfahrzeuge hier, nur noch nie ein Morello». Tja, das ist eben schon keine Morello-Dickschiff-Gegend…

Ich werde herzlich von zwei Vollblutcampern empfangen, der Chef und sein Arbeiter. Im Hof stehen Teil- und Vollintegrierte, Alkoven und Wohnwagen umher. Stefan zeigt mir seinen Alkoven und schwärmt von seinen Reisen nach Kroatien.

Aber dann will ich mehr über die Werkstatt wissen. Seit fünf Jahren besucht das Personal und der Chef eine Weiterbildung an der anderen, sie sind inzwischen Service Partner von Truma und Dometic, Arbeiten unter anderem mit Ten Haaft Oyster, Alden Deutschland und AL-KO zusammen. «In Sachen Satelliten-Antennen macht mir so schnell keiner was vor, das ist quasi meine private Schwäche» sagt der Chef, während sein Arbeiter gelernter Karosserie-Spengler ist und grad einen abgefahrenen Kotflügel eines Vollintegrierten repariert. Dann zeigt er mir sein Ersatzteillager mit Fensterscheiben, Gasinstallationsteile, Ventilen und Trumateilen. «Für uns ist einfach wichtig, dass wir bei einem Notfall den Kunden immer eine Lösung anbieten können» Dazu haben sie übrigens auch extra ein Servicefahrzeug mit Ersatzteilen ausgerüstet, das für Notfälle im ganzen Gebiet eingesetzt werden kann. Eine gute Idee, finde ich.

Einsatzfahrzeug

Dann meine obligaten Fragen: welches waren die aussergewöhnlichsten Ausbauten und Reparaturen? «ein Expeditionsfahrzeug mussten wir eine neue Gasinstallation machen, bevor es nach Südamerika verschifft wurde. Da waren dann einige Recherchen nötig, um die richtigen Adapter mit zu geben, hat aber alles geklappt und bei einem Wohnmobil mit Wasserschaden wechselten wir die Decke und zwei Seitenwänden komplett aus. Das gab ziemlich Arbeit.» Die neue, saubere und schön weisse Werkstatt kann Wohnmobile bis 9m länge beherbergen und der Hebelift Fahrzeuge bis 5 t heben.

Wer also Probleme mit Sat-Anlagen, Heizung, Klima- und Kühlschränke hat oder diese um- oder einbauen lassen will, ist hier am richtigen Ort. Auch für andere Umbauten ist es hier ein guter Ansprechspartner, denn die Schreinerei für Massanfertigungen ist gleich über der Strasse. Auch Trenntoiletten werden übrigens neu ins Programm aufgenommen…

Und was für uns Kunden super ist: die Wartezeiten für einen Termin betragen nur rund eine Woche, ob Dichtigkeit- oder Gastest und auch für grössere Reparaturen und Kundenwünsche. Mit dieser Werkstatt sind die Zürcher für einmal die Glücklichen…

Ruca GmbH
Stefan Dändliker
Gheistrasse 30
8634 Hombrechtikon

Tel. +41 55 244 39 25

www.ruca.ch
info@ruca.ch

Camping für Fortgeschrittene – wenn Urlaub eskaliert. 14.4.2019

Von mir ein ganz persönlicher Tipp für ein extra-Klasse Camping-Lese-Buch. Perfekt auch als Geschenk oder Mitbringsel.

Es gibt es doch noch, ein lustiges und spannendes Camping-Buch. Es ist ein Taschenbuch mit 19 verschiedenen Kurzgeschichten rund ums Camping. Süffisant geschrieben, manchmal etwas derb, aber immer mit einem Augenzwinkern. Zwar geht schon in der ersten Geschichte ein Wohnmobil in Flammen auf und ein Wohnwagen die Düne hinunter, aber schlussendlich gehen alle Geschichten halbwegs gut aus und keine Personen werden erschlagen oder verletzt. Schon in der zweiten Geschichte wird einem bewusst gemacht, dass die Camper eben doch die besseren Menschen sind wie die Nichtcamper.

Bei jedem Abschnitt breitet sich bei mir ein Lächeln über das Gesicht und zwischendurch musste ich sogar laut lachen. In weiteren Geschichten wird dann dargelegt, warum es unter Campern kein Problem mit der Gleichberechtigung gibt, warum Camperfrauen mehr Sex haben und Männer mit einem Lächeln Geschirr spülen, was sie zu Hause nie machen würden.

Dieses kleine Buch eignet sich als Lektüre in den Pausen oder für den Liegestuhl während dem Sonnenbaden. Ich habe es meiner Schwiegermutter ausgelehnt, die es mir erst wieder zurück gab, als sie den letzten Buchstaben gelesen hat. Und sie ist Nicht-Camper, also ist es sogar für jene nicht begreifbare Spezies geeigent. Wer noch kurzfristig ein Geschenk oder Mitbringsel zur Ostern sucht, genau das richtige...

Klappentext 

Mit Wortwitz, schlagkräftigem Humor und politisch völlig unkorrekt: in 19 urkomischen Kurzgeschichten erleben wir Camping pur: Ganz normale Campingplatz-Situationen entgleiten in Chaos, Anarchie und hammerhart romantische Begegnungen. Mit diesem Buch wird dein nächster Campingurlaub eine Lachnummer.

Liebst du die beiden unbeugsamen Gallier Asterix und Obelix, die keiner Prügelei aus dem Weg gehen? Waren das schlagkräftige Duo Bud Spencer und Terence Hill die Helden deiner Jugend? Dann ist dieses Buch wie nach Hause kommen. Ganz normale Campingplatz-Situationen eskalieren in diesem Buch in Chaos, Anarchie und Philosophie. Hier und dort gibt es auch schon einmal ordentlich eins auf die Haube.

Aber keine Sorge, wie in Film und Comic enden unsere Geschichten stets mit einem Happy End.

Jugendfrei sind sie trotzdem nicht.

Über den Autor

Das Buch ist offiziell geschrieben von Maximus Corruptus, der laut seines Verlags ein Spezialist des gehobenen Müßiggangs ist, der sich entschieden hat, durch Steuerhinterziehung reich und schön zu werden (natürlich legal! Wie das gehen soll? Dieses Buch lesen! ) (erscheint im Herbst perfekt zu Weihnachten, Bemerkung Rolf). Sein imponierender fachlicher Background in Sachen Geldverschwendung und Nichts-Tun sowie die Tatsache, dass er aus dem Hamsterrad aber sowas von ausgestiegen ist, wirkt überzeugend. Maximus verbringt weite Teile seines Lebens beim Überlegen, was er denn als nächstes nicht tun sollte. Dabei fallen ihm Bücher ein.

Sein derber und doch herzlicher Humor lassen kein Auge trocken. Sein Erstling «Camping für Fortgeschrittene - wenn Urlaub eskaliert» hat sich alleine in der Schweiz 20 Millionen mal verkauft - jetzt wird schon die zweite Auflage gedruckt.

Maximus verspricht schon bald eine Reihe mit humorvollen Büchern, die allesamt einiges an Weisheit in sich tragen. Doch alle Versprechen ordnet er nach seiner strengen Lebensphilosophie dem Ausruhen, Nachdenken, Träumen, Filme gucken, Wein- und Bier verkosten, Liebe machen, Reisen, sich von Hund und Frau spazieren führen lassen und gutes Essen genießen unter.

Wie es trotzdem zur Geburt von Büchern aus seiner Feder kommt, ist der Wissenschaft noch nicht ganz klar.

Seine Bücher schreibt er gemeinsam mit seiner Gattin Monetaria Inkompetenzia.

Amazon 9.95 €

Ex-Libris CHF 12.40

Buchzentrum CHF 14.50

Externe Links

Sensationshunger auf Kosten anderer 15.4.2019

Vor ziemlich genau einem Jahr sassen wir an der russischen Grenze im Niemandsland fest.

Eigentlich ein Erlebnis, wo ich so richtig ins bibbern kam und nicht mehr wusste, was machen. So hilflos habe ich mich auf einer ganzen Womoreise noch nie gefühlt. Trotz Schneeketten fuhren wir uns wegen eigener Überschätzung so richtig fest, kein Handyempfang, kein Mensch weit und breit. Bis uns dann ein finnischer Jäger Hilfe holte. Die gesamte Geschichte gibt es hier.

Aber warum ich darauf zurückkomme. Ich studiere von Zeit zu Zeit meine Webzugriffszahlen und vergleiche die mit verschiedenen Zeiträumen. Und jetzt im Monat April fiel mir letztes Jahr ein richtiger Zacken auf. Während der gesamten Winter-Nordkapp-Reise hatten wir täglich etwa 800 – 1200 Personen, die uns auf dem Web verfolgten. Nur einen grossen Ausschlag hatten wir mit etwas über 3000 Leute an einem einzigen Tag. Da war ja klar, dass ich jetzt schaute, was an diesem Tag los war.

Ihr seid eine sensationshungrige Meute!

War ja klar, dass dies der Tag war, als wir festsassen und nicht mehr ein noch weiter wussten. Und dann Ende Monat ziehen die Zugriffszahlen auch wieder an, da wo wir in Tschechien während dem Schlaf um Fotoapparate und Laptops erleichtert wurden.

Ihr seid eine sensationshungrige Meute!

Aber ganz ehrlich, ich bin ja genau gleich. Wenn ich vernehme, dass jemand in Schwierigkeiten ist, lese ich es natürlich auch, man will ja helfen ;-) . Aber jetzt weiss ich nicht so recht, ob ich mich bei unserer nächsten Panne freuen soll, dass wir wieder viele Zugriffe auf der Webseite haben werden oder die Panne doch besser verfluchen soll.

Na ja, jede Panne, jede Reparatur und jede Überraschung gibt einem wieder etwas mehr Erfahrung und die Gewissheit, dass es irgendwie eine Lösung gibt. Von daher wünsche ich euch allen pannenbehaftet Osterferien, denn dann habt ihr die Gewissheit, dass ihr alles meistern könnt.

Ach ja: Die Zugriffszahlen sind auch anders noch zu erhöhen: etwas gegen Alte oder gegen Hunde schreiben...


Osterstau am Gotthard vermeiden 16.4.2019

Auch dieses Jahr wird sich am Gotthard wird die Blechlawine zum Stehen kommen. Wie man dies umgehen kann.

Da muss man sich keine Illusionen machen, wer vor Ostern in den Süden und will, wird irgendwo im Stau stehen bleiben. Und man muss nicht meinen, wenn man die Fahrt auf Randzeiten verlegt, ist man schnell durch. Diese Idee haben viele andere auch.

Viasuisse rechnet ab Mittwoch mit Stau am Gotthard.

  • Mittwoch von 12 bis 24 Uhr 2 - 6km
  • Donnerstag von 7 – 24 Uhr 4 – 9km, maximum um etwa 24 Uhr
  • Freitag von 0 – 24 Uhr 4 -14 km Minimum 04:00, maximum 8 – 17 Uhr

Pro Km sollte man etwa 15 Minuten Stauzeit rechnen

Es ist übrigens überhaupt keine gute Idee, falls man auf der Kantonsstrasse Richtung Gotthard will. Der Gotthardpass ist noch geschlossen und die Autobahneinfahrten Göschen ebenso. Diese Autobahneinfahrt wird allerdings jeweils zur vollen Stunde für 10 Minuten geöffnet, aber auch nur für die Einheimischen mit UR-Kennzeichen. Da nützt auch das Gerücht nichts, wenn man auf der Kantonstrasse fährt, irgendwo eine Konsumation von mindestens 20.- macht, dass man dann diese Einfahrt auch benützen darf. Die Polizei verweigert den Nicht-Urnern die Durchfahrt auf der Kantonsstrasse, ausser man hat einen triftigen Grund, z.B. eine Hotelbuchung in Andermatt. Die Polizei ist gezwungen, diese Kontrollen zu machen, denn sonst sind innerhalb kürzester Zeit alle Zufahrtsstrassen verstopft und bei Notfällen kommen nicht mal mehr Krankwagen und Feuerwehr ins Tal.

Aber Entwarnung gibt es dennoch: ab etwa 2027 geht die zweite Gotthardröhre auf, bei der überüberüberüberüberüberübernächsten Ostern wird dann der Stau kleiner sein.

Wer also unbedingt durch den Gotthard will, muss vorsorgen. Am Besten auf der Raststätte Neuenkirch etwas vor Luzern stoppen, dort kann man LPG füllen, Toilette und Grauwasser entsorgen. Eventuell lohnt sich dort dann auch den Kühlschrank mit Bier und Cola zu füllen, dann ein grosses Plakat zu malen (kann man auch schon zu Hause machen) und beschriften mit 

  • 10€ Toilettengang 
  • Kühles Bier 12€
  • Kühles Cola  10€
  • Kühles Wasser 8 € 

So kann man sich die Hinreise ins Tessin oder eventuell bis ganz Italien finanzieren. Will man aber bis nach Italien, sollte man wissen, dass die WC-Kassette danach auf der Autobahn in der Schweiz nicht mehr geleert werden kann. Dann sollte man sich auf den Verkauf der Getränke konzentrieren. Hat man ein Gefrierfach im Womo, sollte man dieses noch mit Erdbeer-Cornets füllen und dann kann man das ausfallende WC-Geschäft so kompensieren.

  • Erdbeereis 9 €

Es reicht, wenn man die Preise in € und auf deutsch beschriftet, viele andere Nationen hat es an diesem Weekend nicht. Übrigens, auf der Raststätte Gotthard in Schattdorf darf man als Wohnmobilist für 16.- auf dem Parkplatz übernachten. Diese Gebühr holt man dann im Stau mit dem Verkauf der Dienstleistungen locker wieder rein.

Umfahrungen San Bernardino

Wer den Gotthard umfahren will, hat einige Möglichkeiten. Ich nenne hier mal nur die  San Bernardino-Route. Sie führt zwar  an unserem Haus vorbei, aber auch hier wird es etwa ab Chur immer wieder stehende Kolonnen haben. In der Raststätte Viamala in Thusis kann LPG-getankt werden und wenn man die Ausfahrt Roffla ab der Autobahn hinaus und dann bei der Hauptstrasse für 200m rechts fährt, steht man auf dem grossen Parkplatz des Hotel Roffla. Durch das Hotel hindurch und dann kommt man danach in die kleine «Privatschlucht» Roffla, die absolut Sehenswert ist und alleweil für einen Stopp gut ist. Auf diesem Parkplatz findet man auch mit dem Wohnmobil meistens Platz, im Gegensatz zum Parkplatz der Viamala-Schlucht einige Kilometer vorher.

Die Hauptstrasse bis zur Tunneleinfahrt lohnt sich übrigens bei Stau ebenfalls nicht, da hat man meistens länger wie auf der Autostrasse.

Kommt man übrigens vom Bodensee Richtung San Bernardino sollte man sich überlegen, ob man nicht in der Heuwiese übernachten soll, vor allem wenn man Kinder hat. Aber sich bitte unbedingt gesittet verhalten, ist ein super schöner Platz der für Womos noch nicht verboten ist!

Von daher, viel Spass auf der Oster-Fahrt in den Süden und kommt alle heil an! Und daran denken, Rettungsgasse beim Stillstand oder langsamer wie 10 km/h.


Planung 24 Tage in Irland 18.4.2019

Wir sind mit Volldampf an der Planung unserer Irland-Tour im Mai

nicht nur Online-Planungs-Tools

Während viele nun in die Ostertour starten, sind wir erst an der Planung. Das heisst, ich plane und Anita arbeitet die Festtage. Ich habe unser Roadbook schon in ungefähr ausgearbeitet, auch die Fähren sind gebucht. Normalerweise sind wir ja nicht die Frühbucher, aber auf den Fähren wollen wir bessere Kabinen und da muss man jeweils etwas früher dran sein.

Als Eckdaten haben wir die Fähre von Ijmuiden nach Newcastle am 5. Mai, 6. Mai Cairnryan – Larne und dann am 29. Mai von Dublin zurück nach Chairbourg in Frankreich. Dazwischen wollen wir möglichst viel sehen und uns erholen.

Es heisst also für mich zuerst mal viele Fotos im Web von Nordirland und Irland anschauen, was sieht gut aus, wo könnte es uns gefallen? Dann trage ich alle schönen und sehr schönen Orte in eine Google-Karte online ein (map.google.ch, dann links oben Menu öffnen und auf «meine Orte» klicken, dann auf «Karten» und «Karte erstellen»). So trage ich auf dieser neuen, persönlichen Irlandkarte alle meine gefundenen Orte ein. Dann versuche ich all diese Orte mit einer Fahrstrecke zu verbinden. Wenn dies gelingt, unterteile ich diese Fahrstrecken dann in ungefähr gleich grosse Tagesetappen und beginne, in der Nähe Camping-, Stell- oder Freistehplätze zu finden. So wird die Route und die einzelnen Tage immer etwas konkreter. Ich versuche natürlich auch immer, möglichst Ruhe- und Reservetage einzubauen, so dass wir dann doch flexibel sind und die Reise nach unserem Gutdünken und den täglichen Launen des Wetters anpassen können. Und vielleicht wird ja auch alles wieder über den Haufen geworfen…

Nur die ersten drei Tage versuche ich immer möglichst genau zu planen, so dass Überraschungen aus bleiben. Danach sind wir im Reisemodus und haben uns schon an das Land gewöhnt, so dass wir danach ziemlich frei improvisieren können.

Das sieht für den Start nun in etwa so aus: Freitag Morgen Abfahrt und bis Abends 750km Fahrt in der Nähe der Stadt Hasselt in Belgien. Am andern Morgen machen wir eine kleine Fahrertour und wollen den Fahrradweg durch den See ausprobieren. Mittags fahren wir weiter bis zum Fährhafen, checken dort ein und geniessen ein feines Abendessen und die Kabine auf dem Weg nach Newcastle. Nach der Ankunft dort rasen wir 280km quer durch England und erwischen am späten Nachmittag die Fähre nach Irland. Um 18:30 Uhr kommen wir schon in Nordirland an und fahren auf den Campingplatz in Larne. Am andern Morgen geht es um 8 Uhr weiter bis zum Gobbins Cliff Path und erst dann gehen dort die Ferien so richtig los. Zuerst fahren wir Nordwärts an den nördlichsten Punkt Irlands und dann dem Wild Atlantic Way alles der Küste nach in den Süden.

Ganz im Süden treffen wir Marc mit seiner Familie, der Bruder meiner Schwägerin, der in Irland lebt. Da werden wir dann auch Rast machen und ihm Rückmeldung von seinen Irland-Tipps geben.

Danach geht es wieder nordwärts bis Dublin bis wir wieder auf die Fähre nach Frankreich sind. Die gesamte Reise dauert 30 Tage, wovon 24 Tage auf der grünen Insel.

Wir freuen uns unheimlich, bis es endlich losgeht und wir wieder täglich von unterwegs berichten dürfen. Wir haben einige Orte extra für tolle Fotospots ausgesucht und hoffen, auch megamässige Bilder liefern zu können.


E-Mobilität und Zukunft der Energie 22.4.2019

Seit wir ein E-Auto fahren, werde ich immer wieder in Diskussionen über die Energiewende verstrickt. Ein paar Gedanken darüber.

Wir fahren nun seit einem halben Jahr ein nur elektrischen PW und sind total begeistert. Für unseren Gebrauch ist das absolut perfekt. Seit da werde ich immer und immer wieder in Diskussionen um den Sinn oder Unsinn der E-Mobilität verwickelt. Erschreckend ist es manchmal, wie Menschen sich eine Meinung bilden, obwohl sie nur sehr, sehr wenige Fakten haben und Dinge nicht zu Ende denken. Davon nehme ich mich nicht überall aus, aber bei einigen Themen gehe ich dann schon auf den Grund, bevor ich eine Meinung haben will. Zur E-Mobilität und Energiewende habe ich in den letzten Monaten ziemlich intensiv recherchiert.

Ausgangslage

Die weltweiten Erdölreserven reichen noch ca. 50 Jahre, wenn wir nichts ändern. Ob das jetzt nur 40 Jahre sind oder doch 100 sind, ändert nicht viel, denn in 150 Jahren werden wir kein Öl mehr haben. Also muss Öl, Gas und Kohle ziemlich zügig abgelöst werden. Atomkraftwerke können auch keine Alternative sein, wenn wir nicht wissen, was wir mit dem Atommüll machen wollen und ihn nicht Entsorgen können. Und alles den nachfolgenden Generationen hinterlassen, kann keine Lösung sein.

Es bleiben die erneuerbaren wie Wind-, Wasser-, Bio-  und Sonnenenergie plus Erdwärme. Nicht alle dieser Energien fallen aber regelmässig an und sind nicht für alle Regionen gleich interessant.

In Mitteleuropa könnte man für die Wärmerzeugung der Gebäude auf Erdwärme und erneuerbare Energien setzen (Pelltes-, Schnitzel-, Holz-Heizungen). Das funktioniert ja schon prächtig. Für die Stromproduktion müsste zum grossen Teil die Sonne herhalten. Mit weniger als 0,3 Prozent der verfügbaren Wüstengebiete in Nordafrika und im Nahen Osten könnte mittels Solarkraftwerke genügend Energie für den steigenden Bedarf dieser Länder sowie für Europa erzeugt werden. Das Problem dabei: am kürzesten Tag des Jahres scheint in diesem Teil für 7 Stunden keine Sonne, also keine Energie. Man muss also mit einem Teil des Stroms tagsüber Wasser in Seen hinaufpumpen, um dieses dann nachts benützen, wieder Strom zu erzeugen. Mit einem Mix aus Windkraft, erneuerbaren Energien und Thermo-Solarkraftwerken können diese maximal 7 Stunden überbrückt werden (Eventuell muss nachts ja auch nicht jede Strassenbeleuchtung eingeschaltet sein).

Da Strom aber durch grosse Tranksportwege auch Energie verliert, muss man diese Wege möglichst kurz halten, d.H. der Strom müsste dort produziert werden, wo er auch gebraucht wird: auf den Dächern der Häuser. Im Sommer auch hier in Mitteleuropa problemlos möglich, nur im Winter stehen wir wieder an, so dass wir dann auf die Solarpanels in der Sahara angewiesen wären. Norwegen und die Schweiz mit dem grössten Potential der Wasserkraft, müssten seine Stauseen ausbauen. Eventuell den Rheinfall opfern und dafür keine Atomkraftwerke mehr betreiben?

Mobilität

Es wird wahrscheinlich auch eine Zukunft von einem Mix verschiedenster Antriebe geben. In den Startlöchern ist die E-Mobilität, etwas weniger weit ist der Wasserstoff-Motor. Das Problem des Wasserstoffs: der Wert des «Well-to-Well», also von der Produktion bis zur Verteilung, hat Wasserstoff eine Effizienz von etwa 55%. Man muss also eine Energie für 180km produzieren, damit man schlussendlich 100km fahren kann. Bei Diesel und Benzin ist dieser Wert bei etwa 82%, Produktion also für 122km. Selbstgemachter Solarstrom liegt etwa bei 99% und transportierter Strom bei 94%, Produktion also für 101km und für 106km.

Frachtschiffe, die weite Strecken überwinden müssen, müssten wahrscheinlich mit Wasserstoff, weiterhin Diesel und/oder Wind fahren. Da hat man Schwierigkeiten, so grosse Mengen Strom platzsparend zu lagern.

Herstellung

Ein Auto-Elektromotor hat ca. 900 Einzelteile, ein gleich grosser Dieselmotor etwa das zehnfache, die Herstellung der Motoren spart also Resourcen. Bei der Herstellung einer Batterie gibt es momentan noch die Schwierigkeit, dass Lithium und die andern benötigten Rohstoffe meistens in Südamerika abgebaut und die Leute und die Natur dort ausgebeutet werden. Das ist allerdings ein Problem der Profitgier der Firmen und nicht der E-Mobilität geschuldet. Im Gegenzug wird es bei Diesel immer Tankerunglücke und Ölpests geben, die die Natur ebenfalls schädigen. Im übrigen wird jährlich etwa 788 Millionen Tonnen Diesel benötigt, nur um den Diesel selber und das Öl auf der Welt zu verteilen…

Elektroautobatterien können recycelt werden, auch wenn es nicht ganz einfach ist. Allerdings wird die Zukunft einer alten Autobatterie eher als Stromspeicher weiterhin genutzt werden. Ausrangierte Antriebsbatterien könnten z.B. bei den Häusern als Stromspeicher verbaut werden, so dass der eigene produzierte Solarstrom nachts wieder gebraucht werden kann. Da macht es dann auch nichts, wenn die alte Batterie nur noch 50% Ladekapazität hat.

Zukunft

Auch wenn der Wasserstoffantrieb in Zukunft noch optimiert wird, kann er wegen der energieaufwändigen Herstellung nie über eine Effizienz von über 60% kommen und wird darum nur für gewisse Transportmittel eingesetzt werden, wie z.B. Schiffe und Flugzeuge. Für die kleinen Fahrzeuge wird die E-Mobilität mit eigenem Solarstrom die Zukunft sein. Dazu muss aber das Reiseverhalten angepasst werden: Laden tagsüber am Arbeitsplatz und eine Reise muss besser geplant werden und geht nicht mehr ganz so spontan wie bisher. Denn in Zukunft werden E-Autos ans globale Stromnetz angeschlossen und stehen dann keine längeren Fahrten an, wird Strom nachts von der Batterie ans Stromnetz abgegeben und tagsüber wieder aufgeladen. Der Strompreis wird in Zukunft bei sonnigen Tagen günstig sein und nachts am teuersten, also das pure Gegenteil wie heute.

Man kann für oder gegen E-Mobilität sein, aber irgend etwas muss gegenüber heute geändert werden. So weitergehen wie jetzt kann es ja nicht. Dass Norwegen voll auf E-Mobilität setzt und gleichzeitig Erdöl fördert und damit viel Geld verdient, ist auch eine Doppelmoral und nicht so grün, wie sich die Norweger heute geben.

Als allererstes müsste man aber auf das Flugkerosin mindestens gleichviel Steuern verlangen, wie beim normalen Diesel. Damit wäre schon fast die halbe Energiewende finanziert und schlussendlich extrem viel C02 gespart, weil weniger geflogen wird.

Wir persönlich haben die Energiewende schon fast geschafft, heizen mit Holzpellets, fahren mit Solarstrom. Jetzt warten wir einfach auf alte Antriebsbatterien, die man als Stromspeicher für den Bezug nachts benützen könnte…

Nur unsere Ferienreisen absolvieren wir immer noch mit Diesel, sparen dort im Wohnmobil aber viel Wasser und machen auch den Strom selber...


Das Wohnmobil wird beladen 25.4.2019

Die Vorfreude steigt, der Stress auch, aber schon bald geht es los.

Anita werkelt in der Küche, sortiert Gewürze, beschriftet sie neu und wirft alte Lebensmittel raus. Wir waren mit unserem Knutschi schon lange nicht unterwegs, und da steht nun einiges zu kontrollieren an. Wir haben kein Gas mehr, können also den Kühlschrank nicht austesten und vorkühlen. Aber eben, es gibt noch viel anderes zu tun. Dafür habe ich heute neue Gummistiefel gekauft, damit wir dann in Irland auf jedes Wetter vorbereitet sind. So richtig schön warme, schön weich und anschmiegsam mit Goretex Fütterung und insgesamt einen relativ kurzen Schaft. Ich habe übrigens eine riesen Freude an ihnen, hoffentlich regnet es bald, dass ich sie mal tragen kann. Die Regen-Pelerinen haben wir übrigens noch von Schottland und diese sind sicher auch Irlandfest.

Morgen fahren wir an unsere erste Rally. Ihr wisst nicht, was eine Rally ist? Gemeint ist nämlich nicht eine Autorally im Motorsport, sondern eine CampingRally. Keine Angst, diese Bedeutung kannte ich bis letztes Jahr auch nicht und das zeigt, dass ich im Campingbusiness eben ein Quereinsteiger bin. Der Ausdruck meint also ein Campingtreffen und/oder eine gemeinsame Ausfahrt mit Wohnwagen, Wohnmobilen oder Zelten.

Es findet die Frühlingsrally 2019 in Landquart statt. Und wir werden zum ersten Mal dabei sein. Freitag abends findet der Pizza-Plausch à discrétion statt, wo ich noch etwas Wahlkampf betreiben kann. Denn am Samstag findet an eben dieser Rally die Delegiertenversammlung des Schw. Camping- und Caravanning Verband statt, wo ich in den Vorstand gewählt werde. Ab dann will ich nur noch mit Herr angesprochen werden…

Nach der Versammlung geht es abends für uns direkt nach Regensdorf, wo wir am Sonntag ein Wohnmobil-Sicherheitsfahrtraining (Schleuderkurs) besuchen, was sicher spannend wird.

Sonntagabend sind wir dann wieder zu Hause, arbeiten noch vier Tage und dann geht es ab nach Irland. Man, wie wir uns freuen!

Soll ich den Tisch und das Essen jetzt schon auf der Fähre reservieren? Habe eben grad noch ein Email bekommen, wo ich von der Fährgesellschaft auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht werde.


Womo-Fahrsicherheitstraining bei der ASSR 29.4.2019

Unsere positiven Erfahrungen mit einem Schleuderkurs extra für Wohnmobilisten.

ein ganz klein wenig schleudern mit dem Wohnmobil

 

Wir fahren kurz nach 18 Uhr durch das schmale Tor des Testgeländes in Regensdorf. Wir sehen schon andere Wohnmobilisten mit ihrem Gefährt dort stehen und werden sofort freundlich von Markus und Andreas, den beiden Kursleitern, begrüsst. Ein Platz auf dem Testgelände wird uns zugewiesen und Strom steht schon bereit, im Nu sind wir eingerichtet.

Der Kaffeeautomat im Pausenraum läuft schon auf Volltouren, alle bisher angekommenen Gleichgesinnten sind dort schon rege am Diskutieren, schnell sind Bekanntschaften geschlossen und Reisetipps ausgetauscht. Draussen klart das Wetter etwas auf und der Regen hat aufgehört. Ich benutze diesen Moment, um zu Fuss einen Rundgang über das Testgelände zu machen. Es ist wirklich schön angelegt, eine gerade Strecke mit Metallbelag, auch ein grosser Kreisel mit der gleichen Oberfläche, daneben eine Offroadstrecke und in der Mitte eine Trial-Motorrad-Piste. Es sieht sehr gepflegt aus und ich werde immer gespannter, was uns morgen an diesem Kurs erwartet.

Wieder zurück am Empfangsgebäude wird von den Kursleitern ein Grill herangezaubert und schnell ist dieser mit Fleisch von allen Ecken der Schweiz belegt. Da es wieder zu regnen beginnt, wird der Schulungsraum kurzerhand in einen Speisesaal verwandelt und wir sitzen bis spät abends dort zusammen und erzählen unsere Storys aus unserem Womoleben. Wir erfahren, dass die Kursleiter selber Wohnmobilisten sind und heute sogar mit ihrem eigenen Womo auf dem Gelände übernachten, obwohl sie keinen weiten Arbeitsweg haben. Wenn wir in dieser Runde jetzt hören, was für Fahrzeuge auf dem Testgelände schon gebrannt haben, dass Geldtransporter gekippt sind und Polizei-BMW’s geschrottet wurden, wird mir etwas angst und bange um unser Knutschi! Ob ich diese Nacht gut schlafen werden?

Auf alle Fälle bin ich morgens um 7:45 Uhr noch nicht wirklich ganz wach, als man sich schon wieder im Vorraum trifft und um 8 Uhr der Kurs pünktlich im Schulungsraum beginnt. Erste Frage: was haben wir persönlich für Ziele für diesen Kurs? Mmhh… Ich möchte etwas für meine Fahrkompetenz lernen und ganz ehrlich, ein tolles Foto von einem schleudernden Wohnmobil wäre schon nicht schlecht (aber das sage ich in dieser Runde natürlich nicht öffentlich). Es gibt einige teilnehmenden Frauen, die besser rangieren oder auch nur mehr Selbstvertrauen aufbauen wollen, wenn sie mit dem Wohnmobil selber fahren. Die Kursteilnehmerschar ist bunt gemischt, Anfänger und alte Hasen halten sich in etwa die Waage.

Der Kurs ist übrigens für 12 Teilnehmer, ich selber bin als Teilnehmer angemeldet, meine Anita nur als Beifahrerin. Es gibt aber auch Ehepaare, die beide als Teilnehmer den Kurs bestreiten.

Theorie

Sitzposition

Nach der kurzen Vorstellungsrunde geht es gleich ans Eingemachte: Sitzeinstellungen. Klar schaue ich zwischendurch, dass die Kopfstütze die richtige Höhe hat und ich immer im richtigen Abstand zu den Fusspedalen sitze. Aber dass man zuerst die Sitzhöhe, dann die Rückenlehne und Kopfstütze und erst dann den Abstand zu den Fusspedalen einstellt, ist mir ziemlich neu. Dass mit der richtigen Sitzstellung im Fahrzeug die allermeisten Verletzungen arg reduziert oder gar vermieden werden könnten, leuchtet nach den Erklärungen von Markus so ziemlich ein. Da habe ich in den letzten Jahren wohl geschlampt und einfach nur Glück gehabt. Bestätigt wird dann dies etwas später, als wir im Autosimulator eine Vollbremsung machen müssen. Ziel dabei: eine schnelle Reaktionszeit und 100kg druck sofort auf das Bremspedal bringen. Tönt ziemlich einfach. Aber alle haben diese einfachen Vorgaben nicht im ersten Versuch geschafft, bis ich an die Reihe komme. Als ehemaliger Radprofi habe ich viel Kraft in den Beinen und da ist es wohl für mich ein Klacks. Sitz einstellen, losfahren und warten, bis die Ampel auf rot zeigt. Voll Druck auf das Bremspedal und aus dem Lautsprecher quietscht und kracht es. 0.35Sek Reaktionszeit, Druck auf dem Bremspedal 35kg und 47m Bremsweg. Schöne Schlappe, und als mir Andreas dann auch noch sagt, dass ich so Fuss-, Knie- und Hüftgelenkt gebrochen hätte, ist das ziemlich peinlich. Ich sitze zu weit hinten, bei der Vollbremsung habe ich das Bein ganz durchgestreckt und beim Aufprall keine Chance, irgend etwas abzufedern. Beim dritten Versuch erfülle ich dann alles, richtige Sitzposition, wieder 0,35 Sek Reaktionszeit, 107kg Druck auf das Bremspedal und der Bremsweg ist nur noch 16m. Na schon besser, oder?

Schleudern

Dann geht es zu den Autos, die zur Verfügung gestellt werden. In jedem Auto zwei Kursteilnehmer, durch Funk mit dem Kursleiter verbunden. Wir warten angespannt, bis wir auf der geraden Metall-Strecke mit 30km/h einen einfachen Spurwechsel durchführen sollen. Voll easy. Was wir aber nicht wissen, bei diesen Fahrzeugen sind die elektronischen Fahrassistenten abgestellt und auf den Hinterrädern abgelaufene Pneus montiert. Und bei diesem einfachen, langsamen Manöver verliert jeder Teilnehmer das Auto so dermassen, dass jeder mindestens drei Pirouetten dreht. Und jeder, aber wirklich jeder, schaut mit den Augen auf das Hindernis und hat keine Chance, heil durch zu kommen.

Danach lernen wir, wohin wir die Augen richten müssen und was man noch machen kann, wenn das Fahrzeug ins schleudern kommt. Bei den nächsten Versuchen geht es jeweils immer ein bisschen Besser und am Schluss können wir so einen Spurwechsel wirklich durchführen. Es ist schon krass, wie viel etwas Übung ausmachen kann.

Schleudern

Schleudern mit eigenem Wohnmobil

Nach dem Mittagessen sind wir dann mit dem eigenen Wohnmobil an der Reihe und uns bleibt der Atem im Halse stecken, als Markus erklärt, dass wir nun die gleiche Übung mit 50km/h und unserem eigenen Wohnmobil machen müssen. Aber es soll halb so schlimm sein, schliesslich haben wir gute Pneus drauf und haben auch elektronischen Fahrassistenzen. Aber ganz ehrlich, wirklich beruhigt uns diese Aussage überhaupt nicht!

Mit ziemlich mulmigen Gefühl besteigen wir die Womos und erhalten wieder per Funk unsere Instruktionen.

Zuerst eine starke Bremsung auf Asphalt, damit die ganze Ladung und der Haushalt mal bewegungssicher verstaut wird. Anita springt natürlich grad auf und räumt unser Womo in Windeseile noch ganz fertig auf. Dann fahre ich los und Bremse ziemlich stark am markierten Ort. Nichts scheppert alles ok. In der zweiten Runde ist eine Vollbremsung dran. Meine erste Vollbremsung mit dem Womo… Dabei schepperst dann doch ein wenig in den Kästchen, aber fast augenblicklich steht unser Womo. Buhh, gut gegangen. In der dritten Runde sollten bei der Vollbremsung zwei Räder auf Asphalt und zwei auf der Eisenfläche stehen (die Eisenfläche simuliert Eis). Der Bremsweg ist dadurch schon mehr als doppelt so lange und das ABS rüttelt ziemlich stark am Fusspedal. Aber unser Knutschi bleibt kerzengerade auf der Strasse stehen. Die vierte Runde wird dann mit allen Rädern auf dem Eis absolviert. 50km/h beschleunigen, auf die Eisfläche und Vollbremsung. Denkste. Unser Knutschi rutscht einfach weiter und weiter und weiter und weiter. Ende der 72m langen Eisfläche kommt dann wieder Asphalt und erst dort spüre ich eine Bremswirkung und unser Knutschi kommt zum stehen. Echt krass!

Das im Video ist tatsächlich eine VOLLBREMSUNG! Simuliert auf Eis mit Sommerpneus.

Wir haben dann Glück, dass noch ein Womo von einem Kursteilnehmer mit Winterpneus und ein anderes mit Allwetterreifen ausgestattet ist. Es sind krasse Unterschiede, einfach unvorstellbar! Das mit Winterpneus steht in der Hälfte der Eisfläche still, ich schätze gerade mal etwa einen viertel des Bremsweges von unserem Knutschi. Auch die Allsaisonreifen des anderen Teilnehmers ist wohl besser wie unser Knutschi, aber viel schlechter wie das Winterpneu bereifte. Da steht für mich schnell fest, im Winter nur mit Winterpneus, Allwetterreifen kommen für mich nicht in Frage und falls es mit Sommerpneus mal schneit, fahren wir keinen Meter mehr…

Die nächste Übung ist dann auf der Eisfläche bei einer Vollbremsung auszuweichen. Bremswirkung gleich null, aber das ABS arbeitet so gut, dass wir problemlos einem Hindernis ausweichen können, ohne dass wir ins schleudern geraten. Ich bin stolz auf unser Knutschi.

Danach geht es auf den eisigen Kreisel, wo wir so schnell fahren dürfen, wie wir wollen. Mein erster Versuch ist natürlich viel zu schnell, obwohl ich nur 30 km/h fahre. Mein Womo rutscht einfach geradeaus, also voll auf die Bremsen, bis wir stillstehen. Nichts passiert, aber die Kurve hätte ich niemals erwischt. Und dann das erstaunliche: nach dem vierten Versuch mit gleicher Geschwindigkeit bringe ich unser Knutschi um die Kurve rum. Klar, es rutscht zwischendurch noch immer, aber mit richtigem Bremslösen und wieder bremsen, den Blick an den richtigen Ort, geht es tatsächlich. Aber auch klar, wenn jetzt da vier echte Bäume stehen würden und ein LKW entgegenkommt, würde ich wahrscheinlich sofort wieder in Panik verfallen und alles falsch machen. Aber ich werde mich an der Nase nehmen, dass so eine Situation nie eintrifft.

Fahrparcour

Danach kommt ein Geschicklichkeitsparcour mit dem Womo, mit wirklich allem, was man sich so denken kann: rückwärts um die Kurve Slalomfahren, seitwärts einparkieren, Grösse des Womo schätzen, auf Keile fahren, Bretter treffen, nahe an ein Hindernis hinfahren, Womo wägen (scheisse, meines ist immer noch zu schwer), Zeichen beim einparken geben und noch vieles mehr.

Ganz am Schluss geht es noch um Ladungssicherung (muss mir noch zwei Spanngurte kaufen, um da zu optimieren) und wir erhalten ein Massblatt über die Dimensionen unseres Womos. Schlecht: es ist fast voll beladen immer noch 100kg zu schwer. Positiv: es ist nur 2.95m hoch und nicht 3.05m wie ich immer gemeint habe.

Fazit:

Ich empfehle diesen Kurs wirklich jedem Wohnmobilisten. Es wird einem vieles ganz klar vor Augen geführt: Ladungssicherung, Sitzposition und Fahrverhalten, wie ungemein wichtig dies alles für die eigene Sicherheit ist. Und es wird auch drauf hingewiesen, sobald man unsicher ist, sollte man das Tempo verlangsamen, egal, wer hinten fährt und wie gedrängelt wird. Es geht um unsere Sicherheit und um unser Geld. Wenn wir auf einen hinter uns fahrenden Rücksicht nehmen, sagt uns niemand danke, wenn etwas passiert.

Tipp

als Beifahrer kann man jeweils im Wohnmobil oder beim Schleudern mitfahren, aber nicht selber steuern. Man lernt dabei auch sehr viel, aber eben, selber ausprobieren geht dann nicht. Da Anita in der Spitex arbeitet und dadurch viel im PW unterwegs ist, wird sie sich an einen PW-Schleuderkurs anmelden. Für sie nochmals einen Womo-Schleuderkurs zu absolvieren, finden wir nun eigentlich nicht mehr nötig. Fühlt sich aber ein Ehepartner unsicher beim Womo steuern, sollten beide Personen als Teilnehmer diesen Kurs absolvieren.

Weitere Infos

  • Womo-Schleuderkurs Kosten 350.- / pro Person
  • nur Beifahrer 50.- (für Mittagessen und Versicherung)
  • Wochenend-Zuschlag 30.-
  • Jeder Teilnehmer erhält 100.- Subvention an das Kursgeld aus dem Verkehrssicherheitsfond direkt abgezogen
  • Ist man Mitglied beim SCCV erhält man nochmals 60.- Rabatt (Jahresmitgliedschaft 65.-)
  • Es gibt Fahrzeugversicherungen, die nochmals einen Beitrag an diesen Kurs bezahlen, also bei der eigenen Versicherung nachfragen…

Falls jemand einen Wohnmobil-Schleuderkurs machen will und die Kurse ausgebucht sind, unbedingt ein Mail an die ASSR schreiben, sie führen solche Kurse auch einfach durch, wenn genügend weitere Anfragen vorhanden sind.

Anmerkung in eigener Sache: Ich absolvierte diesen Kurs als Vorstandsmitglied des SCCV und musste ihn nicht bezahlen.

Nachtrag: nach der Vollbremsung mussten wir den Verlust eines Eis im Kühlschrank feststellen. Alles andere war noch ganz.

Externe Links

Reisestrecken

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