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Nordschottland 2016
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Stau von Flensburg bis nach Neapel

und das nur mit den Neuzulassungen der Womos in den letzten neun Jahren.

Irgendwie kann man es fast nicht glauben: ein Rekord von Verkaufszahlen jagt den nächsten Rekord. Geht das ewig so weiter? Im Monat April wurden in Deutschland alleine 9571 Wohnmobile neu zugelassen, Rekord aller Monate. Schaut man die Vergleichszahlen an, sieht man, wie krass dieser Wert eigentlich ist.

2015 (war schon ein Camping-Boom-Jahr) sind in Deutschland in den drei Monaten April, Mai und Juni insgesamt 14’992 Reisemobile neu zugelassen worden. Dieses Jahr im genau gleichen Zeitraum 23’208, ein Plus von 54%. Und noch eine Zahl: 2010 gab es in Deutschland 330'664 zugelassene Reisemobile, jetzt im Jahr 2019 (ist noch nicht vorbei) 532'687, das sind über 200'000 Wohnmobile mehr, als vor neun Jahren alleine in Deutschland (Das ist übrigens eine Staulänge von Flensburg bis Neapel nur mit deutschen Neuzulassungen von Reisemobilen. Die Schweizer verursachen dann den Stau von Genf bis Wien, die Franzosen von Porto bis Paris). Denn ähnlich sehen die Trends auch in Frankreich und der Schweiz aus.

Wo sollen die alle hin? Auf die Campingplätze? Geht nicht, denn auch die Wohnwagenverkäufe eilen von Rekord zu Rekord. Nicht ganz so schlimm wie die Wohnmobile, aber seit 2016 haben auch die Neuzulassungen für Wohnwagen um rund 20% zugenommen.

Die Campingplatzbetreiber müssen sich in Zukunft also keine Sorgen machen. Die Campingplätze können nicht mehr vergrössert werden und es entstehen keine neuen, trotzdem gibt es immer mehr Wohnwagen, die auf diese Plätze angewiesen sind. Also sind die Plätze immer mehr ausgebucht, die Platzwarte haben immer mehr Arbeit und der Platz erhöht normalerweise die Rendite.

Aber wohin sollen all die neuen Wohnmobile? In der heutigen Zeit können Campingplatzbetreiber nicht ernsthaft gegen neue Wohnmobilstellplätze sein, im Gegenteil, sie müssten den Stellplätzen eigentlich wohlgesonnen sein. Denn so können die Kurzurlauber mit Womo den länger bleibenden Wohnwagen Platz auf dem Campingplatz machen.

Profiteure dieses extremen Booms sind die Wohnmobilhändler, Campingplatzbetreiber und all jene, die genug Land haben, um vor ihrem Hotel, Restaurant oder Freizeitattraktion einen Übernachtungsplatz für Wohnmobilsten erstellen zu können. Denn wir Wohnmobilisten werden uns schon bald um die raren Übernachtungsplätze balgen und dorthin fahren, wo man legal im Wohnmobil schlafen darf.

Also, trinken wir auf all jene, die clever genug sind, jetzt einen Wohnmobilstellplatz zu bauen, um in Zukunft davon profitieren zu können. Und trinken wir auch auf unsere Nerven bei der zukünftigen Suche nach Übernachtungsplätzen!

6.8.2019 - hoffentlich gehen andere kommunen und investoren nicht so dilettantisch mit der planung eines stellplatzes um, wie in nideggen-rath. der investor hat sein vorhaben letzte woche zurückgezogen. hab euch die links unserer Zeitung beigefügt.   

trudchen


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