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Narbonne Plage Frakreich 2015
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Muottas Muragl, Gleitschirmfliegen und Camping Samedan

Nochmals Action hoch in der Luft bis wir danach endlich mal grillen können.

Bei allerschönstem Wetter und blaustem Himmel erwachen wir heute. Keine Zeit, um sich da lange im Bett wälzen zu können, sondern raus in die Berge. Schon vor dem Frühstück ziehe ich los und mache ein paar wahnsinns Bilder von den verschneiten, schneeweissen Bergen, blauen Himmel und spiegelndem Bergseelein auf dem Campingplatz. Ich flippe fast aus, so schön ist das hier! Auf dem Rückweg hole ich noch frische Gipfeli im Shop und dann essen wir draussen gemütlich Frühstück auf 1900m.

so erwachen wir heute

Leider heisst es zusammenpacken und weiter, obwohl wir es hier noch einige Tage ausgehalten hätten. Aber unser heutiges Tagesziel, der TCS-Campingplatz in Samedan ist ja nur 8km weiter, also sind wir ganz schnell an unserem neuen Standort. Allerdings haben wir da nicht gross Zeit, denn wir montieren sofort die Wanderschuhe, lange Berghosen, Jacke, Sonnenbrille und Fotoapparat und laufen nur gerade 400m zur Talstation der Standseilbahn von Muottas Muragl. Wir haben dort um 11:30 Uhr einen Termin zum Gleitschirm fliegen! Ja, ihr habt richtig gehört, ich habe mich doch wirklich überreden lassen, dass Anita und ich einen Tandemflug mit dem Gleitschirm machen! Ist ja sau gefährlich nur mit einem solch dünnen Schirm weit in der Luft oben zu sein, auch wenn es die Versicherungen nicht mal als Risikosportart einschätzen. Was haben die sich denn gedacht dabei?

Gleitschirmflug

Peter und Davide erwarten uns schon bei der Talstation und jetzt gibt es keinen Rückzieher mehr. Ihre grossen Rucksäcke werden in die Bahn verladen und wir fahren danach schön gemütlich zur Bergstation hoch. Ein erstes flaues Gefühl im Magen macht sich breit, obwohl die beiden erfahrenen Piloten ganz beruhigt auf uns einreden und uns erklären, dass gar nichts passieren kann. Bei so perfekten Bedingungen wie heute müsse man einfach fliegen, da könne man doch nicht am Boden bleiben!

Anita vor dem Start gut gelaunt

Oben angekommen, geniessen Anita und ich die tolle Aussicht, währenddem unsere Piloten den Aufstieg zum Startplatz in Angriff nehmen. Wir machen Fotos von der herrlichen Aussicht über die Engadiner Seen und machen noch unseren Angst-Toilettengang. Danach nehmen auch wir den 400m langen Aufstieg noch unter die Beine und sind grad am Startplatz, als die Schirme ausgerollt werden. Wir ziehen Helm und Sitzgurten an und werden instruiert, wie wir uns beim Start verhalten sollen. Einfach gesagt: einfach rennen, auch wenn wir mal kurz in der Luft sind, weiter rennen, falls wir nochmals Bodenkontakt haben. Und das wars dann auch schon. Ich werde an Davide angeschnallt und dann an den Schirm, die Startbedingungen sind perfekt, Davide zieht mit einem Ruck den Schirm in die Höhe und gibt Zeichen zum losrennen. Nach kaum fünf Schritten spüre ich keinen Boden mehr unter den Füssen und wir sind in der Luft.

Davide erklärt mir, wie ich mich bequem in die Gurten setzten kann und dann geht es mit Aufwind immer höher und höher. Weit unter mir sehe ich dann Anita mit Peter starten und auch da lief alles glatt.

Blick auf die Engadiner Seen aus der Luft

In der Luft ist dann die Aussicht super und die Fluglage echt stabil und bequem. Hin und wieder geht es wie in einer Achterbahn mal rauf und runter, je nach Wind den wir erwischen, meistens aber schön ruhig geradeaus. Ich geniesse den Ausblick und das Fluggefühl und bin echt froh, dass ich mich dazu überreden liess. Anita und Peter haben uns inzwischen eingeholt und wir kreisen weit über der Bergstation von Muottas Muragl im blauen Himmel.

Plötzlich sagt mir Davide, ich solle mal die Steuerseile halten, seine GoPro Filmkamera habe keinen Akku mehr. Und während ich da verkrampft die Seile halte und möglichst keine Bewegung mache, wechselt er seelenruhig 1000m über Boden die Batterien und sagt mir, ich solle ruhig mal etwas dran ziehe. Rechte Seite ziehen, Rechtskurve, linke Seite ziehen, Linkskurve, beide Seile nach oben, schneller, beide nach unten, bremsen. Wie wenn das so einfach wäre…

In der Zeit, wo ich nicht gerade steuern muss, kann ich übrigens problemlos Fotos aus der Luft schiessen. Einfach genial!

Es ist wirklich fantastisch, auch während dem wir dann langsam runter Richtung Landeplatz gleiten. Auch die Landung verläuft problemlos und ich bin doch irgendwie froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Anita ist noch etwas froher, denn sie sieht nach der Landung ziemlich bleich aus. So ganz wohl ist ihr nicht mehr.

einfach herrlich, auf dem Bild sind Peter und Anita

Ich habe übrigens eine neue Geschäftsidee: Um die Lizenz für Partnerflüge zu erhalten, muss der Lernende unter anderem 40 Flüge mit Gleitschirmpiloten als Partner absolvieren. Nur: ein Gleitschirmpilot will ja viel lieber selber fliegen als nur als Anhängsel mitgenommen werden. Und da man als Flugschüler schon als Pilot zählt, könnte man ja die Flugschule beginnen und sich dann ausschreiben lassen, dass man als Partner mitfliegen würde. So müsste man sich keine eigene Ausrüstung kaufen und könnte in der ganzen Schweiz gratis solche Tandemflüge mitfliegen. Toll nicht, oder?

Egal, ich bin abgeschweift. Es war ein tolles Erlebnis und ein super Gefühl, so in der Luft wie ein Vogel umherzufliegen. Keinen Moment hatte ich Angst oder ein ungutes Gefühl. Nur Anita büsst es nun ein wenig, da ihr immer noch etwas schlecht ist… Aber bei solch einem Wetter empfehle ich jedem mal einen solchen Flug zu machen. Es fühlt sich viel sicherer in der Luft an, wie vom Boden aus. Uns (auch Anita) hat es echt gefallen!

TCS Camping Samedan

Nach der Verabschiedung laufen wir wieder zum nahen gelegenen Campingplatze und richten uns dort mit Grill draussen und Stühle unter den Bäumen ein. Der Campingplatz liegt zwischen Fluss und Hauptstrasse in einem kleinen Wäldchen. Man kann wählen zwischen Schatten- oder Sonnenplätzen. Für heute wählen wir Schatten, denn ich habe gestern am Klettersteig doch noch etwas meine Arme verbrennt…

Neben dem Plätschern des Flusses hinten hört man aber auch die Hauptstrasse ziemlich gut an einigen Stellplätzen vorne. Von daher nicht ganz so romantisch wie die bisherigen Campings aber nichts anderes auszusetzen. Aber auch hier, keine Parzellen, man stellt sich hin, wo man grad Platz hat.

So, und gerade eben habe ich für morgen noch eine Kutschenfahrt gebucht, mal etwas mit weniger Action und mehr fürs Gemüt. Anita freut sich jetzt auf alle Fälle auf den morgigen Tag…

Hinweis: für diese Reise wurden wir von den Engadiner Campingplätzen, SCCV und ACS eingeladen.

Externe Links

Übernachtung

Samedan - TCS Camping***
Camping

bei einigen Stellplätze höhrt man die Strasse ziemlich gut, keine Parzellen, 

Koordinaten: 46.510368,9.879050
letzter Besuch: 6.2019

25.6.2019 - alles richtig gemacht, Gleitschirmfliegen ist das Höchste der Gefühle, nur selber fliegen, macht noch mehr Spaß !

- Tom Liedtke


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